Eine ebenso außergewöhnliche Demonstration schamanischer Heilkräfte erlebt der Zuschauer am Ende des Films. Schamanen aus aller Welt sind zu einem Treffen zusammenkommen. Unter ihnen Don Agustin Rivas und die Koreanerin Hi-ah Park. Clemens Kuby wird Zeuge, wie verschiedene Heilmethoden überhaupt keine Medizin oder Eingriffe brauchen. Hi-ah Park, die koreanische Schamanin, heilt allein durch ihren Tanz.
Ihr Tanz ist Heilung
| Hi-ah Park Hingabe: Ihr Tanz ist Heilung |
Zwei Jahre später sucht ihn der Regisseur Clemens Kuby erneut auf und fragt ihn nach seinen Lebensgewohnheiten. „Alles ist so wie an diesem Nachmittag nach dem Tanz von Hi-ah Park“, berichtet er. Er hat nie mehr Drogen genommen, keinen Alkohol mehr getrunken, keine Zigarette mehr angerührt. Jeder Tag seines Lebens ist ihm wertvoll. Clemens Kuby fragt ihn, was er dafür tut, ob er besonders achtsam sein muss oder bestimmte Regeln befolgt. Uwe beruft sich lediglich auf sein verändertes Bewusstsein: „Ich kann nicht sagen, dass es mich anstrengt oder einer besonderen Disziplin bedarf. Ich habe einen anderen Blick auf mein Leben. Mein Bewusstsein ist heute ein anderes als vor dem Tag mit Hi-ah Park. Aber ich kann mir bis heute nicht erklären, was sie mit mir gemacht hat.“
Was war in ihrem Tanz passiert? Die Schamanin hat ihn eine Liebe erfahren lassen, die keine Bedingungen stellt. Nicht einmal die, den Anderen zu kennen. Sie hat sich mit seiner Seele verbunden und nachgespürt, was er braucht: „Ich habe die Verzweiflung in ihm gespürt und die Suche nach einem Ausweg. Sein Zufluchtsort waren Drogen und Alkohol. Ich habe die Sehnsucht seiner Seele gespürt, die tiefe Sehnsucht nach einem Ort der Harmonie. So habe ich seine Seele an einen Platz geführt, an der sie absolute Harmonie empfindet und damit eine Veränderung in seinem Bewusstsein erlangt.“
„Ich wünsche, dass die Menschen erkennen, dass es Medizin nicht nur in der Apotheke gibt, sondern dass sie selbst die Kraft zur Heilung haben.“
Dem Unbegreiflichen eine Chance geben
| Hi-ah Park Einweihung |
Hi-ah Park zeigt einen wundervollen Weg, die verschütteten Lebensenergien in uns zu wecken und uns damit von negativen Bindungen zu befreien. Jeder kann lernen diese neue Kraft in seinen Alltag zu integrieren. So wird das tägliche Leben kreativer und vielschichtiger, wir werden in jedem Moment durchdrungen von der immer präsenten Lebenskraft.
Der Schamanismus zeigt uns eine andere Wirklichkeit, komplexer und mystischer, als wir sie uns in unseren kühnsten Träumen vorstellen können. Er ist eine alte (archaische) Heilkunst, und Hi-ah Park wird uns einen neuen Weg aufzeigen, diese Räume zu betreten. Unterwegs in die nächste Dimension zu sein heißt, dem Unbegreiflichen eine Chance zu geben.
Die Süddeutsche Zeitung sprach mit der 60-Jährigen, die aussieht wie 40:
Sie sehen ja ganz „normal“ aus ...
Da bin ich aber froh. Schamanin ist ja auch kein 24-Stunden-Job. Außerhalb der Arbeit bin ich ein ganz gewöhnliches menschliches Wesen.
Ist denn Schamanin ein Beruf, den man sich aussucht?
