Zusätzlich zur privaten Anwendung besteht die Möglichkeit, Einzelsitzungen bei einem ausgebildeten Jin Shin Jyutsu-Praktiker zu nehmen. Da der Aspekt der Psychosomatik im Jin Shin Jyutsu besonders relevant ist, spielt die individuelle Befindlichkeit des Patienten bei einer akuten Gesundheitsstörung eine ebenso wichtige Rolle für die Auswahl der jeweils am besten geeigneten Handauflegesequenzen wie detaillierte Kenntnisse über den Verlauf der Energiebahnen im Körper. Ein ausgebildeter Praktiker bietet Hilfe zur Selbsthilfe, indem er den Patienten Möglichkeiten an die Hand gibt, selbst aktiv zu ihrer Gesundung beizutragen.
Darüber hinaus bieten Selbsthilfekurse Gelegenheit, die Wirkungsweise von Jin Shin Jyutsu kennenzulernen. Das Jin Shin Jyutsu-Europa-Büro in Bonn (Homepage: www.jinshinjyutsu.de) informiert darüber, wann und wo solche Kurse stattfinden. Um mit Jin Shin Jyutsu zu arbeiten, ist es zunächst wichtig, sich mit der Bedeutung der Lebensenergie und dem, wodurch sie beeinflusst wird, vertraut zu machen.
| Energieschlösser hinten |
Die Suche des Menschen nach Selbsterkenntnis als nie versiegende Antriebskraft ist vitaler Bestandteil aller menschlichen Kulturen und Epochen. Gemeinhin werden die Wurzeln des westeuropäischen Kulturgutes in die Antike datiert. Auch zu jener Zeit suchte man mit Hilfe der Götter nach Selbsterkenntnis. „Gnothi seauton“, wurden die Besucher des berühmten Apollontempels in Delphi aufgefordert: „Erkenne dich selbst!“ Die medizinischen Experten in nichtwestlichen Gesellschaften wussten seit jeher, dass Krankheit soziale, psychische und spirituelle Komponenten neben den rein körperlichen aufweist.
Wer zu heilen versuchte, bemühte sich darum, die Patienten in eine durch nichts gestörte göttliche und soziale Ordnung zu reintegrieren.
So gilt das harmonisches Zusammenspiel aller körperlichen, geistigen und seelischen Komponenten durch die gleichmäßige Verteilung und den ungestörten Fluss der Lebensenergie in Körper und Geist auch im Jin Shin Jyutsu als wichtige Voraussetzung für Gesundheit.
Die Vorstellung von einer allem zugrunde liegenden und alles durchdringenden Energie, durch die Wachstum, Fortpflanzung und Stoffwechselprozesse überhaupt erst möglich werden und die sich in jedem einzelnen Organismus manifestiert, hat eine lange Tradition. Im antiken Griechenland war sie als „Pneuma“ bekannt, in Indien als „Prana“, in China gab man ihr den Namen „Chi“ (auch: „Qi“) und in Japan „Ki“. Als Lebensenergie wird eine in der östlichen wie westlichen Heilkunde zugrundegelegte Lebenskraft bezeichnet, interpretiert als die umfassende Reaktionsfähigkeit des Organismus, die den harmonischen Ablauf der Lebensvorgänge ermöglicht. In der westlichen Medizin wird die Lebensenergie auch als Bioenergie bezeichnet. Versuche, die Lebensenergie sichtbar zu machen, wurden bereits von der Elektronographie unternommen. Mittels der sog. Bioresonanzverfahren ist man bestrebt, die Lebenskraft als elektromagnetisches Phänomen zu messen und zu beeinflussen.
Heilverfahren wie Akupunktur und Akupressur, deren Ziel es ist, den Fluss der dem Körper innewohnenden Lebensenergie zu stärken und zu harmonisieren, werden mittlerweile auch in der westlichen Schulmedizin zur Unterstützung der Selbstheilung des Körpers eingesetzt.
