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Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Starke Argumente für Bio
Autor:Ralf Alsfeld (27.04.2004)

Ökologie: Starke Argumente für Bio
Ökologie: Starke Argumente für Bio

Biolandbau
damit wir TIERE nicht nur
„zum Fressen gern“ haben!


Oft ist der Hahn im Käfig statt im Korb und hat das Ferkel kein Schwein gehabt. Wenn Tiere zur Massenwaree werden, schmerzt dies auch den Bauern. Auf der Strecke bleiben ethische Werte sowie Geschmack und Gesundheit.

• Tiere sind Mitgeschöpfe. Biobauern halten sie möglichst artgerecht.
• Erkrankte Biotiere werden bevorzugt mit Naturheilverfahren behandelt.
• Artgerechte Tierhaltung bedeutet auch Krankheitsvorsorge. Hormone zur Vorbeugung und Antibiotika als Masthilfe oder vorbeugendes Medikament sind im Biolandbau verboten.
• Im Biolandbau stehen Gesundheit, Vitalität und Widerstandskraft der Tiere als gleichrangige Ziele neben der Leistungsfähigkeit. Antibiotika zur Leitungssteigerung sind absolut tabu. Das Biofutter wird überwiegend im eigenen Betrieb erzeugt, so weiß der Bauer, was seine Tiere fressen.

Biolandbau
damit QUALITÄT kein leeres Versprechen ist!


Mit jedem Einkauf beeinflussen Konsumenten die Qualität des Lebens-mittelangebotes. Sie können Ware mit minderer Qualität oder unerwünschten Eigenschaften zum Ladenhüter degradieren und Produkte hoher Qualität auf die Bestsellerliste setzen. Qualitätsziele für Lebensmittel aus dem im Biolandbau sind Naturbelassenheit, Nährstoffreichtum und Schadstoffarmut.

• Biogemüse ist nitratärmer, und die Pestizid-Belastung bei Biogemüse und Obst ist wesentlich geringer, aufgrund der allgemeinen Umweltbelastung aber nicht auszuschließen.
• In Biofleisch sind weniger Arzneimittelrückstände zu erwarten: Werden beim Biotier Arzneimittel eingesetzt, so muss sich die Wartezeit bis zur Vermarktung der Tierprodukte im Vergleich zur herkömmlichen Ware verdoppeln.
• Laut EG-Bio-Verordnung ist Stress vor und während der Schlachtung zu minimieren, dadurch bleibt das Fleisch zart und länger frisch.
• Biofleisch hat einen höheren Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
• Biolebensmittel enthalten mehr Inhaltsstoffe: Biogemüse enthält weniger Wasser und Bioäpfel sind reicher an sekundären Pflanzenstoffen (Phenole) und Vitamin C. Weitere Studien deuten auf höhere Gehalte anderer Nährstoffe hin, die teils die Entstehung von Erbgutschäden bzw. Krebs hemmen oder die Haltbarkeit erhöhen.
• Für die Aromatisierung von Bio-lebensmitteln sind nur natürliche
Aromen und Aromenextrakte erlaubt.
• In der EU sind 310 Zusatzstoffe für die Lebensmittelverarbeitung zugelassen – für Bioerzeugnissen hingegen nur etwa 50 Stoffe.
• Riskante Techniken wie Gentechnik oder ionisierende Bestrahlung sind im Biolandbau verboten.

Biolandbau
damit die WAHLFREIHEIT
in Zukunft erhalten bleibt!


Wir leben in einer geordneten Gesellschaft, die von Normen geprägt ist. Dies schafft Sicherheit und Klarheit. Doch wie farblos und eintönig wird unsere Welt, wenn wir nicht mehr unter verschiedenen Möglichkeiten und Varianten auswählen können.

• Biobetriebe dürfen und wollen keine Gentechnik einsetzen. Damit ist der Biolandbau eine verlässliche Alternative für Lebensmittel ohne gentechnische Veränderungen.
• Rohstoffherkunft, Zusammensetzung und Herstellungsverfahren eines Lebensmittels sind oft undurchsichtig. Im Biolandbau müssen alle ver- und zugekauften Betriebsmittel dokumentiert werden. Für Bio-Produkte ist zudem eine Volldeklaration der verwendeten, Zutaten und Zusatzstoffe vorgeschrieben.

Biolandbau
damit die ARBEIT sich noch lohnt!