Es verhält sich umgekehrt: Der Beruf sucht sich einen aus. Ich hatte nie die Absicht, Schamanin zu werden. Ursprünglich war ich Hofmusikerin und Tänzerin am Koreanischen Institut für Klassische Musik. Danach gab ich Tanzvorlesungen in den USA; nach einem Ratschlag meines Lehrers an der University of California begann ich mich wissenschaftlich mit Schamanismus zu befassen. Dann setzten meine Initiations-krankheiten wieder ein.
Initiationskrankheiten?
Das heißt, der spirituelle Körper kann sich nicht entfalten. Er zieht sich zurück und spinnt sich wie in einem Kokon ein. Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft, aber er weist dir die Richtung. Denn aus dem Kokon kann ein Schmetterling schlüpfen.
Was ist Ihnen passiert?
Mit 19 hatte ich meine erste Krankheit: Ich bekam einen Tumor, der mich völlig bewegungsunfähig machte, bis er plötzlich wieder verschwand. Mit 33 erlebte ich monatelange Schlaflosigkeit. Acht Jahre später konnte ich mich vor Schmerz nicht bewegen. In dieser Zeit hatte ich Visionen, die mir zeigten, dass ich zurück nach Korea musste.
Und dann?
Ich wurde einer bekannten Schamanin vorgestellt. Sie erklärte mir, dass ich mich dem schamanistischem Ruf zweimal versagt hätte; wenn ich jetzt Widerstand leisten würde, musste ich sterben. Zwei Wochen später unterzog ich mich dem Initiationsritus.
Wie sieht der aus?
Es ist eine sehr komplizierte, eintägige Zeremonie, bei der ich auch Prüfungen bestehen musste. Am Schluss fühlte ich mich wie verwandelt, und ich tanzte auf scharfen Klingen.
Was tut eine Schamanin?
Um es allgemein auszudrücken: Ich führe die Menschen zu ihrem Selbst und ihrer ursprünglichen Kraft zurück. Dabei helfe ich ihnen, Spannungen und Blockaden abzubauen und negative Gefühle auszudrücken, etwa über rituelle Tänze und ähnliche Übungen.
Gehen Sie selbst ins Kino?
Ich liebe Filme. Tiger & Dragon etwa ist großartig. Aber ich komme viel zu selten dazu. Die Menschen, die ich kennenlerne sind mein wahrer Film.
Hi-ah Park
Hi-Ah Park wurde in Korea geboren. Als kleines Kind wurde sie Zeuge einer schamanischen Zeremonie im Haus ihres Nachbarn. Sie war zutiefst fasziniert von den Tänzen und Gesängen, ohne zu wissen was Schamanismus ist. Aufgrund ihrer streng christlichen Erziehung behielt sie dieses Erlebnis in ihrem Herzen Jahrzehnte versteckt.
Sie studierte am College of Music der Seoul National University, vertiefte ihr Hauptstudium in Ethnomusik an der University of Washington und erhielt ihr Master Degree an der University of California in Los Angeles. Sie hielt Vorlesungen an den Universitäten in Washington und Los Angeles. Sie lehrte am Trinity College in Connecticut an den Fakultäten für Theater und Tanz, Religion und Musik. Immer wieder kehrten Ihre Gedanken zurück an das schamanische Erlebnis in Ihrer Kindheit. Daher begann sie sich systematisch mit Schamanismus zu beschäftigen. Ihr Interesse war anfänglich künstlerisch motiviert, doch nach mehreren schweren Krankheiten wurde ihr Durst nach spiritueller Erfüllung immer stärker.
Mit 41 wurde sie schließlich als Manshin, koreanische Schamanin, eingeweiht. Seit dem leitet sie schamanische Rituale und praktiziert ihren selbst entwickelten Ekstasetanz, um in Trance in einen Zustand des Eins-seins zu geraten. Seit ihrer Initiation als Schamanin im Jahre 1981 führt sie weltweit rituelle Tänze und Trance-Tänze auf. Hi-Ah Park hält Workshops und Vorträge zu den Themen Spirituelle Heilung und Ekstasetechniken in den USA, Korea und Europa.
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