Für eine Soforthilfe gibt es einige Hinweise zur richtigen Einnahme von homöopathischen Einzelmitteln. Die Mittel werden, wenn möglich, unter die Zunge gegeben und sollen dort langsam zergehen. Aufgelöste Substanzen können auch auf die Haut gerieben werden. Der Kranke ist auf eventuelle Veränderungen hin zu beobachten. Tritt eine Besserung des Befindens ein, ist abzuwarten, und vorerst erfolgt keine weitere Mittelgabe. Wenn sich der Zustand des kranken Menschen nicht bald zum Besseren hin wendet, ist das gegebene Mittel neu zu überdenken. Verwenden Sie die angegebenen Mittel in einer D 6, D 12 oder D 30 Potenzierung als Globuli oder Tablette (Apotheke). In Akutfällen geben Sie 3 bis 5 Globuli in 10 Minuten Abstand unter die Zunge, ca. 3 mal, dann abwarten, ob eine Veränderung in Richtung Besserung des Befindens eintritt. Wenn dem so ist, wird das Mittel vorerst nicht wiederholt. Kommen die Beschwerden etwas später wieder, kann das Mittel, was bereits eine Heilreaktion gezeigt hat, noch bis 2 mal wiederholt werden. Möglich wäre auch das Auflösen von 5 Globuli in einem Glas Wasser. Davon wird über den Tag verteilt immer mal ein Schlückchen genommen. Vor dem Abschlucken ist die Flüssigkeit möglichst etwas im Mund zu lassen. In einem nicht so hochakuten Zustand kann die Einnahmeauch 2 bis 3 mal täglich erfolgen.
Bitte während der Einnahme und 15 Minuten vor- und nachher nichts essen oder trinken. Bewahren Sie die Mittel trocken und lichtgeschützt auf und nicht in der Nähe von starken Gerüchen, Strahlungen durch Radio-, Fernseh- und andere Geräte. Bitte helfen Sie sich und anderen nur in akuten, ungefährlichen Situationen
Chronische oder immer wieder auftretende Beschwerden gehören in die Hände eines klassisch arbeitenden Homöopathen. Im Folgenden wird eine kleine Reise- und Notfallapotheke vorgestellt. Die Symptome, die zu den einzelnen Mitteln stichwortartig aufgeführt sind, stellen jeweils nur den Bezug zu der entsprechenden Akutsituation dar. Eine ausführlichere Beschreibung der Wirkung dieser Mittel auf die entsprechenden Krankheitszustände würde den Rahmen sprengen und zu unnötiger Verwirrung beim schnellen Finden eines Notfallmittels führen.
Schock durch Verletzung
Menschen, die in einen Schockzustand geraten durch kleine oder große Verletzungen oder auch tragische Ereignisse, brauchen eine schnelle Erstversorgung. Bis zum Eintreffen des Arztes oder Sanitäters sollten so lebenswichtige Funktionen wie Ansprechbarkeit, Atmung, Puls, eventuelle Blutung abgeklärt und entsprechende Maßnahmen ergriffen sein.
Sanfte Hilfe zum Heilen
Homöopathisch kommen Mittel zum Einsatz, die entsprechend des Zustandes bzw. dem Aussehen des Kranken gewählt werden.
Arnica/Bergwohlverleih
Der Körper des Kranken ist überempfindlich, alles, worauf er liegt, ist ihm zu hart, er fürchtet Annäherung und Berührung. Zerschlagenheits- und Wundgefühl des ganzen Körpers, behauptet, es sei alles nicht so schlimm, ist ansprechbar, fällt aber gleich wieder in eine Teilnahmslosigkeit zurück, Verlangen, warm eingepackt zu werden.
AconitEisenhut/Sturmhut
Bekannt als gutes Anfangsmittel für alle Erscheinungen, die plötzlich und mit großer Heftigkeit hereinbrechen und den betreffenden in Angst und Unruhe versetzen. Schreckmittel, große Angst mit innerer Unruhe, psychische Ruhelosigkeit, wenn der Betreffenden sich vom Liegen aufrichtet, wird sein rotes Gesicht blass und er klagt über Schwindel.
