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naturel>Leser>Archiv>Ausgabe 2005 Oktober
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Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Leuchtende Bergschönheit Arnika
Autor:Christiane Thomas (28.09.2005)

Arnika montana: Illustration aus Wikipedia
Arnika montana: Illustration aus Wikipedia
Das Erste-Hilfe-Kraut der Naturmedizin

Wer in diesen Wochen in europäischen Gebirgsregionen Urlaub macht, wird auf Natur belassenen, sonnigen Almwiesen oberhalb von 800 Metern die kräftig gelben und herb riechenden Blüten der Arnika finden. Die immer ein wenig zerzaust wirkenden Blütenköpfe spiegeln das harte Leben in den Bergen wider: der rauen Witterung strotzend, sich trotz des kargen Nahrungsangebotes behauptend, auf einem derben Stängel sitzend und fest verwurzelt im Erdreich erstrahlen sie in ihrer typischen unregelmäßigen Form. Wanderer erfreuen sich an ihrer Schönheit und Pflanzenkundler wissen, dass sich ihr Standort in einem natürlichen Gleichgewicht befinden muss, denn auf künstlich behandelten Wiesen gedeiht die Arnika nicht mehr.

Die ausdauernde Gebirgspflanze Arnika (lat. Arnica montana L.) gehört mit ihren strahlenförmigen Blüten zur Familie der Korbblütengewächse. In ihrer Heimat ist sie unter zahlreichen anderen Namen bekannt, z.B. Bergwohlverleih, Johannisblume, Gemsblume, Engelsblume oder Mönchskappe. Da die Vorkommen in den letzten Jahrzehnten leider sehr zurückgegangen sind, ist Arnica montana heute eine geschützte Pflanze. Die für medizinische Zwecke genutzten Pflanzen stammen aus Spanien, der Schweiz und Italien oder von einer nahen Verwandten, der nordamerikanischen Wiesenarnika Arnica chamissonis. Sie lässt sich besser kultivieren als die heimische Art und ähnelt dieser in der Zusammensetzung ihrer Wirkstoffe. Für die Herstellung von Arnika-Tinktur werden die ganzen Blütenköpfchen gesammelt und schonend getrocknet. Die hübsche gelbe Blüte sitzt am Ende eines derben, behaarten Stängels. Die unregelmäßigen Randblüten besitzen jeweils drei kleine Zähnchen – ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Pflanze. Die Blattrosette aus drei bis vier paarig angeordneten Blättern ist eng an den Boden geschmiegt. Für einen festen Stand sorgt der horizontal im Erdboden kriechende Wurzelstock, der ebenfalls gesammelt wird und in homöopathischen Arzneien Verwendung findet.

Prellung, Quetschung, Bluterguss – Verletzungsmittel Arnika

Bei allen Verletzungen des Bewegungsapparates ist Arnika das Mittel der Wahl, das in keiner Hausapotheke fehlen sollte. Bei Sportverletzungen, wie Zerrungen, Verstauchungen oder Faserrissen lindert eine rasche Behandlung mit Arnika-Tinktur, nachdem das verletzte Körperteil ruhig gestellt wurde, schnell die Schmerzen. Deshalb wird Arnika auch als das „Erste-Hilfe-Kraut“ der Naturmedizin bezeichnet. Dennoch sollte immer durch einen Arzt abgeklärt werden, wie schlimm die Verletzung ist. Auch bei Muskelkater oder Venenbeschwerden, Wundliegen oder schlecht heilenden Wunden bringen Arnika-Umschläge die Heilung deutlich voran. Wie bei anderen Korbblütengewächsen, z.B. der Ringelblume, kann es jedoch auch bei Arnika passieren, dass die Haut des Patienten mit Juckreiz, Brennen oder Bläschenbildung allergisch reagiert. In einem solchen Fall sollte die Behandlung selbstverständlich sofort unterbrochen werden. Homöopathisch verarbeitete Arnikapräparate in Form von Globuli, Salben oder Tropfen können für diese empfindlichen Personen eine Alternative darstellen.

