Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Es gibt zahllose Informationen im Internet unter dem Stichwort „Geistiges Heilen“. Seit 1992 gibt es eine Heiler-Datenbank, die neben Anschriften und Telefonnummern auch wichtige Details zu den Heilern vermittelt. Und es gibt Verbände, die man konsultieren kann, beispielsweise den „Schweizerischen Verband für Natürliches Heilen“ oder den PSI-Verein.
Mindestens genauso wichtig wie dieser rationale Weg ist jedoch der emotionale Zugang.
Dr. Jacob Bösch, Arzt, Psychiater und Leiter von zwei Forschungsprojekten zum Geistigen Heilen, formuliert ganz in diesem Sinne die Frage mit den Worten: „Wie kann ich für mich den geeigneten Heiler finden? Wo zieht es mich hin?“ Und er rät, bei der Antwortsuche auf sein Herz zu hören.
„Wir spüren, dass Sie uns helfen können.“ Diesen Satz hat Alexander Rasin, ein russischer Mediziner, Physiker und Heiler, schon oft gehört. Und auch wenn er den Patienten, die zu ihm kommen, keine Erfolgsgarantie geben kann, so ist das Vertrauen und die Zuversicht eine wichtige Voraussetzung für den Heilungserfolg. „Der Patient eröffnet für sich selbst diese Möglichkeiten und diese Wege, den richtigen Heiler zu finden.“ (A. Rasin)
Die Frage nach dem „geeigneten Heiler für mich“ sollte noch um ein weiteres Detail konkretisiert werden. „Wie kann ich für mich und für diesen Augenblick den geeigneten Heiler finden?“ Die Suche nach einem Heiler wird immer ausgehen von einem konkreten Problem.
Oft sind es schlimme, vielleicht sogar lebensgefährliche Krankheiten, die den Patienten auf den Weg bringen. Seine Entscheidung wird immer eine Entscheidung für den Augenblick, für diesen Moment sein.
Der Heiler seiner Wahl muss nicht für immer und alle Leiden der Richtige sein.
Was macht ein Heiler?
Sucht man Kriterien für einen guten Heiler, wird man zwingend zu der Frage kommen: „Was ist ein Heiler, was macht er, was passiert da eigentlich?“ Clemens Kuby hat als Filmproduzent und Regisseur viele Heiler kennengelernt, in vielen Teilen der Erde. Und er erkannte, dass Schamanismus nichts Exotisches ist. Jede Postleitzahl in Deutschland, so behauptet Kuby, hat mindestens einen Heiler, und Hilfesuchende müssen nicht bis in den Regenwald oder auf die Philippinen reisen, um ihren Heiler zu finden. Auf die Frage, was alle diese Heiler auszeichnet, antwortet er: „Alle Heiler haben ein 100%iges Vertrauen in die geistige Dimension. Sie sind nicht mit ihrem Bewusstsein an die materielle Intervention gebunden. Sie sind absolut sicher davon. Und ich gehe zu ihnen, um von dieser Sicherheit etwas abzubekommen, denn sie sind im Grunde ein Stimulator für meine Selbstheilungskräfte.“ Erhofft man von ihm, dem Weitgereisten und Erfahrenen, einen Tipp für einen „richtig guten Heiler“, dann wird er den nicht geben können.
Ein Heiler der Lacota-Indianer wurde ihm als bedeutendster Heiler Amerikas empfohlen. Als er ihn besuchte und seine Arbeit filmen wollte, erlebte er jedoch keine einzige Heilung, stattdessen chaotische Zustände, Alkohol, Schlägereien und letztendlich unerträgliche Spannungen zwischen ihm und dem Heiler, so dass er enttäuscht abfuhr.
Später lernte er Menschen kennen, die voller Ehrfurcht und Dankbarkeit von diesem Heiler sprachen, weil er ihnen geholfen hatte, gesund zu werden. Für sie war er genau der richtige Heiler. Wir sollten „Heiler“ nicht mit „Heilige“ verwechseln, so Kuby, manche haben ein größeres Ego als andere, aber es gibt Menschen, die suchen gerade dieses größere Ego.
Der Heiler als spiritueller Lehrer
Kuby erkannte den Heiler als Stimulator der Selbstheilungskräfte des Heilung Suchenden.
Auch Horst Schöll, Schulmediziner, Radiologe und ganzheitlich-spiritueller Therapeut, unterstreicht diesen Gedanken, selbst aktiv zu werden: „Wir brauchen eine Vision, eine Perspektive, einen Glauben an uns und unsere eigenen Fähigkeiten. ... Und darum geht es bei dieser ganzen Heilarbeit. Da geht es in allen Situationen darum, dass wir aufhören, uns immer nur an andere anzulehnen, unsere Verantwortung an andere zu delegieren. Kein Mensch kann für Sie Ihre Situation klären und Ihre Probleme lösen, er kann Sie unterstützen, er kann sogar den akuten Herzschaden klären, aber das Problem wird nicht geklärt sein. ... Es geht nur, wenn Sie selbst anfangen, etwas für sich zu tun. Je aktiver Sie sind von anfang an, desto früher werden Sie den Heiler finden, wenn Sie wissen, warum Sie geheilt werden wollen. ... Ich bin ein spiritueller Lehrer. Ich möchte helfen, das Bewusstsein der Menschen, die zu mir kommen und Hilfe brauchen, so zu öffnen, dass sie selbst erkennen oder lernen, was sie tun können, um Schritt für Schritt selber zu gehen.
