| Wickelkreuztrage |
„Möglicherweise wird der Säugling durch das stundenlange Liegenlassen, wie es in unserer Kultur seit der Industrialisierung, d.h. seit rund 150 Jahren der Brauch ist, in einen unphysiologischen Zustand versetzt, der sich u.a. in einem unspezifischen Schreien äußert. Wenn wir bedenken, daß der menschliche Säugling beinahe während der ganzen Menschheitsgeschichte von der Mutter herumgetragen wurde, müssen wir uns ernsthaft fragen, ob nicht viele Kinder gar nicht in der Lage sind, in den ersten Lebensmonaten ohne ständigen Körperkontakt mit einer vertrauten Person auszukommen.“
Mit Freude beobachte ich, daß sich in den letzten Jahren immer mehr Eltern für das Benutzen einer Tragehilfe entscheiden. Während sie so Kopf und Hände frei behalten für eigene Aktivitäten, notwendige Hausarbeiten oder ältere Geschwister, bekommt das Baby sozusagen fast nebenbei den so notwendigen Körperkontakt. Aus der Perspektive der Erwachsenen kann es deren Welt sozusagen von einer „secure Base“ aus kennenlernen. Viele Eltern empfinden wohltuend, dass sich durch ihre Entscheidung, sich das Kind umzubinden, der zerrissene Alltag wieder zusammenfügt und die Nerven sich erholen können. Das Baby andererseits erhält die Zuwendung, die sie ihm gerne geben wollen und die es für seine gesunde Entwicklung braucht.
Wurde ich vor 16 Jahren mit meiner ersten Tochter unterm Mantel noch auf offener Straße mit einer Anzeige beim Jugendamt bedroht, so wurden die Reaktionen bei meinen jüngeren Kindern doch zunehmend freundlicher.
Die allermeisten Eltern fragen sich jedoch auch heute noch besorgt, ob das Tragen auch wirklich weder dem Kind noch ihnen selber schadet. Wie ist das mit Haltungsschäden? Wird das Kind verwöhnt oder abhängig? Wie hält das dein Rücken aus? . . . und vor allem: wie binde ich das Tuch?
| Hüfttrage |
Sicher, wer sein Kind tragen möchte setzt sich mit solchen Fragen auseinander, denn er handelt anders als allgemein üblich, anders als es die Verwandtschaft rät und auch anders als es noch in einigen Erziehungs- und Gesundheitsbüchern steht. Das erfordert Mut und der wächst mit fundiertem Wissen: Menschenbabies sind, biologisch gesehen, Traglinge, d.h. sie haben äußerlich zwar die Reife von Nestflüchter, können sich selber aber noch nicht fortbewegen. Wird ein Kind getragen, hat es den idealen Lebensraum für seine Entwicklung. Von einem sicheren Ort aus, der den Gegebenheiten des bekannten Mutterleibes am nächsten kommt, kann es die Welt erkunden, oder sich aus eigener Kraft zurückziehen und einfach einschlafen - eine der ersten selbständigen Entscheidungen ist so möglich. Gewissermaßen kann ein Baby so von Beginn an lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Tragen macht Babies stark.
Tragen macht auch Eltern stark. Durch die unmittelbare Nähe zum Baby nehmen Eltern dessen feine Signale deutlicher und früher wahr. Das ermöglicht ihnen wiederum, schnell und gezielt darauf zu reagieren. Ein zufriedenes Baby gibt jungen Eltern das Gefühl, sichere und kompetente Eltern zu sein. Ein wohltuender Kreislauf von „sicheren Eltern - zufriedenes Baby - entspannten Eltern“ setzt sich in Gang.
Eltern, die zu den entwicklungsphysiologischen Hintergründen sowie zum Erlernen der geeignetsten Bindeweise Informationen brauchen, finden diese oft nicht so ohne weiteres. Fundierte Literatur, wie das Buch von Evelin Kirkilionis „Ein Baby will getragen sein“ oder Beratungsangebote für Eltern, wie sie z.B. Die Trageschule(R) mit Kursen und Workshops rund um das Tragetuch anbietet, beginnen diese Lücke zu schließen
Um Haltungsschäden zu vermeiden und die Gefahr von Fehlbelastungen für die tragenden Eltern auszuschließen, ist das Tragetuch besonders geeignet. Damit ist ein anatomisch korrekter Sitz für das Kind und die optimale Lastverteilung für den Träger am besten realisierbar . Auch finanziell zahlt sich ein Tragetuch aus. Bräuchte ich sonst Bauchtragesitz und Rückenkraxe , „wächst“ das Tuch vom Neugeborenen bis ins Kleinkindalter mit, sogar bei mehreren Kindern.
Tuchbinden muß man allerdings lernen und etwas üben. Für jede Entwicklungsstufe des Kindes gibt es geeignete Bindeweisen. Die Bindeweisen, die von der
Trageschule(R) vermittelt werden, sind aus den Trageerfahrungen von Eltern aus aller Welt und unter medizinisch- anatomischen Gesichtspunkten entwickelt.
Die Trageschule bietet neben Elternkursen auch Hebammen, Kinderschwestern, Stillberaterinnen und allen, die Eltern und Babies begleiten, die Ausbildung zur Trageberaterin an. Ziel soll es sein, ein bundesweit flächendeckendes Netz für kompetente Trageberatung zu schaffen.
Bärbel Hauswald gibt ihre Erfahrungen als Mutter, ihr Wissen als Heilpraktikerin sowie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten als eingetragene Beraterin der Trage-schule(R) in Elternkursen und Einzelberatungen in Bischofswerda und Pirna weiter. Information und Anmeldung unter der
Telefonnummer 03594-704006
Sie suchen eine Beraterin oder einen Kurs in ihrer Nähe?
Fragen Sie nach in der Trageschule(R) im KALEB-Zentrum Dresden
Bautznerstr. 52, 01099 Dresden
Tel. 0351-8014432 oder
http://www.trageschule-dresden.de.
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