Wie alles (wieder) begann
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde eine traditionelle, aber in Vergessenheit geratene Heilkunst von dem Japaner Jiro Murai wiederentdeckt. Murai gab diesem Heilverfahren den Namen Jin Shin Jyutsu, was übersetzt soviel heißt wie „die Kunst des Schöpfers durch den mitfühlenden Menschen“. Nach längerer Erforschung und vielen erfolgreichen Heilungen gab Murai sein Wissen an seine Schülerin Mary Burmeister weiter, die es ihrerseits zunächst in den USA verbreitete. Um die Lehre unverfälscht zu bewahren, schützte Mary Burmeister den Namen Jin Shin Jyutsu als eingetragenes Warenzeichen und gründete die Jin Shin Jyutsu Inc., die heute ihren Hauptsitz in Scottsdale, Arizona, USA hat. Seit den 70er Jahren haben die einfachen, aber wirkungsvollen Praktiken zur Unterstützung der Selbstheilung auch in Deutschland und Europa eine zunehmende Verbreitung gefunden. Mittlerweile wird Jin Shin Jyutsu bereits in der stationären Behandlung eingesetzt. Die ersten wissenschaftlichen Therapie- Studien in den USA und Deutschland sind derzeit im Gange. So wurde Jin Shin Jyutsu z.B. im California Pacific Medical Center in San Francisco in einer Fallserie bei Herztransplantationspatienten angewandt. Nach Aussage der Patienten führte die Therapie zu einem Rückgang von Ängsten, Depressionen und postoperativen Schmerzen. Eine weitere Studie über Jin Shin Jyutsu als Begleitmaßnahme bei Chemotherapie von Brustkrebspatientinnen ist in der Abschlussphase, und in Deutschland ist zur Zeit im Rahmen einer medizinischen Dissertation eine Studie über die Auswirkungen von Jin Shin Jyutsu-Behandlungen in der Akuttherapie bei Schlaganfallpatienten in Arbeit.
Grundannahmen im Jin Shin Jyutsu
Es gibt eine allem zugrundeliegende Energie, die im ganzen Universum und in jedem einzelnen Organismus zirkuliert. Sie fließt in bestimmten Bahnen durch den Körper und durchdringt alle spirituellen, psychischen und physischen Aspekte unserer Existenz.
Ein Ungleichgewicht im Energiehaushalt beginnt oft mit zwanghaft sich wiederholenden Gedankenabläufen, daraus resultierenden unbewussten Verhaltensmechanismen, die wiederum Energieblockaden auslösen können. Die Entstehung dieser Blockaden wird durch eine Fixierung auf Ängste, Sorgen, Wut/Ärger, Trauer oder Verstellung (Vertuschung) begünstigt. Die Folge ist körperliche, geistige und seelische Disharmonie.
Die Lebensenergie fließt ovalförmig auf der Vorderseite des Körpers hinunter und auf der Rückseite des Körpers wieder herauf. Durch diesen Verlauf entsteht eine wechselseitig sich ergänzende Beziehung zwischen der oberen und der unteren Hälfte des Körpers sowie zwischen Vorder- und Rückseite. Erscheint das Symptom der Disharmonie oberhalb der Taille, ist seine Ursache unterhalb der Taille zu finden. Ähnliches gilt für die Rück- und Vorderseite des Körpers.
Auf jeder Körperseite befinden sich 26 sog. „Sicherheits- Energieschlösser“, die, wenn der Fluss der Lebensenergie blockiert ist, als „Stromkreisunterbrecher“ fungieren, um den Körper zu schützen. Verschließt sich eines dieser Schlösser, manifestiert sich ein Symptom in einem dem jeweiligen Schloss zugeordneten Körperteil. Dieses Symptom ist als Alarmsignal und zugleich als Hinweis auf die Ursache des Ungleichgewichts zu verstehen.
Disharmonien können durch das „Aufschließen“ der zuständigen Schlösser und der damit verbundenen Auflösung des Energiestaus behoben werden.
Jeder Mensch verfügt über die Fähigkeit, den Fluss der universellen Lebensenergie durch den Körper mit Hilfe seiner Hände zu unterstützen.
Mary Burmeister bezeichnete Jin Shin Jyutsu als „eine lebenslange Reise zu Selbsterkenntnis und Harmonie“. In diesem Sinne wünsche ich all jenen, die diese Reise antreten wollen, eine gute Fahrt.
Therapeuten in ihrer Nähe:
Monika Walther
Japanisches Heilströmen
Pietzschstr. 7, 01159 Dresden
Tel. 0351 / 8485910
e-mail: monika.walther53@web.de
Ole Brink
Jin Shin Jyutsu®
Neustedtstr. 3 / 49179 Ostercappeln
Tel. 0573 / 913009
www.jsj-brink.de
Gabriele Schäfer
Gabriele´s Strömtreff
Birkenstr. 8 / 65606 Villmar
Tel. 06487/1557
www.stroemtreff.de
Dipl.-Päd. Gabriele Regener
JinShinJyutsu-Praktikerin
Gesundheitspraxis Im Einklang
Dr. Hartlaub-Ring 76 / 85570 Markt Schwaben
Tel. 08121/45380
e-mail: jsj-praxis@web.de
Praktische Anwendung
Die Hände werden bei jedem Schritt der Übungssequenz so lange, bis man ein gleichmäßiges, rhythmisches Pulsieren spüren kann, mindestens aber fünf Minuten, auf die jeweiligen Körperstellen aufgelegt, wobei die Kleidung anbehalten werden kann. Die Behandlung ist zu jeder Tageszeit möglich.
