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Rituale
Wir berichten über Rituale und Jahreskreisfeste.
Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Rituale sind ein menschheitliches Phänomen. Sie ermöglichen durch den Umgang mit Grundfragen der Existenz das menschliche Miteinander. Dazu zählen Sicherheit, Ordnung ebenso wie die Sterblichkeit. Sie vermögen die Welt einfacher und handhabbarer zu machen und erleichtern Entscheidungen. Manchmal verkehren sich ihre Wirkungen aber auch ins negative, dann setzt Ritualkritik ein.
Es gibt
- Zyklische Rituale, die dem Kalender folgen. (z.B.: Sonnenwendfest)
- ereignisbezogenen Rituale, die z.B. bei bestimmten Krisen Anwendung finden.
- Lebenszyklische Rituale, z.B. Initiationsrituale (bei Geburt, Mannbarkeit etc.)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ritual
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| Vorlesen: Von allen Kindern geliebt - das Vorlesen
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Alltagsrituale geben Kindern Halt und Sicherheit
Die kleine Hand meiner vierjährigen Tochter liegt offen in meiner Hand, mit der anderen klatsche ich sanft im gleichförmigen Rhythmus meiner Stimme:
„Da hast ´nen Taler,
geh auf den Markt,
kauf dir ´ne Kuh,
ein Kälbchen dazu,
Kälbchen hat ein Schwänzchen,
dideldideldänzchen.“
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Das Leben mit den Zyklen der Erde in Einklang bringen
„Wir gehen zu diesem Fest an unsere Quelle im Wald. Inzwischen sind wir schon kundig beim Entzünden eines Feuers, über das wir springen wollen.
Vielleicht schreiben wir auch unsere Wünsche wieder auf ein Blatt Papier und verbrennen sie. Auch Dinge, die uns belasten, können wir so von uns geben. Eine Frau hat einen Korb mit Gemüse und Obst mitgebracht. Wir opfern es symbolisch. So gedenken wir gemeinsam des letzten Jahres und stellen uns auf die dunkle Jahreszeit ein.
Ein bißchen wehmütig wird uns dabei schon. Denn jetzt ist die Zeit im Sonnenschein vorbei, zumal bei uns im Erzgebirge schon recht bald mit Nebel, Kälte und Schnee zu rechnen ist. Manche Frauen haben Angst vor der Zeit, weil sie sich einsam und abgeschnitten fühlen. Wir ermutigen sie, die Zeit mit uns zu verbringen, sich gemeinsam Licht zu geben. Denn diese Zeit bringt uns auch Ruhe und Geborgenheit. Wir können gemeinsam Lesen, Stricken, Basteln oder Erzählen, uns ans Feuer zurückziehen.
Haben Sie schon mal in einem verschieferten Haus geschlafen? Der Wind bringt die Schiefer zum Klappern, es wird heimelig und kuschelig.“
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Kalender für März/April 2006
In schnelllebigen Zeiten, in Hast und Eile, suchend nach Halt und Antworten, besinnen sich immer mehr Menschen auf altkulturelles. Zu allen Zeiten, damals wie heute, feierten die Menschen Ihre Feste und orientierten sich so bewusst an den Kreislauf des Lebens, der Natur, innen wie außen. Ob Juden, Christen, Moslems, Kelten, Schamanen oder Heiden, sie alle feiern, ehren, huldigen und danken in ihren Festen auf dem „Tanz auf dem Jahresrad“. Rituell sind wir alle, beginnend mit einem christlichen Taufritual in der Kirche, dem Zubettgehritual für die Kinder, das Beten vor den Mahlzeiten, die Hochzeit, das letzte Geleit.
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| Brauchtum im Jahreskreis: Weihnacht
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Die Weihnacht ist ein Fest, welches schon unseren Urahnen heilig war. Sie nannten es Jul, was soviel wie Rad bedeutet und für das Rad der Zeit steht, welches an diesen Tagen kurz stillsteht. Daher auch der Begriff der „stillen Nacht“. Viele der überlieferten Bräuche lassen sich nur aus Sicht des Schamanismus und der Naturreligion erklären.
Vor dem eigentlichen Fest ist die Adventszeit, und es war üblich, zu diesen vier Sonntagen sich die vergangenen Vierteljahre anzuschauen und sich zu überlegen, was gut war und was man besser machen könnte. Das Fest selbst ging früher länger, es dauerte vom 21. Dezember, der eigenlichen Sonnenwende, bis in den Januar hinein, meist bis zum 6. Januar.
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Was sich die Amerikaner als Leihgabe entlehnt haben und was das Christentum zu einem seiner bedeutendsten Feiertage gewandelt hat, ist mehrere Tausend Jahre alt und europäisch: Samhain.
Der Vorläufer von Halloween wurde auf Irland schon vor 5000 Jahren gefeiert und zählt so zu den ältesten Festtagen der Menschheit. In der Tat markiert der 31. Oktober einen starken Einschnitt: das Ende des Jahres. Nun beginnt das neue Erdjahr.
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Vom Wert ritueller Handlungen bei der Geburt
Ungefähr 280 Tage Zeit lässt uns die Natur, die wohl wichtigste Verwandlung in unserem Leben zu vollziehen, während der ein Fötus zum Kind wird. Zeitgleich und engstens damit verwoben wird eine Frau zur Mutter. Die Geburt des Kindes beendet diesen Prozess mit dem Übergang beider in einen neuen Seinszustand, in eine neue Lebensstufe. Schon seit mehreren Jahrtausenden und in allen Kulturen wird die Geburt daher als Übergangsritual schlechthin mit einer Reihe von rituellen Handlungen begleitet und gefeiert. Sie sollen helfen, Ängste und Unsicherheiten während dieses großartigen und für viele geheimnisvollen Wendepunktes zu mildern und den Übergang zu erleichtern.