Camphora Kampfer
Die Oberfläche des Körpers ist kalt und feucht und Zudecken wird nicht ertragen. Das Gesicht ist blass, die Lippen bläulich.
Veratrum album Weißer Nießwurz
Kalt feuchter Körper, braucht Wärme. Trotz totalem Kältegefühl Verlangen nach kalten Getränken. Erbrechen und Durchfall nach Schreck, große Schwäche mit Schweiß auf der Stirn, Blässe.
Knochenbrüche
Knochenbrüche sind oft begleitet von starken Schmerzen, das betroffene Teil kann nicht belastet werden und verlangt nach Ruhigstellung.
Aconit/Eisenhut
Als Schockmittel, auch bei Ohnmachtneigung, im Fall eines großen Schrecks oder wenn dem Patient die Schmerzen zu stark sind.
Arnica Bergwohlverleih
Bei Blutergüssen und zur Schmerzlinderung.
Ruta Gartenraute
Zur Linderung von Knochenhautschmerzen bei komplizierten Brüchen.
Symphytum/Beinwell
Passt für schlecht heilende Knochenbrüche mit starken Schmerzen.
Hypericum Johanniskraut
Wenn Nerven mit verletzt sind und bei schießendem Schmerz.
Sehnenverletzungen
Anacardium OstindischeElefantenlaus
Als wichtigstes Mittel bei Sehnenverletzungen, begleitet von Zittern und Schwäche in den Gliedern. Aconit eventuell als Anfangsmittel, wenn vor Schmerz eine Ohnmacht droht.
Rhus toxicodendron Giftsumach
Schmerzen sind reißend, Gefühl, wie auseinander gerissen, muss sich bewegen, große Unruhe, nachts ständig Lageveränderung.
Calendula Ringelblume
Hier verwendet man von der Urtinktur 5 Tropfen auf ein Glas Wasser zur Blutstillung und Reinigung.
Verstauchungen
Zusätzlich zu einer klassisch homöopathischen Behandlung werden dem Betreffenden Umschläge gut tun. Sie können entweder kalt oder heiß angewendet werden, aus 1/3 Alkohol und 2/3 Wasser, essigsaurer Tonerde oder einfach nur Essigwasser bestehen. Eine Bandage kann zusätzlich Stabilität bringen.
Arnica Bergwohlverleih
Die betreffende Stelle wird rot und blau, ist geschwollen, der Kranke hat heftigste Schmerzen und möchte nicht angefasst werden.
Aconit Sturmhut/Eisenhut
Aconit ist wieder ein wichtiges Anfangsmittel, wenn zu der Verletzung ein Schock kommt und der Betreffende sehr unruhig wirkt. Die betroffene Stelle wird sehr schnell rot und heiß.
Rhus toxicodendron/Giftsumach
Der Kranke empfindet die Schmerzen wie ein Auseinanderreißen, er hat große Unruhe und ändert auch im Bett ständig seine Lage.
Bryonia/Zaunrübe
Hier findet man eine heiße Schwellung der betroffenen Partie vor und der Betroffene ist gereizt und will nicht bewegt werden, weil jede Bewegung Schmerzen verursacht. Ruhe, etwas Kaltes und Druck bringen Besserung.
Symphytum / Beinwell
Der Bluterguss sieht schon gelblich aus, der Schmerz ist noch stechend oder/und die Knochenhaut schmerzt.
Reiseübelkeit
Cocculus / Kockelsamen
Schwindel bei schneller Bewegung des Reisefahrzeuges, auch Übelkeit und Kopfschmerzen, möchte sich zudecken.
Tabacum / Tabak
Große Übelkeit mit Erbrechen bei der geringsten Bewegung, Blässe, kalter Schweiß und Kollapsneigung, braucht frische Luft.
Veratrum album Weißer Nießwurz
Erbrechen nach Nahrungsaufnahme, Kalter Schweiß und Brechdurchfall.