Am einfachsten lässt sich der Energiefluss in Schwung bringen, indem wir nacheinander jeden einzelnen Finger halten, wobei die eine Hand die Finger der anderen Hand einzeln umfasst. Fast alle Energiebahnen fließen auch durch die Finger und können durch diese Übung harmonisiert werden:
Daumen: Steht in Verbindung mit Magen und Milz - die korrespondierende Einstellung ist Sorge.
Zeigefinger: Steht in Verbindung mit Blase und Niere - die korrespondierende Einstellung ist Angst.
Mittelfinger: Steht in Verbindung mit Gallenblase und Leber - die korrespondierende Einstellung ist Wut/Ärger.
Ringfinger: Steht in Verbindung mit Dickdarm und Lunge - die korrespondierende Einstellung ist Traurigkeit.
Kl. Finger: Steht in Verbindung mit Dünndarm und Herz - die korrespondierende Einstellung ist Verstellung.
Eine weitere Möglichkeit, unsere Vitalität zu erhalten bzw. zu unterstützen, besteht in der Pflege des Zentralstroms, der Verbindung zwischen universeller (außerhalb unseres Körpers) und persönlicher (innerhalb des Körpers) Energie. Der Zentralstrom fungiert als „Tankstelle“ für alle Energieströme im Körper, die sich bei Bedarf dort aufladen. Um den Zentralstrom zu unterstützen, führe man folgende Sequenzen aus, wobei die rechte Hand von der ersten bis zur siebten Position auf dem Kopf liegen bleibt:
1 Die rechte Hand liegt auf dem Kopf mit den Fingerkuppen auf der Kopfmitte, die linke Hand zwischen den Augenbrauen: harmonisiert Gehirnfunktionen, Gedächtnis, Schlafzentrum, Stirnhöhle und Augen.
2 Die linke Hand wird nun auf Nasenrücken und Nasenspitze gelegt: harmonisiert Nasennebenhöhlen, Urogenitaltrakt, Fortpflanzungsorgane und Beckengürtel.
3 Die linke Hand liegt am Halsgrübchen: harmonisiert Schilddrüse, Anpassung, Stoffwechsel, Halsbeschwerden, Sprache und Hormone.
4 Die linke Hand liegt auf der Mitte des Brustbeins: harmonisiert Wachstum auf jeder Ebene, unterstützt das Immunsystem, die Atmung und das Herz und lindert Schuldgefühle sowie Störungen des inneren Gleichgewichts.
5 Die linke Hand liegt auf dem Ende des Brustbeins: stärkt Milz, Magen, Nieren und Nervensystem.
6 Die linke Hand liegt 2 cm oberhalb des Nabels: stärkt das Immunsystem im Darm und gibt innere Kraft.
7 Die linke Hand liegt auf dem Schambein: stärkt Wirbelsäule und Bandscheiben.
8 Zum Abschluss wird die rechte Hand auf das Steißbein gelegt,die linke Hand bleibt am Schambein: wärmt Beine und Füße und verbessert die Durchblutung.
Diese Übungen können, regelmäßig angewendet, helfen, eine neue Beziehung zu sich selbst aufzubauen, die auf Wertschätzung der eigenen Person und Achtsamkeit hinsichtlich der Einflussnahme von physischen, psychischen, emotionalen und mentalen Kräften auf die eigene Befindlichkeit basiert. Wachsendes Bewusstsein ist der erste Schritt zu Gesundheit und Wohlbefinden.
Studien zur Wirksamkeit
Nähere Informationen über die Studie zur Behandlung von Schlaganfallpatienten erteilt die Verfasserin, Anja Bettina Hell, die neben ihrer Promotion als Heilpraktikerin tätig ist. Sie gehört einer internationalen Arbeitsgruppe von Jin Shin Jyutsu-Praktikern an, die bestrebt ist, die Ergebnisse aller wissenschaftlichen Studien der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter der Adresse anjabettinahell@arcor.de ist sie zwecks weiterer Auskünfte über ihre Erfahrungen mit Jin Shin Jyutsu als Heilpraktikerin und Medizinerin erreichbar.
Für weiterführende Informationen sei auf folgende Literatur verwiesen:
Mary Burmeister, Selbsthilfebücher I – III. (Die deutschen Ausgaben sind über das Europa-Büro erhältlich.)
Alice Burmeister und Tom Monte, Heilende Berührung. Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu® behandeln, München 1998.
Felicitas Waldeck, Jin Shin Jyutsu. Schnelle Hilfe durch Auflegen der Hände, Reinbeck 2003
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„The Main Central“
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