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Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Informationsträger Wasser
Autor:Joe Romanski (17.01.2005)

Wasser jenseits der Physik - 2
Wasser jenseits der Physik: Masaru Emoto experimentiert seit über 10 Jahren mit Wasserkristallen. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt
Wasser jenseits der Physik: Masaru Emoto experimentiert seit über 10 Jahren mit Wasserkristallen. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt


Es begann mit der Behauptung eines französischen Immunologen. Jacques Benveniste, Abteilungsleiter am staatlichen französischen Forschungsinstitut Inserm, beschrieb in einem 1988 in der Zeitschrift Nature erschienenen Artikel seine Versuche mit stark verdünnten Flüssigkeiten. Die würden sogar dann noch Wirkungen erzielen, wenn in ihnen gar kein Wirkstoff-Molekül mehr enthalten seien. Benvenistes Begründung: Das Wasser „erinnert“ sich an das zuvor enthaltene Molekül.
Die Fachwelt reagierte, vorsichtig ausgedrückt, sehr distanziert. Dafür jubelten die Homöopathen. Wasser, das Informationen speichert, war ein stimmiges Modell für die Wirkungsweise ihrer extrem verdünnten Substanzen. Denn wie alle alternativen (oder moderner: komplementären) Heilmethoden leidet auch die Homöopathie darunter, dass die Wirksamkeit ihrer Präparate zwar in Millionen Einzelfällen gut belegt ist. Doch versucht man diese Heilerfolge mittels systematischer Studien zu bestätigen, ergeben sich bestenfalls widersprüchliche Ergebnisse. Allerdings kritisieren Homöopathen, dass viele dieser Studien nicht den Prinzipien der klassischen Homöopathie entsprechen, da die Mittel auf die Patienten meist nicht individuell abgestimmt werden. Sie fordern deshalb sogenannte Outcome-Studien, die die Daten praxisnäher überprüfen und so in der Regel zu besseren Ergebnissen kommen.
Nicht viel besser als den Homöopathen erging es Benveniste. Nachdem Nature-Chefredakteur John Maddox, in seiner Funktion eine Art Großinquisitor der naturwissenschaftlichen Orthodoxie, zusammen mit dem professionellen „Entlarver“ James Randi sowie dem Fälschungsexperten Walter Stewart die Experimente vor Ort geprüft hatte, kamen Sie zu dem Schluss, dass die Art und Weise, wie die Versuche durchgeführt worden seien, Benvenistes ungewöhnliche Schlussfolgerungen nicht zuließen. Der gleichen Meinung war drei Jahre später Nobelpreisträger Georges Charpak nach einer Reihe begutachteter Versuchsreihen, die allenfalls zufällige Effekte bewirkten. Worauf Benveniste Sabotage in seinem Labor vermutete und verdächtige Mitarbeiter hinaus warf. Es half nichts. Der Franzose galt unter seinen Kollegen fortan als Scharlatan.



Bestätigungen und Rückschläge

Entlastung kam Ende der 90-er zunächst aus Japan von dem mittlerweile fast schon populären Alternativmediziner Masaru Emoto (siehe naturel Heft November und Dezember 2002). Dessen Wasser soll nicht nur zwischen guter Musik und sterilem Gedröhn unterscheiden können, sondern auch auf die Bedeutung von Worten reagieren.
Wenig später behauptete der Schweizer Louis Rey, als ehemaliger Forschungsdirektor von Nestlé eher ein Vertreter des naturwissenschaftlichen Establishments, Erinnerungseffekte in gefrorenem Wasser gefunden zu haben. Diesmal bricht die Kritik schon los, bevor die Ergebnisse publiziert werden. Hauptanstoßpunkt: Der Schweizer habe seine Versuche nicht als Blindstudie durchgeführt. Außerdem könnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich in den Eisproben entgegen seinen Behauptungen doch entsprechende Moleküle befinden.

