Homöopathische Arzneien zielen nicht auf eine Unterdrückung und schnelle Beseitigung der Symptome hin. Sie dienen vielmehr der sanften Unterstützung und Begleitung während eines Schnupfens indem sie als „Reiz“ das Immunsystem stimulieren. Nun soll die Vorstellung einiger bewährter homöopathischer „Schnupfen-Mittel“ folgen, die Man im Akutfalle selbst zu Hause anwenden kann. Empfehlenswert sind niedrige D-Potenzen, z.B. D6, da sie sich auch von einem Laien recht gut handhaben lassen.
Jeder kennt das Phänomen beim Zwiebelschneiden: Die Nase läuft, die Augen tränen und man muss niesen. In der Homöopathie wird die Küchenzwiebel Allium cepa (D6) bei eben diesen Beschwerden eingesetzt: es reizt Nase, Augen, Kehlkopf. Solch ein Katarrh tritt oft infolge von f e u c h t e r Kälte und Durchnässung der Füsse auf. Es entsteht ein scharfer, wässrig aussehender Fliesschnupfen, der schnell die Nase wund macht und viele Niesanfälle bereitet. Druck im Bereich der Stirnhöhlen ist ebenfalls möglich. Oft sind die Augen mit beteiligt, die Bindehäute sind gereizt, der Tränenfluss ist vermehrt jedoch milde. Steigt dieser Katarrh ab, kann der Kehlkopf davon betroffen sein, sodass der Patient über ein Wundheitsgefühl mit Heiserkeit und einen krampfhaften, trockenen Husten klagt. Die Beschwerden verschlechtern sich in warmen, schlecht gelüfteten Räumen und verbessern sich im Freien.
Ein weiteres Mittel ist die Zehrwurzel oder Dreiblättriger Aronstab genannt, in der Homöopathie bekannt unter seinem lateinischen Namen Arum triphyllum (D6). Charakteristisch Die Charakteristik des Mittels zeigt sich in einem scharfen, wundmachenden Schnupfen und blutroten Schleimhäuten. Dieser Schnupfen ist begleitet von einem heftigen Jucken in der Nase, das den Patienten zum Nasebohren oder Kniebeln zwingt bis dahin das es blutet. Paradox ist, das obwohl die Nase ständig läuft, sie doch verstopft ist oder zumindest ein Verstopfungsgefühl besteht. Geatmet werden kann nur mit offenem Munde. Der Schnupfen verschlimmert sich in der Wärme und durch Hinlegen.
Die Küchenschelle oder besser bekannt unter ihrem homöopathischen Namen Pulsatilla (D6) ist ein Mittel das durch die Wechselhaftigkeit seiner Symptome gekennzeichnet ist. Die Nase ist entweder verstopft, dies häufig in warmen Räumen und besonders abends, oder es besteht einen Fließschnupfen mit milden, dicken gelblich-weißlichen Absonderungen, besonders am Morgen in kühler, frischer Luft. Mal ist die eine Seite der Nase frei, mal die andere. Besteht der Schnupfen schon chronisch, so findet man auch grünlichen Schnupfen mit käsig riechenden Borken in der Nase, einen Verlust des Geruchsvermögens und gelegentlich Nasenbluten. Oft wird ein drückender Schmerz an der Nasenwurzel beklagt und es kann zum Übergreifen auf die Stirnhöhle kommen. Die mental wechselhafte, launische Stimmung des Patienten und das Verlangen nach frischer Luft runden das Mittelbild ab.
Luffa operculata (D6) ist das klassische Mittel für den Stockschnupfen. Bei Nasenkatarrhen tritt allgemein starke Müdigkeit und ein vermehrtes Durstgefühl auf. Der Stockschnupfen kann von einem dumpfen, drückenden Kopfschmerz im Stirnbereich begleitet werden, der zum Nacken hin zieht.
Über den allergischen Schnupfen könnte man sehr umfassend philosophieren. Die vorgestellten Mittel können natürlich auch in akuten Krisen bei allergischem Schnupfen helfen. Generell sollte dem Problem durch eine konstitutionelle Behandlung vorgebeugt oder zu Leibe gerückt werden, die man einem kompetenten Homöopathen überlassen sollte. Für Laien gibt es die Möglichkeit eine „Eigenblutnosode“ herzustellen, die eine Stabilisierung des Immunsystems bewirken kann. Dazu nimmt man in der Heuschnupfensaison einen Tropfen Blut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen ab und bringt diesen in ein 10ml Fläschen, dass mit reinem 30%igem Alkohol gefüllt ist. Man bekommt solche kleinen Flaschen ohne weiteres in Apotheken zu kaufen. Nun verschließt man diese Flasche, schüttelt sie 30mal gut und hat damit die Stammlösung C1. Im gleichen Mischungsverhältnis wird nun weiter potenziert. Das heißt man nimmt aus dem Fläschen C1 einen Tropfen und bringt ihn in ein zweites mit 10ml Alkohol gefülltes Fläschen, verschüttelt dieses wiederum 30mal und hat die C2, nimmt von der C2 wiederum einen Tropfen um ihn in ein drittes Fläschen zu bringen usw. Diese Vorgehensweise entspricht der Einglasmethode nach Korsakoff und lässt sich beliebig fortführen. Man potenziert bis zu einer C18 oder höher und benutzt dann diese Eigenblutnosoden als homöopathische „Desensibilisierung“.
Noch in der kalten Jahreszeit, d.h. Dezember/Januar beginnt man dann diese Kur: Die unteren Nosoden C1-C5 werden weggelassen, man beginnt mit der C6 1 Woche lang morgens nüchtern 5 Tropfen, danach folgt eine einwöchige Pause. Als nächstes kann man mit der C8 weitermachen, 10Tage lang jeden zweiten Tag 5 Tropfen morgens usw. bis man bei der C18 angekommen ist. Die ungeraden Potenzen werden dabei ausgelassen. Methodiken und Abwandlungen der Einnahmeschemas dieser Art gibt es einige, für welche man sich entscheidet, bleibt einem selbst überlassen. Wichtig dabei ist, dass die potenzierten Flaschen im Kühlschrank aufbewahrt werden und vor jeder Entnahme kräftig geschüttelt wird. Bei der Allergiebehandlung ist es außerdem wichtig, diätetische Maßnahmen zu ergreifen. Das Wort Diät stammt aus dem Griechischen und wird übersetzt im Sinne von Ordnung halten: im Denken, Verhalten und im Essen.
Hahnemann selbst formulierte schon vor 200 Jahren den Leitsatz „Er (der Arzt) ist zugleich ein Gesundheit-Erhalter, wenn er die gesundheitsstörenden und krankheitserzeugenden und –unterhaltenden Dinge kennt und sie von den gesunden Menschen zu entfernen weiß“ (§4 Organon der Heilkunst). Ist dieses Bewusstsein beim Menschen gereift, wird er sein Leiden überwinden können.
Quellen:
G. 
- Köhler, Homöopathie Bd. II,
S. Hahnemann, „Organon der Heilkunst“,
Die Autorin Kathrin Hettasch ist Heilpraktikerin und praktiziert Klassische Homöopathie in 01069 Dresden Liebigstrasse 16A, Tel. 0351/2673075 oder 0172/5982829.