Seit 1950 gingen in der deutschen Landwirtschaft mehr als 3,5 Mio. Arbeitsplätze verloren. Immer weniger Bauern wirtschaften auf immer größeren Flächen. Sinkende Erzeugerpreise, steigende Betriebsmittelausgaben und fehlende Hofnachfolge führen dazu, dass immer mehr Betriebe aufgrund fehlender Perspektiven aufgeben.

• Die Umstellung auf Biolandbau verbessert die Perspektive bestehender Höfe.
• Durch die Betriebsumstellung wurden 60 Prozent mehr Arbeitsplätze für Familienmitglieder, feste Mitarbeiter und Auszubildende geschaffen.
• Insbesondere Biobauern gestalten neue Vermarktungswege wie Hofläden, Lieferservice, Hofbäckereien, Hofmolkereien, eigene Brauereien oder gastronomische Einrichtungen.
• Neben der Lebensmittelerzeugung übernehmen Biobauern für die Gesellschaft die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft und Aufgaben im Umwelt- und Naturschutz und schafft neue Arbeitskräfte in nachgelagerten Bereichen.
• Ca. 500 Landwirtschaftsspezialisten stellen durch ihre Arbeit die im Biolandbau vorgeschriebenen Kontrollen und die Biozertifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe sicher.

Biolandbau
damit auch BAUERN „artgerecht“ leben können


Die Bewirtschaftung eines Biohofs erfordert einen überdurchschnittlichen Einsatz der Biobauern und Bäuerinnen.
Dieser Einsatz wird durch große Handlungsfreiheit, einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und gesellschaftliche Anerkennung belohnt.

• „Bio“ schafft eine höhere Identifikation mit der eigenen Arbeit.
• Biobauern und Bäuerinnen arbeiten häufig in einer vielfältigen Betriebsstruktur statt sich einseitig zu spezialisieren. Neue Betätigungsfelder wie Ferienwohnungen, Hoffeste, Seminare oder Erlebnis- und Kinderangebote sorgen für Abwechslung und fördern die Vertrauensbildung zwischen Bauern und Kunden.
• Der Biobauer reflektiert seine Wirtschaftsweise ständig, daher wird seine Arbeit besonders anspruchsvoll.
• Die Stärkung der biologischen Regelsysteme macht den Biobauern unabhängig von chemischen Patentlösungen der Agrarindustrie.
• Der Verzicht auf Pestizide schont die Gesundheit.

Biolandbau
damit wir für ein gutes KLIMA Energie sparen!


Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts durch die Treibhausgase um 0,7° Celsius erhöht. Dies hat fatale Folgen: die Klimazonen verschieben sich, Gletscher schmelzen, Hochwasserkatastrophen nehmen zu usw.

•Biolandbau reduziert den Ausstoß von klimaschädigenden Gasen. Wissenschaftler führen dies auf sparsameren Umgang mit fossilen Energieträgern, verringerten Kraftfuttereinsatz oder einen kleineren Viehbesatz zurück.
• Der Biolandbau hat einen geringeren Viehbesatz als konventioneller. Der Ausstoß des im Magen von Wiederkäuern oder bei der Mistlagerung entstehenden Methans ist dadurch auf die Fläche bezogen geringer. Da Biobetriebe synthetische Pestizide und leichtlösliche Stickstoffdünger gar nicht und Kalium- und Phosphordünger nur begrenzt einsetzen, ist der Energieverbrauch für die Herstellung solcher Stoffe insgesamt um das 21fache niedriger.
• Biobauern setzen besonders auf regionale Vermarktungswege wie Direktvermarktung, Lieferservice usw. und sparen dadurch Energie.

Biolandbau
damit die NATUR im nächsten Frühjahr nicht verstummt!


Die Eingriffe des Menschen in die Natur sind insbesondere dann schädlich, wenn die Selbstregulierungskräfte zerstört werden.
Wie tiefgreifend solche Auswirkungen bereits heute sind, zeigen nicht nur die aktuellen Klima- oder Hochwasserprobleme, sondern auch das zunehmende Artensterben.

• Viele Biobauern legen Feldraine, Hecken und Buntbrachen an, in denen Klein-Biotope mit blüten- und artenreichen Pflanzenbeständen entstehen. Solche Orte bevorzugen Nützlinge, die durch ihren Schädlingsfraß die Agrarchemie ersetzen.
• Biolandbau schützt Feldvögel.
• Im Boden einer Biofläche findet man 50 bis 80 Prozent mehr Regenwürmer als im Boden mineralisch gedüngter Flächen. Auch die Anzahl von Insekten wie Laufkäfer, Spinnen, Tausendfüßler, Wanzen und Milben als Nützlinge oder Nahrungsgrundlage für andere Tiere ist signifikant deutlich höher.
• Die Artenzahl der Ackerbegleitkräuter ist im Biolandbau deutlich erhöht.