Der nächste spektakuläre Wasserbefund kommt aus Deutschland, genauer aus Stuttgart vom Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen. Dessen Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. B. Kröplin hatte herausgefunden, dass sich die Strukturen eingetrockneter Wassertropfen trotz identischer „Tropftechnik“ individuell unterscheiden. Für Kröplin ein Beleg, „... dass sich materielle Anordnungen in Flüssigkeiten (…) durch geistige und emotionale Prozesse beeinflussen lassen“.

In eine ähnliche Richtung weisen Untersuchungen des sogenannten Grander-Wasssers durch russische Wissenschaftler.
Der 75-jährige österreichische Erfinder Johann Grander belebte Wasser schlicht und einfach „informatorisch“, in dem er es an einer Probe „seines“ Wassers vorbeiströmen lässt. Die positiven Wirkungen sollen vielfältig sein. Auf der Homepage ist die Rede von Verbesserungen der Aufnahmefähigkeit von Mehl beim Brotbacken, vom Rückgang der Verkalkung und geringer Keimbelastung sowie allerlei Gesundheitseffekten.
Die Suche nach wissenschaftlichen Erklärungen erbrachte zunächst nicht viel bzw. gar nichts, denn eine anfangs gemessene Verringerung der Oberflächenspannung stellte sich nach einer Zusatzuntersuchung des Max-Plancks-Instituts als ein durch einen Gartenschlauch verursachter unbeabsichtigter Effekt heraus.

In Russland ging man deshalb einen Schritt weiter. Am Institut für Humanökologie und Umweltmedizin in Moskau wurde die Wirkung des informierten Wassers auf Bakterien getestet. Das Ergebnis: „Unter Einwirkung von Grander-Technologie kommt es zu einem beschleunigten Absterben dieser Bakterien, was wir darauf zurückführen, dass sich das Milieu im Wasser verändert hat. Außerdem konnten wir eine verstärkte Selbstreinigung und mikrobiologische Stabilität feststellen“, erläutert Institutsdirektor Prof. Dr. Yuri Rachmanin, der als Vize-Präsident der Russischen Akademie der Naturwissenschaften und WHO-Experte ebenso in der Schulphysik verankert ist, wie Kröplin oder Rey.
Für das Wirkprinzip freilich haben auch die Russen nur vage Erklärungen. Sicher sind sie sich nur darin, dass auch physikalische Parameter in die Qualitätskontrolle von Trinkwasser einbezogen werden müssten. „Die praktische Anwendung geht historisch der wissenschaftlichen Erklärung voraus“, heißt es dazu bei Plocher Technology, einem der Branchenführer.
Das freilich fichten die Gegner nicht an. Sie fuhren schweres Geschütz auf und ließen dem österreichischen Wasserbeleber Grander gerichtlich verbieten, in Bezug auf Krankheiten mit Heil- oder Linderungsaussagen zu werben. Anders als Grander und Plocher, deren Prinzipien man als kontaktlos bezeichnen kann, setzen andere Hersteller auf Technologien, die das Wasser möglicherweise „physikalischer“ beeinflussen als nur informatorisch. So verwenden Erfinder wie Eckhard Weber meist spiralförmige „Aktivatoren“ und „Harmonisierer“, die allein durch ihre Form bestimmte spezifische Resonanzen herstellen sollen. Ein Grundmuster meint der Kasselerer Unternehmer in der Fischblase gefunden zu haben, deren Form sich aus der Schnittmenge von zwei sich überschneidenden Kreisen ergibt. Diese wiederum findet man als Bestandteil der Heiligen Geometrie in vielen alten Schriften wieder. Der Gedanke dahinter: Formen und Muster wechselwirken; auch wenn dieser Mechanismus schulphysikalisch bisher nicht beschreibbar ist und die (oft schwachen) Effekte deshalb wegdiskutiert werden.

Wieviel Wirkung ist Wirkung?

