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naturel>Leser>Archiv>Ausgabe 10/03 |
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Pflegen wir unseren Körper krank? - Ein kurzer Leitfaden durch das Chemielatein
Autor:Christiane Thomas (01.10.2003)
Hydrated Silica, PEG-32, Cellulose, Gum, Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Fluoride, Calcium Gluconate, Tocopheryl Acetate, Potassium Sorbate, C142051, CI77891 ... die Liste der „Ingredients“, auf deutsch „Inhaltsstoffe“ dieser Zahnpasta meiner Kinder liest sich wie ein großes chemisches Fremdwörterbuch, allerdings ohne Übersetzungsteil.
Tagtäglich putzen, cremen, sprühen oder stylen wir unseren Körper mit solchen oder ähnlichen Stoffen, denn die Zutatenlisten von Duschbädern, Shampoos, Cremes, Lotions und anderen Kosmetika sehen nicht wesentlich anders und auf keinen Fall verständlicher aus. Kein Wunder also, dass kaum ein Käufer weiß, was er bei der täglichen Reinigungszeremonie seinem Körper zuführt. Bedenklich daran sind nicht die fremdartig klingenden Namen der Stoffe. Bedenklich ist jedoch das blinde Vertrauen, was wir zu den bunten Versprechungen und nüchtern klingenden Inhaltsangaben der Kosmetikprodukte haben. Und so finden sich unter den fremdartigen chemischen Begriffen durchaus Stoffe, die bei näherem Hinsehen gar nicht so hautfreundlich daherkommen, wie es die Werbung verspricht. Mediziner und unabhängige Unternehmen, wie beispielsweise die Stiftung Ökotest, sowie (zugegeben weniger unabhängige) Hersteller von Naturkosmetikprodukten versuchen seit Jahren auf bedenkliche Inhaltsstoffe in herkömmlichen Kosmetikprodukten hinzuweisen. Überprüfen Sie selbst einmal, welche der folgenden Chemikalien in Ihrem Shampoo, Duschbad oder in der Zahnpasta zu finden sind.
Sodium Lauryl Sulfate (SLS): SLS oder auch Natriumlaurylsulfat (NLS) ist in vielen Shampoos, Duschbädern und Zahncremes anzutreffen und gilt als scharfes Reinigungsmittel und industrieller Fettlöser. Es reizt die Schleimhäute und lässt sie aufquellen. Auf die Haut aufgetragen, hat es eine entfettende, irritiernde Wirkung, die Haut wird rauh, schuppig und rissig. SLS in Shampoos soll für einen verzögerten Heilungsprozess verantwortlich sein und als aggressives Reinigungsmittel den Haarwuchs maßgeblich hemmen. Untersuchungen haben gezeigt, dass SLS bei Kindern die Entwicklung der Augen stört, was insbesondere bei den unter 6jährigen problematisch ist, bei Erwachsenen kann SLS Auslöser von grauem Star sein. Sodium Laureth Sulfate (SLES): Durch ein chemisches Verfahren wird SLS in SLES umgewandelt. SLES ist weniger aggressiv und stärker schäumend als sein Ausgangsprodukt SLS. Bei dem Umwandlungsprozess entsteht jedoch eine weitere, äußerst schädliche Verbindung, das 1,4-Dioxan. Dieser Stoff ist u.a. Hauptbestandteil des Entlaubungsmittels „Agent Orange“, welches im Vietnamkrieg eingesetzt wurde. 1,4-Dioxan ist dem Hormon Östrogen sehr ähnlich und stört somit den Hormonhaushalt des Menschen. Dadurch erhöht sich das Risiko für Krebserkrankungen, wie beispielsweise Brustkrebs, sowie einer geringen Spermienproduktion. Polyethylenglykole (PEG) oder deren Derivate: PEG und PEG-Derivate werden in der Industrie in Bremsflüssigkeiten, Farben und Lacken verwendet. In Kosmetikartikeln verbinden sie als Emulgatoren Wasser und Fett. Sie können die Haut durchlässig machen und so Schadstoffe in den Körper einschleusen. Zu erkennen sind sie an den Buchstaben „PEG“ oder der Silbe „eth“ in Verbindung mit einer Zahl, zum Beispiel Ceteareth-33. Andere Bezeichnungen sind auch Polyglykol, Polysorbate, Propylenglycol oder Copolyol. Formaldehyd oder Formaldehydabspalter: Formaldehyde werden in Verbindung mit Wasser zum Desinfizieren und in Kosmetika hauptsächlich zum Konservieren verwendet. Der Stoff gilt als krebserregend und kann bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Außerdem lässt er die Haut schneller altern. Formaldehyde sind erkennbar an den Bezeichnungen Imidazolidinyl-Urea, Diazolidinyl-Urea, DMDM Hydantoin, 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, 5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxane und Hydroxymethylglycinate. Fluoride: Immer noch sehr umstritten ist die Zugabe von Fluorid in Zahncremes oder Trinkwasser. Fluorid gilt als biologisch nicht abbaubares Umweltgift, das als industrielles Abfallprodukt entsteht. Vom Menschen aufgenommen, lagert es sich im menschlichen Körper, beispielsweise in den Knochen, ab und steht in Verdacht, Krebs zu verursachen. Fluorid-Befürworter bestreiten die Gefahr einer Vergiftung und verweisen auf die große Bedeutung von Fluorid für den Zahnschmelz. Problematisch ist auf jeden Fall die pauschale Verabreichung, ohne auf die individuellen Besonderheiten des Einzelnen einzugehen, zumal auch mit der Nahrung Fluoride aufgenommen werden. Wer hier also kein Risiko eingehen möchte, sollte auf fluoridfreie Zahncremes zurückgreifen. Neben diesen Substanzen gibt es weitere nicht nur überflüssige, sondern auch hautreizende Stoffe, die leider noch häufig in Kosmetikartikeln vorzufinden sind, wie Alkohol, Aluminium oder halogenorganische Verbin- dungen, die an den Bezeichnungen „Chloro“, „Jodo“ oder „Bromo“ zu erkennen sind. Bedenklich sind auch parfümierte Produkte, denn sie enthalten künstliche Duftstoffe, die Allergien auslösen können oder – wie im Falle von polyzyklischen Moschusverbindungen- Leberschäden verursachen können. Wollen Sie diese Stoffe nicht mehr an ihre Haut lassen, so sollten Sie zukünftig beim Einkauf auf das häufig sehr Kleingedruckte achten. Nur Mut! Produkte mit krebserregenden oder –verdächtigen Stoffen schicken Sie am besten an den Hersteller zurück, nur so wird es auch dort ein Umdenken geben. Autor:Christiane Thomas (01.10.2003) |
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