Biolandbau
damit wir nicht den BODEN unter den Füßen verlieren!


Der Boden ist das wichtigste, unersetzbare „Kapital“ des Bauern. Gegenüber späteren Generationen besteht die Verpflichtung, den Boden nachhaltig zu pflegen. Biolandwirte schützen den Boden vor Verschmutzung, Auslaugung, Verdichtung, Versiegelung und Erosion.

• Die EG-Bio-Verordnung und die Richtlinien der Bioanbauverbände schreiben eine standortangepasste Fruchtfolge vor. Damit der Boden möglichst ganzjährig bedeckt bleibt, verwenden Biobauern Untersaaten im Getreideanbau, Ackerfutter als Nachfrucht und belassen Ernterückstände über Winter auf dem Boden. Diese Faktoren reduzieren die Bodenerosion.
• Die im Biolandbau aufgebaute organische Masse wirkt einer Erosion entgegen. Gleichzeitig verzögern die organische Masse, der verminderte Düngereinsatz und der geringere Viehbesatz die Versauerung des Bodens.
• In mehreren Vergleichsstudien wurden in den Böden der Bioäcker fast doppelt so viele Regenwürmer, Insekten und Spinnen nachgewiesen. Durch den Aufschluss der Nährstoffe erhöht sich die Bodenfruchtbarkeit – die Nährstoffe sind so für Pflanzen besser verfügbar.

Biolandbau
damit uns nicht das WASSER abgegraben wird!


Jeder Bürger verbraucht im Durchschnitt 140 Liter Trinkwasser am Tag. Für Trinkwasser gelten strenge Vorgaben hinsichtlich der Reinheit.
Der Biolandbau belastet die Gewässer von allen Landbewirtschaftungsformen am wenigsten mit Phosphaten, Stickstoffverbindungen und Schwefeldioxid.

• Der Biolandbau begrenzt die Anzahl der Tiere pro Fläche. Anfallende Gülle und Mist sind daher wertvoller Dünger und kein Abfallprodukt, das auf den Äckern „entsorgt“ werden muss.
• Auch Flüsse und Seen profitieren vom Biolandbau: Im Umfeld von biologisch bewirtschafteten Ackerflächen sind die Gewässer weniger mit Pflanzenschutzmitteln belastet.

Biolandbau
damit uns nicht die LUFT ausgeht!


Pflanzen binden große Mengen Kohlendioxid und filtern Schadstoffe aus der Luft. Die Landwirtschaft setzt aber auch die Treibhausgase Kohlendioxid, Methan, Lachgas und das indirekt wirkende Ammoniak frei. Ammoniak stammt vorwiegend aus der Gülle oder Jauche der Tiere sowie von leicht löslichen Mineraldüngern.

• Die Veröffentlichung einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zeigt: Biobetriebe setzen 44 bis 85 Prozent weniger Ammoniak frei als konventionelle Betriebe unterschied- licher Produk-tionsintensität.
• Im Biolandbau wird weniger intensiv gedüngt, z.B. wird keine Gülle aus Massentierhaltung oder leichtlöslicher Stickstoffdünger angewendet. Dass damit weniger Stickstoff in Form von Ammoniak in die Luft übergeht, ist wissenschaftlich nachgewiesen. Die Ammoniakverluste waren demnach auf den Bioflächen um etwa 60 Prozent und die Lachgasabgabe um 45 Prozent geringer.
• Auch der Kohlendioxid-Ausstoß von Biobetrieben ist auf den Hektar bezogen um 50 Prozent niedriger. Der Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger und Pestizide, der geringere Eintrag von Phosphor und Kalium und der geringere Einsatz von Kraftfutter wirken sich auch hier positiv auf die CO2-Bilanz aus.

Ralf Alsfeld / BIOLAND e.V.
55116 Mainz, Kaiserstraße 18
Tel.: 0 61 31/2 37 97-0, Fax: -27
E-Mail: info@bioland.de,

weitere Infos:www.bioland.de

Autor:Ralf Alsfeld (27.04.2004)

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