Delphine sind hoch entwickelte und äußerst intelligente Wesen, die unsere Wissenschaftler noch längst nicht vollständig erforscht haben. Doch soviel steht fest. Wenn sich die Kinder mit ihrem Therapeuten ins Wasser begeben, betreten sie eine Welt der Töne, der Pfeiflaute und des clickenden Sonars.
Der Begriff „Sonar“ kommt aus dem Englischen von „Sound Navigation and Ranging“. Delphine besitzen neben dem Geschmacks-, Tast-, Temperatur- und Hörsinn ein aktives Sonar, das zur Erzeugung und Wahrnehmung von Ultraschalllauten - vor allem unter Wasser - dient. Das Prinzip ist einfach: Der Delphin gibt ein gerichtetes Signal ab, das vom Ziel reflektiert wird und zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Dort wird es aufgefangen und analysiert. Das Echo liefert dem Delphin die Information über die Entfernung und die Form des Objektes. So orientieren sie sich am Bodenrelief, welches sie sich merken. Zusätzlich orientieren sie sich über das Bodenmagnetfeld, wie auch die Meeresschildkröten und Wale.
Zur Kommunikation benutzen Delphine alle verfügbaren Mittel. Besonders mögen sie den Körperkontakt. Berührungen und Zärtlichkeiten untereinander sind ihr bevorzugtes Ausdrucksmittel, egal ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Ansonsten verständigen sie sich über Laute. Mit unterschiedlichen Pfeiftönen zeigen Delphine Freude, rufen zur Jagd oder lösen Alarm bei drohender Gefahr aus. Jeder Delphin besitzt bei der Lautbildung spezifische Eigenheiten und Merkmale. Anhand von individuellen Pfiffkontouren sind sie unterscheidbar. Der Frequenzbereich der erzeugten Laute liegt zwischen 100 und 300.000 Hertz.
Entdeckt der Delphin etwas Interessantes, so nähert er sich neugierig und erhöht dabei seine Clickrate pro Sekunde. Das bedeutet eine höhere Genauigkeit des reflektierten Echos und ermöglicht dem Delphin einen detaillierten 3D-Scan, ähnlich wie bei einem Ultraschallgerät, nur um vieles genauer. Die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen haben ergeben, dass der Delphin mit diesem Scan beispielsweise den Herzschlag, den Blutdruck, die Lungen und sogar den Grad der Erregung seines Gegenübers wahrnehmen und dessen Reaktion voraussehen kann. Das ist eine Erklärung dafür, warum Delphine sich behinderten Kindern auf äußerst sensible Art und Weise nähern.
Was passiert bei einer Delphintherapie?
Durch die Ultrabeschallung der Delphine gelangt das Kind in einen Zustand, der jener der Meditation gleicht. Die hier gemessenen Gehirnwellen sind die gleichen wie kurz vor dem Einschlafen. Das ist der so genannte Alpha-Zustand, in dem jeder Mensch besonders aufnahme- und lernfähig ist. Dieser Zustand wird genutzt, um in den folgenden 10-15 Minuten mit dem Kind Übungen durchzuführen, die seine Schwachstellen fördern. Oft liegt das Problem gehirngeschädigter Kinder darin, dass die Informationen des Körpers nicht von der einen Gehirnhälfte zur anderen geleitet werden. Die Brücke zwischen linker und rechter Gehirnhälfte fehlt. Im Alpha-Zustand sind beide Gehirnhälften aktiv und miteinander verbunden. So findet das Lernen in beiden Hemisphären statt und die erreichten Entwicklungsschritte sind dauerhaft. So können bei einem üblichen 3-wöchigen Therapie-Aufenthalt in den USA, Israel, Spanien, Türkei, Ukraine, Hawaii oder Ägypten große Erfolge erzielt werden, die nach außen wie ein Wunder erscheinen.
Doch dahinter steht das Zusammenarbeiten und –wirken von Therapeuten, Eltern, Geschwisterkindern und Delphinen. Genau überlegt werden sollte eine Therapie bei Dolphin Human Therapy (USA/Florida). Deren Konzept basiert auf dem Prinzip, dass die Kinder erst mit dem Delphin interagieren dürfen, wenn sie ihre Aufgaben der Therapieeinheiten korrekt erledigt haben. Der Delphin dient hier als Belohnung, nicht als Therapeut.
Gefangene oder freie Delphine
Bei den meisten Anbietern werden die Delphine in Gefangenschaft gehalten und speziell für diese Therapien dressiert. Dabei stellt sich die Frage, ob der Mensch berechtigt ist, diesen Wesen die Freiheit des Meeres zu nehmen, auch wenn die Heilerfolge so frappierend sind. Delphine leisten ihren „Dienst“ auch aus freiem Willen im offenen Meer. Die Betreiber solcher Projekte sollten ihr Augenmerk nicht nur auf ihre Patienten richten, sondern auch den Delphinen den nötigen Respekt entgegenbringen. Es gibt auch Anbieter mit frei lebenden Delphinen, wie zum Beispiel Dolphin Society (Australien), Human Dolphin Institute (USA/Florida: Panama City Beach), Water Planet (USA).
