Da aber jeder Mensch eine energetisch individuelle Disposition hat, wirken sich auch die Orts-Kräfte verschieden aus. Daher muss man, wenn „Störzonen“ im Wohn- und Arbeitsumfeld untersucht werden, zusätzlich auch den Menschen untersuchen und überprüfen, ob und wieweit er auf die „Störzone“ reagiert. Nur dadurch ist eine maßgeschneiderte Therapie möglich.
Ich möchte im folgenden die energetische, seelische und geistige Anatomie von Orten und Räumen anhand von Beispielen vorstellen und damit aufzeigen, inwieweit geomantische Methoden bei Untersuchungs-, Planungs-, Gestaltungs- und Heilungsprojekten inzwischen Anwendung finden.
Was ist ein Kraft - Ort?
Jede Landschaftseinheit (Raum, Haus, Grundstück, Stadtteil, Region, Land) hat ein spezifisch- energetisches Niveau, eine eigene Seele und eine eigene Individualität. So ist z.B. der Charakter Bremens grundverschieden gegenüber dem von Nürnberg, Schleswig-Holstein ist nicht Bayern. Diese Verschiedenartigkeit jeder Landschaftseinheit hat ihre materiellenergetische Ursache zunächst in den sinnlich wahrnehmbaren Gegebenheiten, wie z.B. im Aufbau und in der Zusammensetzung des Unterbodens.
Dieser Körper der Landschaft, mal moorig, mal sandig und ein anders Mal aus Kalk, Granit oder Basalt aufgebaut, bestimmt grundlegend das energetisch-seelische Niveau eines Lebensraums. Während der Moorboden lebt, also nicht mineralisch „tot“ und standfest ist, und sich je nach Witterung hebt oder senkt (Worpswede), ist der Sandboden trocken, hell und fördert die Lebendigkeit, das Denken und die sprachliche Beweglichkeit (Berlin). Der Kalk ist als ehemaliger Meeresboden ein ruhiges Sedimentgestein, der aus den Schalen (Wohnungen) von Schnecken und Muscheln hervorgegangen ist. Er schirmt ab, bildet einen Innenraum und wirkt ausgleichend. Der Basalt hingegen ist ein Primär- oder Feuergestein, das Impulskraft, Dynamik und Härte verkörpert.
Entsprechend den energetischen Wirkungen der Gesteine ist auch die Auswahl von Baumaterialen für den Hausbau relevant. So schirmt z.B. rechtsdrehender Kalkschotter die Wirkungen von Wasseradern und Verwerfungen ab, während Lehmwände antibakteriell und damit allergikerfreundlich sind und Elektrosmog mindern.
Aber auch die Topographie, die Vegetation und die Tierwelt sind Bestandteil des Landschaftskörpers und haben als solche einen Einfluss.
So wurden z.B. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts Baugrundstücke eingehend geomantisch untersucht. Man schaute nach „Zeigerpflanzen“, die Auskunft über das energetische Niveau des Grundstücks geben konnten, und betrachtete die Wuchsform der Bäume. Bäume mit Krebsknoten wurde nicht gefällt, um anstatt ihrer ein Haus zu bauen. Den Bewohnern wäre es nach kurzer Zeit ähnlich ergangen. Auch ließ man Kühe oder Schafe auf dem Baugelände weiden, um dort, wo die Tiere lagerten, einen für Menschen geeigneten Platz zu finden.
Schwingungen erfühlen
Als Radiaesthesie (Strahlenfühligkeit) wird das Wünschelrutengehen bezeichnet. Die moderne Radiaesthesie baut auf den Erkenntnissen der Antennenphysik auf, dass jedem Material, jeder Form und auch jeder seelisch-geistigen Information letztlich Schwingungsmuster zugrunde liegen, die sich als Wellenlänge definieren lassen. Diese können dann mit einer „Abstimmrute“ gemessen werden und haben eine biologische Wirksamkeit und damit einen Einfluss auf den Menschen. Eine Wasserader z.B. schwingt auf einer Wellenlänge von 33 cm, wird entsprechend ihrer Intensität, ihrer Polarisation und ihrer inneren Schwingungscharakteristik bestimmt und kann entweder als Heilwasser einen Kraft-Ort (Altarräume von Kirchen, Kultplätze) bezeichnen oder als „belastetes“ Wasser, z.B. durch die Aufmodulation von Elektrosmog, degenerativ wirken.
