Autorin: Christiane Thomas

Bild: Bauch einer schwangeren Frau (Foto von Sheila and Graham, Flickr.com)
Was im späteren Leben eher seltener erfolgt, hat sich seit Menschengedenken als die beste Lage erwiesen, das Leben zu beginnen: Das Kind steht Kopf - im Bauch seiner Mutter und zumindest in den letzten Schwangerschaftswochen. Was aber, wenn es lieber auf dem Po sitzt, wie es etwa 3-5 % der Kinder mit einer sog. Steißlage tun? Kinder, die so auf die Welt kommen wollen, gelten als Risikogeburten und werden oft durch einen Kaiserschnitt entbunden. Doch neben der Möglichkeit, Kinder mit dem Po voran auch auf natürlichem Wege zu gebären, kann die werdende Mutter im Vorfeld der Geburt einiges dafür tun, dass ihr Baby doch noch einen Purzelbaum in die richtige Lage wagt.
Erster Schritt sollte dabei ein Blick auf mögliche Ursachen sein, die in objektiven Gründen, wie einer zu kurzen Nabelschnur, zu wenig Fruchtwasser oder einem sehr schmalen Becken liegen können. Hebamme Ines Junge aus dem Geburtshaus in Bühlau hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass Mütter, deren Kind nicht mit dem Köpfchen nach unten im Bauch liegt, oft mental nicht genügend auf die Geburt und das Leben mit einem neuen Familienmitglied vorbereitet sind. Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie, Zeitmangel oder Angst vor der Geburt übertragen sich auf das Kind. Es scheint, so Ines Junge, dass es unter diesen Umständen noch nicht bereit ist, einen Kopfsprung ins Leben zu wagen.
Deshalb ist es ihr besonders wichtig, neben den objektiven Gründen nach solchen mentalen Ursachen zu suchen und gemeinsam mit der Mutter diese zu lösen. Mit viel Ruhe und Geduld regt sie die werdende Mutter an, eine innere Verbindung mit ihrem Kind aufzubauen ohne es zu bedrängen. In entspannter Atmosphäre kann die Mutter ihr Kind auf sanftem Wege einladen, sich zu drehen: Mit Worten oder Gedanken, mit dem Voraugenführen, wie das Kind im Bauch Purzelbaum schlägt und dabei viel Platz hat. Unterstützt werden kann dieser gedankliche Prozess mit einer sanften Bauchmassage und anderen Methoden, die unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme erlernt bzw. durchgeführt werden. Und wenn das alles nicht helfen will, sollte die Mutter beginnen, sich auf eine andere Art der Geburt einzulassen, und akzeptieren, dass ihr Kind sich diese Lage als die für sich richtige ausgewählt hat.
Sanfte Unterstützung für den Purzelbaum:
- Indische Brücke oder Knie-Ellenbogen-Lage: schafft Platz und Entlastung im Becken
- Fußreflexzonenmassage und Moxa: Reizung bestimmter Akupunkturpunkte bringt Entspannung im Becken und regt den Energiefluss auch des Kindes an
- Taschenlampe: Kind folgt der Lichtquelle
- Entspannen im warmen Schwimmbad
- Homöopathie: geeignetes Mittel unter Hinzuziehung eines Homöopathen finden
- Äußere Wendung: in Kliniken unter OP-Bereitschaft, sehr umstritten und gut abzuwägen (keine „sanfte“ Methode)
Veröffentlicht am 16.01.08 um 09:27 Uhr