Alpha Therapie
In der Alpha-Therapie liegt das Hauptaugenmerk in der Ausnutzung der neurophysiologischen Effekte der Delphine. Delphine können durch ihr Sonar im menschlichen Gehirn einen sogenannten Alpha-Zustand auslösen, eine besondere Gehirnwellenfrequenz, in der Lernprozesse um ein vielfaches schneller ablaufen. Es gibt verschiedene Methoden den Alpha-Zustand zu erreichen, eine der mächtigsten ist aber der direkte Kontakt mit den Delphinen im Wasser. Der Forscher David Cole wies in seiner Studie nach, dass der Delphinkontakt bereits in wenigen Minuten einen Alpha-Zustand auslöst, der bei täglichem Delphinkontakt einige Stunden aufrechterhalten werden kann.
Die so genannte Alpha-Therapie entwickelte Norbert Trompisch, der zusammen mit Dr. Ludmilla Lukina und deren Institut an der Krim große Erfolge bei der Behandlung verschiedenster Behinderungen mit Delphinen erzielte.
Die Alpha-Therapie ist ein auf die Effekte der Delphine spezialisiertes Förderkonzept, das die Patienten auf kognitiver, psychischer, motorischer, sozialer und energetischer Ebene anspricht. Diese ganzheitliche intensive Therapie wirkt auf das ganze Wesen des Kindes, bietet die Möglichkeit, gezielt einzelne Fähigkeiten zu fördern und bezieht die ganze Familie mit in die Therapie ein.
Dolphin Space Programm
Genau das ist auch ein wichtiger Teil des Dolphin Space Programmes. Denn oft sind medizinische und psychologische Diagnosen von behinderten Kindern eine enorme Barriere. Sie bewirken leider oft, dass weder Eltern noch Kinder ihr eigenes Potential entdecken und entwickeln können. Verhaltenseingeschränkten Kindern wird meist die Kommunikation abgenommen. Diese Art der Bevormundung verbaut den Kindern die Möglichkeit ihre kommunikativen und sozialen Potentiale zu entfalten. Daraus resultiert eine extreme Abhängigkeit der behinderten Kinder, die dazu führt, dass zwangsläufig über sie verfügt wird, sowohl körperlich als auch kommunikativ. Zusätzlich zu den rein körperlichen Beschränkungen entsteht so eine kommunikative Isolation, ein Mangel an Reflexion und somit eine mangelhafte Eigenwahrnehmung. Das Elterntraining in Kombination mit Einzelcoaching analysiert persönliche Familienbeziehungen, eigene Wünsche und Ziele, sorgt für neue Einsichten und verändert Einstellungen. Für das Dolphin Space Programm wurden die Delphinlaute mit großem technischen Aufwand aufgezeichnet. In einem speziellen Sound-Pool erfahren sich die Kinder in körperwarmen Wasser völlig neu, werden durch Akupressur und Meridiandehnung entspannt und mit Delphinlauten beschallt. Das Kind bekommt den Raum, von sich aus die Initiative für neue Erfahrungen zu ergreifen.
Zusammen mit dem Therapeuten werden die Grenzen der Wahrnehmung und Kommunikation erweitert. Das Programm arbeitet auf Mallorca und Ausnahmen in Kipfenberg, Bad Bevensen und Bremen und ist nicht nur für Kinder, die nicht im Flugzeug transportiert werden können, eine Alternative.
Das „Wunder“ der Delphintherapie besteht darin, dass die Delphine eine Lautfrequenz erzeugen, die uns in den Alpha-Zustand versetzt, indem beide Gehirnhälften kommunizieren und so Lernen möglich ist. Genau dort besteht die Blockade der meisten hirngeschädigten Kinder. Das ist jedoch nur der derzeitig wissenschaftlich erforschte Stand. Delphine heilen noch auf anderen Ebenen, doch bis die Wissenschaft uns dafür Modelle liefern kann, dauert es noch ein paar Jahre.
Mehr über den Mythos Delphin erfahren Sie in der nächsten Ausgabe von naturel, die am 01.03.05 erscheint.
www.dolphinswim.net
www.dolphin-space.de
www.delphintherapie.org
www.erlebnistherapie.com
Bei folgenden Erkrankungen ist die Delphintherapie besonders erfolgreich: Autismus, Down Syndrom, Zerebralparese, terminale Krankheiten, Depressionen, Traumata durch Gewalt, Spina biffida, Anorexie, Blindheit, Taubheit, Muskeldystrophie, Rettsyndrom, ADS, Teilleistungsstörungen , Legasthenie
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