Durch Steinsetzungen oder durch den Einsatz homöopathischer Mittel lässt sich die Schwingungscharakteristik von Wasseradern nachhaltig beeinflussen. Bei einer geomantischen Untersuchung kann auch die Lage von Gitternetzen bestimmt werden, um ihr Potential zu nutzen. So gibt es z.B. ein Gitternetz, das für geistige Klarheit, Ideenreichtum und Wachheit sorgt und daher Beredsamkeitslinie genannt wird. Auf Kreuzungspunkten dieses Gitters stehen Kirchenkanzeln (Sprachrohr Gottes) und Blitz-Bäume (kosmische Kraft). In Arbeitsräumen sind das die besten Plätze für geistige Arbeit und in Unternehmen stehen hier die Chefsessel.
Ein anderes Gitternetz hat die Qualität Wachstum, Gesundheit und Vitalität. Hier sind Plätze zum Aufladen, die sich als Standorte für Kassen, als Behandlungsliege oder für einen Brunnen oder Kraftstein eignen, der dann in den ganzen Raum ausstrahlt. Computer oder elektrische Geräte sollten hier nicht stehen. In der Landschaft findet man an den Kreuzungspunkten dieses Wachstums-Gitters uralte, vitale Bäume (z.B. Tanzlinden) und die zentralen Wahrzeichen auf Marktplätzen.
Beispiel I:
Ein Therapeut richtete in seinem Haus einen Raum ein, den er zu Heilungszwecken nutzen wollte. Der dafür notwendige Schutzraum sollte entstehen und die während einer Behandlung frei werdenden Energien sollten nicht auf die Privaträume ausstrahlen. Ich schlug eine Ecksteinlegung vor, bei der ein kompakter Naturstein in vier Teile gespalten und auf die Gitternetzkreuzungen in den Ecken des Zimmers gelegt wird. Die Steinteile wurden so gelegt, dass die Bruchkanten zueinander zeigten und sich damit, wie Magneten, energetisch anziehen und einen Schutzraum bilden.
Die „Stimmung“ im Raum
Die nächst feinstofflichere Ebene, die einen Ort energetisch prägt, wird als Chi-Fluss oder als Ätherstruktur bezeichnet. Es handelt sich hierbei um das energetische Potential, das den Schwingungen der vier Elemente zugrunde liegt. Nach einer alten chinesischen Tradition werden die energetischen Ströme als Erd-, Wasser-, Feuer- und Flug- Drachen bezeichnet. Dort, wo ein Drachen sein Nest/seine Höhle hat, ist eine Energie-Quelle. Die energetische Ausstrahlung des Bodens kann auch durch die Äther-Messung bestimmt werden. Bauen sich die Äther zu dreidimensionalen Körpern auf, zeigen sie damit Kraft-Orte an.
Der Äther ist vom Menschen beeinflussbar und interagiert mit ihm. Denn nicht nur Orte und Räume, sondern auch Menschen verfügen über dieses Energiefeld. Zwischen beiden kommt es zu einer Überlagerung, die im allgemeinen als diffuse Atmosphäre, als Stimmung oder als eine Art Duft wahrgenommen wird. Jeder kennt das Gefühl, in einen Raum zu kommen und sich spontan wohl oder unwohl zu fühlen, entspannt oder unsicher zu sein.
Beispiel II:
Eine amerikanische Kundin bat mich um eine geomantische Hausuntersuchung, da sie sich von einem Tag zum anderen in ihrem Haus unwohl fühlte. War sie bei Freunden, so könnte sie sich entspannen. Ich entdecke im Wohnzimmer eine Ätherstruktur, die etwas Bedrohliches, Manipulierendes und Religiös-Fanatisches hatte. Es war offensichtlich, dass dies das Energiemuster eines Menschen war.
Durch ein Gespräch klärte sich, dass die Frau vor kurzem Besuch von jemandem hatte, der sie als Mitglied seiner Sekte gewinnen wollte. Der Besucher ließ sein Energiedouble zurück und meldete sich seit dem regelmäßig telefonisch. Wir begleiteten den penetranten Besucher hinaus und die Frau hatte damit ihre Ruhe.
Die Seele der Landschaft
... auch als anima loci bezeichnet, ist von Elementarwesen (Zwerge, Elfen, Kobolde, Nixen und dergleichen) bewohnt. Diese sind, modern ausgedrückt, mehr oder weniger individualisierte Kraftbrennpunkte, die die Aufgabe haben, der Erde und ihren Lebewesen eine Empfindungsfähigkeit zu verleihen. Ein Problem unserer heutigen Zivilisation ist, dass wir uns selten der Wirkungen unserer Taten, Gefühle und Gedanken auf Orte bewusst sind. Die Elementarwesen, deren „Körper“ das Gefühl ist, reagieren äußerst sensibel auf Emotionen. Sie gleichen darin Kindern, die nicht anders können, als das nachzuleben, was ihnen emotional vorgelebt wird. Auf dieser Ebene, auf der auch die Erinnerung (Biographie) und die Geschichte des Ortes gespeichert ist, liegen häufig die subtilen, emotionalen Störungen.