Ich begleite Sie gerne als Stütze eine Zeit lang, aber irgendwann lasse ich euch los. Und wenn ihr dann nicht gelernt habt zu gehen, dann müsst ihr hinfallen und warten, bis der nächste kommt und euch aufhilft.“ Es geht nicht darum, so noch einmal Clemens Kuby, dass die Schamanen unsere alten Götter in Weiß ersetzen, dass ich mir neue Götter schaffe. „Es geht um die Wandlung meiner eigenen Haltung.“ Vor einer immens großen Entscheidung stehen Menschen, deren Gesundheitszustand aus Sicht der Schulmedizin lebensgefährlich ist und die Ärzte auf eine rasche Operation drängen.
Bei einer akuten Lebensgefahr rät Horst Schöll den Patienten, der schulmedi-zinischen Therapie zu folgen. „Wenn es aber nicht so akut ist, dann sollte die Entscheidung nicht beim Arzt liegen, sondern beim Patienten.“ Er sollte in sich hineinhorchen: „Wie geht es mir denn? Geht es mir so dreckig, weil der Doktor gesagt hat, du hast was Schlimmes, oder geht es mir so dreckig, weil ich mich wirklich so fühle und weil ich selbst weiß: Ich muss mich schnell entscheiden. Dann würde ich persönlich nicht eine Methode wählen, von der ich nicht genau weiß, wozu sie führt und wie lange es dauert, bis sie greift.“
Bis heute gibt es keinen wissenschaftlich anerkannten Verfahren und kein geeignetes Gerät, das bestätigt, dass ein Heiler wirklich etwas bewirken kann. Heiler werden mit den verschiedensten Verfahren getestet und immer wieder kommt es vor, dass Heiler bei wissenschaftlichen Messmethoden keinen Erfolg hatten, Menschen aber von ihnen geheilt werden. Solange das so ist, wird die Frage nach dem „richtigen“ Heiler weiter aktuell bleiben. Erkennen wir jedoch, dass wir selbst das Messgerät für den Erfolg oder Misserfolg eines Heilers sind und unser eigenes Handeln darüber entscheidet, wird es leichter fallen, seinen spirituellen Lehrer zu finden.
Was zeichnet einen guten Heiler aus?
Entscheidungshilfen von Harald Wiesendanger.
1. Er verspricht keine Linderung oder gar Heilung.
2. Er arbeitet nicht in Konkurrenz zu ärztlichen Maßnahmen, sondern komplementär:
- Er vermeidet alles, was einen Hilfesuchenden veranlassen könnte, ärztliche Konsultationen/Behandlungen hinauszuzögern oder zu unterlassen, zu unterbrechen oder abzubrechen.
- Er empfiehlt in der Regel keine Arzneimittel und enthält sich jeglichen Ratschlags, Arzneimittel abzusetzen oder anders einzunehmen als ärztlich verordnet.
- Er stellt keine Diagnosen.
3. Sexuelle Beziehungen zu Hilfesuchenden sind für ihn tabu.
4. Er setzt Hilfesuchende niemals unter Druck - sei es durch Versprechungen oder Drohungen -, eine Behandlung bei ihm zu beginnen oder fortzusetzen.
5. Er wirbt nicht mit irreführenden Titeln wie „Geprüfter Heiler“, „Diplom-Heiler“, „Anerkannter Heiler“ und dergleichen.
6. Soweit er sich seine heilerische Tätigkeit honorieren lässt, trifft er mit Hilfesuchenden ausdrückliche, unmiss-verständliche Vereinbarungen über Leistung und Gegenleistung, bevor die Behandlung beginnt.
Wie suche ich einen Heiler?
Machen Sie zunächst zwei, drei Heiler in der Nähe IhresWohnorts ausfindig und holen Sie möglichst viele Vorinformationen über sie ein.
Rufen Sie den oder die Betreffenden an, lassen Sie sich erläutern, wie sie vorgehen; holen Sie klare Auskünfte über das Honorar ein und verabreden Sie möglichst eine kostenlose Probesitzung.
Haben Sie sich für den Heiler Ihrer Wahl entschieden, sollten Sie fünf bis zehn Sitzungen Geduld haben. Beobachten Sie Ihre Symptome aufmerksam falls sich am Krankheitsbild nicht einmal ansatzweise etwas zum Besseren verändert steigen Sie gegebenenfalls wieder aus.
(Quelle: Harald Wiesendanger, Philosoph, Psychologe und Mitorganisator der Basler PSI-Tage)
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