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| Walpurgisnacht: Hexentanz
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Beltane-Walpurgisnacht
Beltane – oder auch Walpurgisnacht – wird traditionell in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert. Es ist das Fest des wiedererwachten Frühlings, an dem Sonne und Erde eine innige Verbindung eingehen – die heilige Hochzeit des Männlichen und Weiblichen. Für mich ist das eine der schönsten Nächte des Jahres. Endlich wird es wärmer, überall ist es richtig frisch grün und alles duftet schon nach Sommer. Ein wunderbares Gefühl. Wie feierten nun unsere Urahnen dieses Fest?
In langen Prozessionen wurden die Felder abgeschritten und die neue Fruchtbarkeit begrüßt. Ein Baum – meistens die Birke und manchmal die Weide – wurde von den jungen Männern und Frauen bei Gesängen und Tänzen mit bunten Bändern geschmückt. Vielleicht heißt es deshalb heutzutage: Anbandeln? Der Maibaum und der Maitanz sind Überbleibsel dieses alten Festes. Der Maibaum symbolisiert den männlichen Phallus und der Kranz steht für die weibliche Vagina, damit wurde die Fruchtbarkeit der Natur gefeiert. Auch heute wird fast überall „in den Mai“ getanzt.
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| Feuerwerk: Knallerei zum Jahreswechsel
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Silvester – dieses Wort hat bei uns Kindern damals immer eine riesige Vorfreude ausgelöst. Wir konnten wach bleiben bis zur Geisterstunde um Mitternacht, wir durften laut sein und schon mal etwas Sekt naschen. So war das auch bei meinen Kindern. Auch wenn sie immer etwas ungläubig in die Runde schauten, wenn die Erwachsenen Punkt 24 Uhr unter lauten Prositrufen die Sektgläser zusammengeschlagen haben.
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| Weihnachtsbaum: Festlicher Schmuck zum Julfest
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Wissen sie eigentlich, was Sie da feiern?
Seien Sie mal ehrlich – den Begriff Julfest kennen wir doch erst seitdem ein großes schwedisches Möbelhaus aus Fenstern fallende Weihnachtsbäume in der Fernsehwerbung zeigt. Dass dieses Fest im Jahreskreis unserer keltischen Vorfahren gefeiert wurde und inwieweit es bei uns von christlichen Bräuchen überlagert oder vermischt wurde – das wollen wir Ihnen kurz erzählen
Weihnachten ist ein altes deutsches Wort. Das Wort „wjh“ bedeutet ursprünglich „heilig“, daher die analoge Bezeichnung „Heilige Nacht“. Im mittelhochdeutschen heißt die Mehrzahl „wihen nachten“ – geweihte Nächte. Das ist darauf zurückzuführen, dass eigentlich mehrere Nächte, nämlich die Zwölften, gefeiert wurden. Die Nächte um den 21. Dezember erschienen unseren Vorfahren „geweiht“, weil in dieser dunkelsten Zeit des Jahres der lebenssichernde Wechsel erfolgt: die Wintersonnenwende, mit der sich der Sieg von Licht und Wärme über Kälte und Dunkelheit wieder neu anbahnt.
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Wenn in diesen Wochen überall in den evangelischen Kirchen die Glocken Jugendliche zur feierlichen Konfirmation rufen, bedient die christliche Kirche damit ein Jahrtausende altes Bedürfnis junger Menschen. In allen Kulturen und Religionen gab und gibt es Rituale, die den Menschen auf seinem Lebensweg begleiten, ihn ordnen, alte Lebensabschnitte beenden und neue begrüßen. Die Konfirmation ist eine wichtiger ritueller Akt der evangelischen Kirche, in welchem den jungen Menschen vor Gott und der Gemeinde ein neuer Status zugeschrieben wird.
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Rituale helfen uns, den Tag, das Jahr und unser Leben zu strukturieren. Besonders hilfreich sind sie, um schwierige Situationen in unserem Leben zu meistern oder Übergänge für besondere Stationen in unserem Leben wie Geburt, Hochzeit, Scheidung oder Tod zu schaffen.
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Die Kelten sind in der Frühgeschichte Mitteleuropas die erste Kultur, die archäologisch und geschichtlich greifbar ist. Zunächst in Mitteleuropa ansässig, expandierten die Kelten insbesondere auch auf die britischen Inseln und nach Irland. Ohne dass die keltischen Stämme eine zentrale Regierungsgewalt besessen hätten, kann man dennoch davon sprechen, dass Europa zu dieser Zeit erstmals eine gemeinsame Kultur besessen hat. Mit der Eroberung Mitteleuropas durch die Römer endete hier die Hochphase der keltischen Kultur. Der römische Einfluss in Großbritannien war dagegen nicht so stark, Irland kam überhaupt nicht unter römische Herrschaft. Mit dem Christentum kam auch die Schrift nach Irland und die ersten Mönche schrieben die Bestandteile ihrer Kultur nieder. Auf diese Art ist uns der Jahreskreis überliefert worden. Seine Feste, zum Teil christlich überlagert, haben im lokalen Brauchtum europäischer Völker bis heute überlebt.
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