Beispiel III:
In einem kleinen Dorf habe ich eine Diskothek geomantisch beraten. Die Disko war vor 15 Jahren in ein altes reetgedecktes Bauernhaus eingezogen, in dem die jahrhundertlange Geschichte wesenhaft eingeschrieben ist. Der Eigentümer klagte nun über Besucherrückgang, über eine Vielzahl von technischen und sozialen Unwegsamkeiten und über Vandalismus. Meine Aufgabe war demnach, den Ort auf die neue Nutzung und den Eigentümer abzustimmen.
Bei meiner Untersuchung begegnete ich dem Hüter des Ortes, einem Elementarwesen, der sich über den Lärm und die mangelnde Aufmerksamkeit beschwerte. Während der Jahre des Diskobetriebs wurde der Ort ausgebeutet. Nun war er seelisch ausgebrannt, leer und ernährte den Eigentümer nicht mehr. Die Seele des Ortes musste gepflegt werden. Wir entschieden uns im Außengelände einen Biergarten so zu gestalten, dass die Naturwesen einen Ort bekamen, in dem sie geachtet werden und an dem Geschehen teilnehmen können. Ich arbeitete hierbei mit der Kunst der Lithopunktur, der Akupunktur der Landschaft mit Steinen. Die bislang unergründlichen Mängel (Leck im Heißungssystem, verstopfte Kanalisation, Krankheit, Finanzlöcher, soziale Streitigkeiten) wurden endlich geklärt. Die Disko läuft seit dem so erfolgreich wie noch nie, und darüber hinaus braucht es keinen Türsteher mehr, da der Hüter des Ortes die ungebetenen Gäste abweist. Der Ort schützt nun sich selbst, das Unternehmen und den Eigentümer.
Genius loci
Die geistige oder Bewusstseinsebene der Landschaft wird genius loci genannt. Nicht nur an alten, sakral genutzten Orten, wie Kirchen oder Tempeln, sondern auch an „profanen“ Orten können sich kosmische Kräfte (Chakren, Planeten, Tierkreis) fokussieren und in die Landschaft einstrahlen. Hier kann die Präsenz von Engeln wahrgenommen werden. Bis ins 16. Jahrhundert wählten die Bauhüttenmeister diese Plätze als Baugrund für Kirchen. Ein System dieser hochschwingenden Energien wird als Landschaftstempel bezeichnet. Diese geistige Dimension von Orten und Räumen hat ihre Entsprechung im Mentalfeld der Menschen und fördert die Kontemplation, die Meditation und damit die geistige Entwicklung. Rituale und Gebete schaffen und erhalten diese hochschwingenden Kraftfelder.
Beispiel IV:
Zwei Jahre lang habe ich in Wiesbaden das „Erfahrungsfeld der Sinne“ nach Kükelhaus aufgebaut und die geomantische Sanierung des Schlossparks Freudenberg übernommen. Der 23 ha große Park war ein Anfang des 20. Jahrhunderts von Garten-Baumeistern als Kraft-Ort angelegt worden und von der Eigentümerin, einer französischen Prinzessin, nach einer großen Enttäuschung verflucht worden: „Hier soll niemand mehr glücklich werden!“ Schloss und Park verwahrlosten nach schneller Besitzerfolge zur Müllkippe, wurden Drogenumschlagplatz und zu Party- und Wohnzone von sozialen Randgruppen. Alle oben beschrieben geomantischen Systeme waren größtenteils zusammengebrochen und die ansonsten harmlosen Wasseradern wirkten zerstörerisch. Im Laufe der geomantischen Arbeit wurden durch Rituale die Lebens- und Selbstheilungskräfte des Parks gestärkt und die destruktive Atmosphäre aufgelöst. Kinder zogen ein und bauten Höhlen. Ich begann daraufhin, an der Wurzel des Übels, an der Erlösung des Fluchs zu arbeiten, der sich an einem Baum im Park manifestiert hatte. Zwar löste sich der Fluch von seiner Verhaftung mit dem Ort, tauchte jedoch im nächsten Moment im sozialen Gefüge des Unternehmens auf. Dort verursachte er eine Atmosphäre der Enttäuschung und des Misstrauens, in der niemand mehr dem andern zuhörte und ihn verstand. In dieser Zeit „spukte“ es im Schloss. Die Menschen hatten nun die Aufgabe, den Fluch in ihre Mitte zu nehmen und sich der Vergangenheit des Ortes und damit auch den eigenen persönlichen Schattenseiten zu stellen. Meistern Menschen diese Aufgabe, dann heilen sie sich selbst und ihren Ort.
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