Nicht wegzudiskutieren ist allerdings ein echtes Manko aus Verbrauchersicht: Unabhängig davon, wie man die Begriffe Aktivierung, Belebung, Harmonisierung usw. definiert, bleibt stets die quantitative Frage unbeantwortet, wieviel Aktivierung, Belebung oder Harmonisierung das entsprechende Wasser im Allgemeinen oder im Durchschnitt zu bieten hat. Sind es eher 1 Prozent (wovon auch immer) oder eher 50?
Dass diese Frage nur schwer zu beantworten ist, ist kein befriedigendes Argument. Das Schweizer Kleinunternehmen Elisa Energiesysteme setzt wohl auch deshalb auf eine Doppelstrategie: Individualisierung und die Kombination verschiedener Materialien und Technologien. Zum Einsatz kommen neben Wirbel-, Kristall- oder Heilölkammern auch Edelsteine und sogar Gold in Form von Nuggets.

Einen Spagat zwischen Physik und Metaphysik hingegen versucht Maria Ciccolo. Sie behauptet, das Wasser aus den Quellen berühmter Heilorte hätte allein deshalb entsprechende heilende Eigenschaften. Diese Lichtwässer, wie die Italienerin sie nennt, entstammen den Quellen von Fatima, Lourdes, Montichiari, Santa Maria alla Fontana, San Damiano, Medjugorje und Efeso.

Signora Ciccolo fand heraus, dass diese Wässer mit den 7 Hauptfrequenzen des Lichtspektrums in Resonanz treten.
Was auch immer die gelernte Bilogin entdeckt hat, die Lichtwässer sollen bzw. können „...aufgrund ihrer energetischen Eigenschaften und ausgeprägten Frequenzen rhythmisch getrunken, auf die Haut aufgetropft oder gesprüht und beim Kochen und Anrichten der täglichen Speisen verwendet werden“, wie es auf der Website heißt.

Das Superwasser

Noch einmal ganz anders als die anderen ist das Superionisierte Wasser (abgekürzt SIW) des Ingenieurs Ayhan Doyuk. Auch oder vor allem weil es etwas kann, dass die „gewöhnlichen energetisierten“ Wässer nicht zu leisten vermögen: Öl bzw. Kohlenwasserstoffverbindungen zerlegen und sogar Benzinbrände löschen. Man erinnere sich: Ionisation bedeutet, verkürzt gesagt, Elektronenüberschuss oder -bedarf, hat also im weitesten Sinne etwas mit Energie zu tun. Wie genau der in Deutschland lebende Türke es bewerkstelligt, dass seine Wassermoleküle stets überschüssige Elektronen parat haben, will er nicht verraten. Ein Blick auf die Homepage zeigt jedoch, in welche Richtung man denken muss. Die von Doyuk empfohlenen Bücher handeln von Nullpunkt-Energie und Quantenphysik.

Das SIW bleibt dabei trotzdem Wasser, das man trinken und in dem man baden kann. Durch den Elektronenüberschuss ist es zudem ein hervorragender Radikalenvernichter. Denn die allseits berüchtigten Freien Radikale sind so radikal, weil in ihrer Elektronenhülle ein Elektron fehlt – das ihnen das SIW liefert.

Was hier so phantastisch klingt, kann tatsächlich als wissenschaftliche Entdeckung ersten Ranges bezeichnet werden. Denn für die Ölaufspaltung wird de facto keine zusätzliche Energie benötigt; zumindest keine konventionelle. Das superionisierte Wasser zaubert aus dem für die Umwelt gefährlichen Öl in wenigen Minuten eine harmlose Substanz, die anschließend als Düngemittel oder sogar als Fischfutter verwendet werden kann. Wer´s nicht glaubt, kann sich relativ einfach selbst davon überzeugen. Doyuk versucht seit fast zwei Jahren mittels regelmäßiger Vorträge und Vorführungen in ganz Europa seine Erfindung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Echo in Politik und Wissenschaft ist so gut wie nicht vernehmbar. Das könnte sich schon bald ändern. Denn im Hinter- und bisweilen auch Untergrund wird überall auf der Welt fleißig an Technologien getüftelt, die aus den merkwürdigen Eigenschaften des Wassers nutzbare Energie machen sollen. Doch das ist ein anderes Thema.

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Autor:Joe Romanski (17.01.2005)

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