Wirkstoffe der Arnika

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Arnika gehören:
Ätherisches Öl: desinfizierend, entzündungshemmend, wundheilungsfördernd,
Flavonoide und Procyanide: Wirkung auf Herzund Kreislauf,
Cholin: blutdrucksenkend,
Bitterstoff Arnicin: Wirkung auf Haut und Schleimhaut und auf das Herz.

Längst sind nicht alle Wirkungszusammenhänge und Inhaltsstoffe bekannt, und wie bei allen Heilpflanzen ist es auch hier das Zusammenspiel ihrer Wirkstoffe, welches für die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten verantwortlich ist.


Arnika-Tinktur: Getrocknete Arnikablüten mit 70%igem Alkohol im Verhältnis 1:10 übergießen. Nach 14 Tagen Flüssigkeiten abpressen und nach nochmals 10 Tagen klar filtern.

Arnika-Essenz nach Maria Treben: Eine Flasche bis zu 2/3 mit frischen Blütenblättern ohne grünem Kelch befüllen. Mit 38-40%igem Kornbranntwein füllen und mindestens zwei Wochen warm stehen lassen. Einen Teil der fertigen Essenz abseihen und Flasche noch einmal mit Alkohol auffüllen.

Schneller ist der Weg zur Apotheke. Arnika-Tinktur sollte immer verdünnt angewendet werden, ein Blick auf die Packungsbeilage gibt Auskunft über das Mischungsverhältnis. Für die selbst hergestellte Arnika-Tinktur mit 70%igem Alkohol gibt man für Umschläge ca. 1 Esslöffel der Tinktur in ½ l Wasser. Arnikasalbe, die ebenfalls in der Apotheke erhältlich ist, eignet sich besonders bei langwierigen Knochen- oder Muskelverletzungen oder zur Nachbehandlung von Operationen. Maria Treben, die bekannte „Apothekerin Gottes“, empfiehlt die oben beschriebene Arnika-Essenz auch bei der Behandlung von nervösen Herzbeschwerden. Ein leichtes Einmassieren der Essenz im Herzbereich soll dem Patienten sehr rasch helfen sich zu beruhigen. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen Spülungen und das Gurgeln mit Arnika die Durchblutung anzuregen und die Abwehrkraft der Schleimhäute zu stärken. Dabei sollte ca. ½ Teelöffel Arnika-Tinktur mit einem Glas lauwarmen Wasser vermischt werden. Neben der Tinktur hat auch frisch gebrühter Arnika-Tee eine ähnliche Wirkung.

Arnika-Tee: Übergießen Sie 1-2 Teelöffel getrocknete Arnika-Blüten mit ¼ l kochendem Wasser. Nach 10 Minuten den Tee abseihen und für Spülungen lauwarm abkühlen lassen. Auch für Umschläge kann dieser Tee verwendet werden. Innere Anwendung vermeiden.

Allgemein abgeraten wird heute von einer inneren Anwendung von Arnika-Tinktur oder –Tee. Zu groß ist die Gefahr bei falscher Dosierung Herz, Magen oder Darm zu schädigen und ausreichende Untersuchungen zu einer positiven Wirkungsweise bei der inneren Anwendung sind derzeit noch nicht vorhanden.

Wenn Sie in diesen Wochen der Anblick einer kräftig gelben Arnikawiese erfreut, genießen Sie den herben Duft und den hübschen Anblick der Blüten. Auf deren Wirkung werden Sie hoffentlich in dieser Zeit nicht angewiesen sein, doch ist es hilfreich davon zu wissen oder sogar ein kleines Fläschchen Arnika-Tinktur in der Urlaubs-Apotheke dabeizuhaben.

Literatur: M. Pahlow: Das Große Buch der Heilpflanzen, Gräfe und Unzer Verlag 1993
Maria Treben: Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Ennsthaler, 2004

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Autor:Christiane Thomas (28.09.2005)

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