Belladonna Tollkirsche
Kopfschmerzen klopfend, Ohrensausen, Übelkeit beim Flugstart.
Magen-Darm-Beschwerden
Nux vomica Brechnuss
Völlegefühl mit Blähungen und krampfhaften Magenbschwerden, Sodbrennen Folge von zuviel Alkohol, Kaffee und/oder Nikotin.
Arsenicum album Arsen
Folgen von verdorbenem Essen, v.a. Fleisch, Unruhe, Blässe, kalter Schweiß, Erschöpfung, Übelkeit schon beim Anblick oder Riechen von Essen.
Veratrum album Weißer Nießwurz
Krampfartige Schmerzen im Bauch, Stühle wässrig, plötzlich und schwächend mit rbrechen, Folge von verdorbenem Essen.
Insektenstiche
Für eine homöopathische Erstversorgung sind entscheidend, welches Insekt gestochen hat, wie die Schwellung aussieht, ob der Betroffene ein Hitzegefühl empfindet, wie die Schmerzen näher beschrieben werden und welche Maßnahmen ihm Linderung verschaffen. Auf alle Fälle muss ein noch vorhandener Stachel aus der Haut entfernt werden, damit nicht noch weiter Gift aus der Giftblase hineingepumpt wird.
Apis mellefica Honigbiene
Brennen und Stechen mit Röte, Hitze und Schwellung, der Sonne große Angst und Unruhe, trockene Haut.
Apis
Groß und Klein die Biene liebt
Weil sie uns den Honig gibt
Das mag man schon weniger leiden
Daß sie uns auch sticht zu Zeiten.
Schmerzhaft ist der Bienenstich
brennt und schwillt gleich fürchterlich,
Nur der Imker ist gewitzt,
Weiß, dass dies vor Rheuma schützt.
Also: Brennen, Gliederreißen
Schon zwei Leitsymptome heißen.
Und als drittes gleich notier
Wassersüchtige Schwellung dir.
Literatur
Boericke, W. Handbuch der homöopathischen Materia medica. 2. erw. Auflage. Haug-Verlag. 199
Gardemin, Ernst. Homöopathische Reimregeln. 10.Auflage. 1957
Hahnemann, S. Organon original. Letzte und 6. Auflage. O.-Verlag. 1985
Hahnemann, S. Reine Arzneimittellehre. Band 1 bis 6. Haug-Verlag. 1995
Jus, M. S. Homöopathische Erste Hilfe. Homöosana. Schweiz. 7. Auflage.1988
Künzli,J./ Barthel, M. Kent‚s Repertorium Generale. 3. Auflage. Barthel & Barthel Verlag. 1992
Lockie Andrew, Dr. Das große Lexikon der Homöopathie. Ein Dorling Kindersley Buch. 2000
Frau Dr. paed. Angela Söldner ist Heilpraktikerin und seit acht Jahren als klassisch arbeitende Homöopathin in eigener Praxis in Chemnitz tätig. Neben einschlägigen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften gibt sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen zur Heilkunst Samuel Hahnemanns in einer Vielzahl von Vorträgen, Kursen und Kolloquien an Laien und Fachleute weiter.
Die Gründung des Sächsischen Vereins für Homöopathie und Gesundheitspflege e. V., in dessen Vorstand sie federführend mitarbeitet, ist auf ihre Initiative hin erfolgt.
In der Praxis von Frau Dr. Angela Söldner werden u. a. Grund- und Aufbaukurse zur klassischen Homöopathie angeboten. Die Kurse wenden sich an Interessierte, die
sich gern intensiver mit dieser klassischen Therapieform beschäftigen wollen.
Nähere Information:
Frau Dr. Angela Söldner,
Telefon 0371 / 3674684
www.pkh-chemnitz.de
Der Sächsische Verein für Homöopathie und Gesundheitspflege e.V. lädt ein.
Am 12. November 2005 zum Symposium zum Thema „Stresskinder - Nervosität, ADS, Hyperaktivität und ihre homöopathische Behandlung“






