Bräuche
Durch den Jahresbeginn hatten Prophezeiungen am Abend des Samhain Hochkonjunktur. Jetzt, wo alle von den Arbeiten draußen wieder da waren, seit langem erstmals wieder in Ruhe beisammen saßen und ein halbes Jahr häusliche Gemeinschaft bevorstand, galt natürlich das Interesse dem sozialen Zusammenleben. Besonders wichtig waren dabei Höhepunkte wie Hochzeiten, Reisen, Wohlergehen und Tod.
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Vor allem die Frage der bevorstehenden Vermählungen beschäftigte die Leute, weshalb es auch zahlreiche Methoden gab, diese herauszufinden. Heute noch bekannt ist der Ring im Kuchen: Wer den eingebackenen Ring in seinem Stück fand, dem sollte traute Zweisamkeit bevorstehen. Haselnüsse und Getreidekörner galten als Symbole, um über die Zukunft einer Verbindung auszusagen. Wurden zwei davon ins Feuer gelegt, so galt es zu hoffen, dass sie ganz einfach verbrannten – das bedeutete Bestand für die Ehe. Sprang dagegen eins aus dem Feuer, dann besagte das die Untreue eines Partners. Für die vorausgesagten Eheschließungen gab es noch eine Bedenkzeit von einem halben Jahr. Geheiratet wurde üblicherweise ein halbes Jahr später zu Beltane – man sprach dem Frühjahrsfest mehr Fruchtbarkeit zu.
Die Rückkehr der Ahnen
Samhain stand neben den geselligen Bräuchen auch noch unter einem zweiten Zeichen: dem Bruch im Zeitengefüge. Der Periode des Lichtes im Jahreslauf folgte nun die Periode der Dunkelheit. Da das alte Jahr mit Einbruch der Dunkelheit endete und das neue erst mit dem nächsten Tagesanbruch begann, war somit die dazwischen liegende Nacht ein Freiraum.
Es ist ein guter Zeitpunkt, um an die eigene Sterblichkeit zu denken. Denn in dieser Nacht, so sagt man, ist der Schleier zwischen den Welten am dünnsten, und die toten Seelen besuchen ihre lebenden Verwandten. Man sagte, dass die Toten an diesem Abend die Möglichkeit hätten, an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren. Da es sich um hochverehrte Ahnen handelte, standen die Lebenden dem Ereignis mit gemischten Gefühlen gegenüber – mit Achtung und mit Scheu. Grundsätzlich hatten die Kelten ein recht unbefangenes Verhältnis zum Tod. Sie fürchteten weder das Sterben noch die Verstorbenen. Da aber zuviel Unerklärliches damit verbunden war, blieb doch eine gewisse Zurückhaltung.
Aus diesem Grund wurden auch zweierlei Speisen und Getränke für die Besucher aus der anderen Welt zurechtgestellt. Zum einen wollte man die Toten, die sich hier versammelten, ehren. Zum anderen versuchte man sie dadurch abzuhalten, irgendwelchen Schaden an Haus und Bewohnern anzurichten. Den Besuch der Ahnen machten sich arme, hungrige Mitbürger zunutze. Sie verkleideten sich schaurig, um berechtigt zu erscheinen, die bereitgestellten Gaben verzehren zu dürfen. Das blieb natürlich nicht verborgen, so dass gutmütige Menschen noch zusätzlich etwas für die Nichtshabenden hinstellten.
Halloween
Im Zuge der Christianisierung war es nahezu unmöglich, die Menschen, welche den neuen Glauben annehmen wollten, auch davon zu überzeugen, von ihren alten heidnischen Bräuchen zu lassen. So wurden alle wesentlichen Feste des Jahres geändert. Papst Gregor IV. verfügte bereits im Jahre 837, dass in Umwandlung von Samhain ebenfalls Tote geehrt werden sollten, und benannte den 1. November als Allerheiligen, gefolgt von Allerseelen am 2. November. Solcherart wurde Samhain als Vorabend zu Allerheiligen und Allerseelen der Wind aus den Segeln genommen, und die Menschen mussten sich in ihren Feierlichkeiten nicht allzusehr umstellen.
Die Toleranz gegnüber dem Althergebrachten hielt nicht lange an, der Samhain - Gedanke jedoch ließ sich nicht zurückdrängen. So führten die Protestanten, in deren Gebiet die keltischen Bräuche fielen, im 16. Jahrhundert All Hallowed Evening - verkürzt Hallowe’en - als christliche Feier ein. Der Versuch scheiterte auf Dauer, zumindest auf dem Gebiet der heutigen USA. Vorwiegend die dort lebenden Iren kehrten sukzessive zum alten Brauchtum zurück. Sie haben es erheblich modernisiert und das heutige Halloween in Amerika daraus gemacht. Am „Halloween“, dem Vorabend der Heiligen (engl.: hallows) wird ein ausgelassenes Brauchtum gepflegt. Mit dem ursprünglichen Anlass hat dies allerdings nur noch wenig zu tun. Es ist eher eine Mischung aus Karneval, Walpurgisnacht und Silvester in Verbindung mit ausgehöhlten Kürbissen – ein Party-Gag oder eine Art Winterkarneval.
Wer heute ein Ritual zu Ehren der Ahnen feiern möchte, kann dies am 5. November 2002 um 19 Uhr am Labyrinth im Großen Garten in Dresden tun.
Halloween – Brot
500g Mehl
1 Tasse Milch
1 WürfelHefe
Alle Zutaten zu einem Hefeteig verkneten und 20min gehen lassen. Mit 250g Sultaninen, 125g Korinthen, 50g Orangeat, einem halben Teelöffel Zimt und einem halben Teelöffel Muskat vermengen. Das Wichtigste dabei ist, im Teig muß ein goldener Ring versteckt werden. Den Teig eine halbe Stunde bei 220 Grad backen und mit aufgelöstem Puderzucker übergießen. Wer den Ring bekommt, heiratet nächstes Jahr.
Kürbis-Suppe
(Zutaten für 8 Personen)
750g Kürbis
1l Hühnerbrühe
1 EL Butter
1 EL Mehl
2 EL brauner Zucker
Zuerst den Kürbis schälen, entkernen, in große Würfel schneiden und 15min kochen. Anschließend die Masse durch ein Sieb rühren und in die Hühnerbrühe geben. Die Butter mit dem Mehl verkneten, mit etwas Brühe anrühren, in die Suppe geben und einmal kurz aufkochen lassen. Dabei gut umrühren, damit sich keine Klumpen bilden. Anschließend mit braunem Zucker, Salz, Pfeffer, Ingwer und Zimt abschmecken. Den Schinken in feine Streifen schneiden und dazugeben. Kurz vor dem Servieren die Sahne unterrühren und mit einem Schuß Sahne obendrauf garnieren.






