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Wintersonnenwende
Autor:Anna-Maria Bloße (01.12.2002)

Tag für Tag kommen wir nun dem kürzesten Tag und der längsten Nacht des Jahres näher. Die Abende werden länger, und oft haben wir das Gefühl, die helle Zeit des Tages gar nicht richtig wahrgenommen zu haben. Draußen ist es kalt, stürmisch und oft schon verschneit. Unser Körper und auch unsere Psyche nähren sich jetzt von den Reserven, die wir während der Zeit der Fülle in uns angehäuft haben.


Wintersonnenwende: Mondwechsel, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende und andere Naturereignisse, die einem gewissen Rhythmus unterworfen sind, waren vor allem bei Naturvölkern ausschlaggebend für die Zeitrechnung. Die Germanen, bei denen die Götterverehrung und die besonderen Feste im engen Zusammenhang mit dem Wechsel der Jahreszeiten stand, feierten mit ihrem Julfest den Tod des alten und die Geburt des neuen Jahres. Das germanische Julfest ist das Fest der Wintersonnenwende. Die Dauer des Jahres wurde bei den Germanen nach den 12 Vollmonden berechnet. Da die Zeit zwischen den Vollmonden jedoch nur 29,5 Tage umfaßt, betrug die Anzahl der Tage eines Jahres nach dem germanischen Kalender nur 354 Tage. Da sich nach dieser Zeitrechnung Winteranfang und Sommeranfang ständig verschoben, mußten elf Tage und zwölf Nächte eingeschoben werden. Diese waren die zwölf Rauhnächte oder die zwölf geweihten Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. Nach germanisch-heidnischer Auffassung stand in dieser Zeit die Sonne still.
Wintersonnenwende: Mondwechsel, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende und andere Naturereignisse, die einem gewissen Rhythmus unterworfen sind, waren vor allem bei Naturvölkern ausschlaggebend für die Zeitrechnung. Die Germanen, bei denen die Götterverehrung und die besonderen Feste im engen Zusammenhang mit dem Wechsel der Jahreszeiten stand, feierten mit ihrem Julfest den Tod des alten und die Geburt des neuen Jahres. Das germanische Julfest ist das Fest der Wintersonnenwende. Die Dauer des Jahres wurde bei den Germanen nach den 12 Vollmonden berechnet. Da die Zeit zwischen den Vollmonden jedoch nur 29,5 Tage umfaßt, betrug die Anzahl der Tage eines Jahres nach dem germanischen Kalender nur 354 Tage. Da sich nach dieser Zeitrechnung Winteranfang und Sommeranfang ständig verschoben, mußten elf Tage und zwölf Nächte eingeschoben werden. Diese waren die zwölf Rauhnächte oder die zwölf geweihten Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. Nach germanisch-heidnischer Auffassung stand in dieser Zeit die Sonne still.

Wenn die Sonne in das Sternzeichen Steinbock wechselt, ist sie da, die längste Nacht des Jahres. Heute begehen viele dieses Fest als Lichterfest, um das wiederkehrende Licht zu begrüßen. In dieser Nacht hält die Welt den Atem an, und wir mit ihr. Wir betrachten nun die Früchte unserer Arbeit und Entwicklung und nehmen Abschied von dem, was alt ist und nicht mehr zu uns gehört. Dies wird in der Dunkelheit zurückbleiben. Wie der Keim in der Erde, der beschützt und umsorgt auf die Wärme der Sonne wartet, so verharren auch wir. In der alten Tradition wurden ein Strohrad und kleine Schiffchen gebastelt, auf denen Kerzen befestigt waren. In der Nacht der Wintersonnenwende versammelten sich alle Einwohner des Dorfes an einem Feuer, zündeten das Strohrad an und rollte es den Berg herunter, damit alle Welt sehen konnte, dass sie die Dunkelheit überstanden haben und das Licht gesiegt hat.

Jeder Mensch beging das Lichtfest mit dem Bewusstsein, dass alle Pflanzen und auch die Bäume eine Seele haben, die in der dunklen Zeit besonders tief schläft. Um ihnen auch mitzuteilen, dass das Licht neu geboren wurde, ging man hinaus und klopfte ganz sanft an die Stämme der Bäume, befreite sie von Eis und Schnee und brachte ihnen Segenssprüche, um den Schutz gegen das raue Wetter zu verstärken. Dann wurden kleine Säckchen mit Gebäck, Salz und Brot an die Bäume gehängt, um die Baumgeister zu erfreuen, ihnen die Verbundenheit zu bekunden und gleichzeitig um eine gute Ernte im nächsten Jahr zu bitten. Die Menschen schmückten eine Tanne mit Sternen aus dem Stroh der letzten Ernte, als Erinnerung an die Unsterblichkeit der Natur und als Bitte für eine gute Feldernte im nächsten Jahr. Immergrüne Pflanzen wie die Nadelbäume, die Mistel oder die Stechpalme wurden in der dunklen Jahreszeit zum Hoffnungsträger als Zeichen, dass nicht alles in der Natur stirbt, sondern dass es Pflanzen gibt, die stark genug sind, ihre Farbpracht auch über die dunkle Zeit hinaus zu tragen.

Mit jedem Tag, an dem die Sonne - das Licht - wieder ihre schützende Wärme verbreitet, streckt der Keim und somit auch wir immer mehr unsere Wurzeln und Triebe aus, um uns für das Neue, das in uns wächst, vorzubereiten. Aus diesem Gefühl heraus sind auch die Silvesterbräuche entstanden, bei denen wir uns so viel Neues für die nächste Zeit vornehmen. Es ist ein Neubeginn. Ein neuer Lichtzyklus beginnt. Aber so, wie wir zum Wachsen auch das Licht brauchen, so brauchen wir zur bedachten Planung die Ruhe und den Schutz der Dunkelheit. Das ist die Zeit, in der die Saat im Verborgenen aufgeht.

Die Bäume zeigen uns, wie sie ihre Kräfte zurückziehen aus der betriebsamen Außenwelt. Sie stärken sich mit den Nährstoffen aus dem frisch kompostierten Boden, saugen sich ganz voll Kraft, um dann im Frühjahr diese Kraft in den frischen Knospen wieder nach außen zu bringen. In unserer heutigen Zeit sind wir alle so sehr auf Licht, Sonne, Helligkeit fixiert, dass wir uns Energie fast nur als Licht vorstellen können.

Der Winter jedoch bringt uns das Geschenk der Ruhe zum langsamen Wiederaufbauen der verlorenen Kräfte, die Gelegenheit zur Erneuerung. Aus der Einsamkeit erwächst die neue Kraft. In der kalten Zeit wird die Seele in tiefere, reflektierende Bereiche geleitet.
Das Schöne an der Wintersonnenwende ist, dass man danach in eine stille Zeit geht. Das sind 12 Tage und Nächte, die sogenannten rauen Nächte. Sonne und Erde bleiben für 12 Tage still stehen. Früher haben sich da die Frauen ganz in ihre warmen Stuben zurückgezogen. Sie arbeiteten nicht mehr, aßen miteinander und erzählten. Sie haben sich ausgeruht, um dann wieder in den laufenden Jahreszyklus einzutreten. Um den 2. Januar scheint die Sonne dann wieder für ein paar Minuten länger. Dann beginnt die Natur ihr neues Jahr. Ich wünsche allen eine gute dunkle Zeit und denkt daran: Ohne Dunkelheit kein Licht.



Autor:Anna-Maria Bloße (01.12.2002)

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