| Still und klar ruht der See |
Das Thema Scheidung ist sehr traurig und es fällt schwer, darüber zu schreiben. Der Bedarf allerdings ist groß, denn in Deutschland wird jede zweite Ehe geschieden. Wenn irgendwann erkennbar wird, dass die Hindernisse unüberwindbar sind, dann wächst der Wunsch nach Trennung. Ist die Scheidung formal vollzogen, heißt das noch lange nicht, dass beide Partner diese auch verarbeitet haben. Oft entstehen neue Probleme aus Unsicherheit und Verdrängung. Bei einem Scheidungsritual geht es nicht darum, einen Lebensabschnitt völlig hinter sich zu lassen, sondern eher darum, Bilanz zu ziehen. Es gilt, das Erlebte zu einer festen Stufe für den Start zu neuen Ufern anstatt zu einem Stolperstein werden zu lassen. Übergangsphasen sind erforderlich, um Abstand zu gewinnen und einen neuen Rhythmus zu finden. Aber die Phasen des Übergangs müssen ein definiertes und damit ritualisiertes Ende haben, um nicht in völliger Desorientierung zu münden. Der rituelle Schlussstrich schafft Klarheit und Platz für das Neue.
Wie dieses Ritual begangen wird, ist sehr individuell. Möglich ist, sich an einen See zurückzuziehen, eventuell mit sehr guten Freunden.
Mit dem Blick gen Westen, der Richtung des Herbstes und der Ernte, betrachtest du die Früchte des Zusammenlebens. Gutes und weniger Gutes vertraust du der langsam untergehenden Sonne an, löst dich davon und lässt es mit der Sonne sinken. Mit einem tiefen Atemzug löst du dich von dieser Richtung und wendest dich dem Osten zu. Die ruhige Wasserfläche des Sees besänftigt die aufgewühlte Seele. Über dem Waldrand wächst ein heller Schimmer, aber eine Wolkenbank verzögert noch den Aufgang des Vollmondes. Jetzt entwickelst du deine Visionen. Wie fühlst du dich jetzt und was sind deine Absichten? Was traust du dir zu und was möchtest du mit der neu gewonnenen Freiheit tun? Abschließend wendest du dich deinen Freunden zu und sprichst über deine Vorhaben. Im Sprechen wird noch manche Ungereimtheit klar.
Feste feiern
Was ist ein Feiertag? Ist es ein Tag, an dem ihr zuviel esst und zuviel ausgebt? Oder ist es ein Tag, an dem ihr euch bewusst dem Partner und den Kindern widmet und dankbar seid, dass es sie gibt?
Egal, ob ihr an alte Traditionen anknüpft oder eigene Wege geht: Wenn ihr Feiertage als Chance betrachtet, eure Beziehung zu vertiefen, erlebt und gestaltet ihr sie bewusster und eure Erwartungen ändern sich.
Natürlich bedarf es der Planung und Vorbereitung, damit solche Tage zu einem besonderen Erlebnis werden. Fragt euch, wie ihr feiern wollt. Es ist euer Leben. Feste feiern ist etwas Besonderes, sie geben uns Kraft, den Alltag zu bewältigen.
Wie feiert ihr euren Hochzeitstag oder Kennlerntag? An solchen Tagen kann einiges daneben gehen.
Sprecht vorher darüber, was dieser Tag für euch bedeutet, und welche Erwartungen ihr habt. Wie wär‘s mit einem Brief zum Andenken an das letzte Jahr und einem Versprechen für das nächste? Lasst in eurer Vorstellung euer erstes Jahr Revue passieren oder ein anderes, in dem ihr sehr glücklich ward. Schwelgt in der Erinnerung. Erzählt einander, was euch besonders gut gefallen hat. Vielleicht besucht ihr das Lokal, in dem ihr euch bei eurem ersten Rendezvous getroffen habt. Bestellt dasselbe Essen, trinkt denselben Wein. Vielleicht besitzt ihr noch dieselbe Kleidung, die ihr damals getragen habt? Ihr könnt auch ein paar Fotos von damals zusammenstellen und einander schenken. Kleine Extras sorgen zusätzlich für Atmosphäre: Ein Kelch, aus dem ihr beide trinkt, um euren Bund zu unterstreichen; kleine Geschenke, die zum Ausdruck bringen, was ihr euch für das nächste Jahr vornehmt oder ein Song, zu dem ihr jedes Jahr an eurem Hochzeitstag tanzt.
Magie der Rituale heißt auch das neue Buch der Erfolgsautorin Ansha, welches im März 2003 im Heyne-Verlag erscheint.







