Informationspflicht für eine verantwortungsvolle Impfentscheidung
Autorin: Christiane Thomas
Es läuft als Werbespot im Radio, Eltern werden mit Material überhäuft, junge Mütter bereits wenige Stunden nach der Geburt mit Fragen konfrontiert, in vielen Kindereinrichtungen prangt es von großen Plakaten: Die Werbemaschinerie für das Thema Impfen ist im Alltag von Familien allgegenwärtig. Wie bei jeder Form von Werbung handelt es sich auch dabei um Empfehlungen, um Angebote, denn in Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung liegt allein in der Hand der Eltern. Doch wer verantwortungsvoll entscheiden will, benötigt Informationen aller Seiten: umfassend, kritisch und möglichst emotionsfrei.

Bild: Ein Kind wird geimpft (Foto von Ninjapoodles, Flickr.com)
Nicht anders als beim Kauf eines neuen Autos sind Vorteile und Risiken abzuwägen, Für und Wider zu beleuchten, fachmännische Erfahrungen einzuholen. Kein Problem, wenn es sich um Informationen der Impfbefürworter handelt, denn die Impfstoff herstellenden Firmen sind gern bereit, ihren Erfahrungsschatz (und nicht nur diesen) zur Verfügung zu stellen.
Schwieriger wird es, wenn Fragen nach den Risiken von Impfungen gestellt werden, nach Nebenwirkungen oder gar möglichen Impfschäden. In erster Linie müsste der Kinderarzt diese den nach umfassender Information suchenden Eltern beantworten. Doch viele Ärzte tun sich schwer damit, was wiederum verständlich wird, wenn man weiß, dass ihre Impfberatung nur dann finanziell honoriert wird, wenn danach auch geimpft wird. Schlimmer noch ist eine Behauptung der Sächsischen Landesärztekammer, nach der Impfungen Routinemaßnahmen und medizinischer Standard seien und der Arzt daher auf „eine Einwilligung der Eltern zu dringen“ hat. „Tut er dies nicht, kann er ... im Falle einer Erkrankung mit Komplikationen ..., die durch Impfung vermeidbar gewesen wäre, zur Verantwortung gezogen werden.“ (Brief LÄK vom 10.12.2003) Eine rechtlich nicht zu haltende Äußerung, denn die Eltern tragen die Verantwortung für die Entscheidung und allein das Kind trägt die Folgen einer Erkrankung oder aber des Impfens gegen eine Krankheit.
Die Informationslücke, die impfende Ärzte oft hinterlassen, füllen mittlerweile zahlreiche impfkritische Schriften von Ärzten und Wissenschaftlern, die man über das Internet oder im Buchhandel erhalten kann. Ein erster Schritt für Eltern, die sich allseitig informieren möchten, ist ein Anruf bei EFI oder ein Blick auf deren Website. Eltern für Impfaufklärung e.V. ist ein deutschlandweit arbeitender gemeinnütziger Verein, der Eltern bei ihrer Informationssuche unterstützen und eine Orientierung im Dschungel der Impfkritik geben möchte. Mit EFI-Dresden hat auch unsere Region eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Impfen. Dazu gehören zunehmend auch rechtliche Grundlagen für ungeimpfte Kinder, die weder in Kindereinrichtungen noch bei Ärzten benachteiligt werden dürfen.
Sächsische Pneumokokken besonders gefährlich?
„Hirnhautentzündung bekommt man von Pneumokokken!“ tönt seit Wochen eine freundliche Männerstimme aus dem Radio, und man könnte meinen, den erhobenen Zeigefinger mitzuhören. Und doch ist diese Aussage so war und so falsch wie: „Schokolade macht dick.“ In Massen gegessen, zusammen mit Unmengen anderer ungesunder Leckereien, unbeweglich auf dem Sofa lümmelnd mag das sicherlich zutreffen. Wer nicht so lebt, wird sich auch von einer solchen Drohung nicht um eine kleine Nascherei bringen lassen. Pneumokokken gehören bei jedem zweiten Menschen zur normalen Mundflora. Unbestritten können sie jedoch zahlreiche, auch schwer verlaufende Krankheiten auslösen. Betroffen sind hauptsächlich solche Menschen, deren Abwehr geschwächt ist, so Dr. Christoph Tautz, Kinderarzt im Gemeinschaftskrankenhaus Witten Herdecke und einer von vielen deutschlandweit tätigen Ärzten für individuellen Impfentscheid.
Als Beispiele nennt er Patienten, deren Milz entfernt werden musste, angeborene Immundefekte oder bestimmte chronische Erkrankungen. Für diese Grunderkrankungen gibt es schon seit einiger Zeit eine öffentliche Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO). Allerdings gibt Dr. Tautz zu bedenken, dass die Effektivität dieser Impfungen nicht sonderlich gut sei. „Keine Studien zeigen die Vorteile der Impfung, ausgenommen bei den genannten Grunderkrankungen.“
Weder Mittelohrentzündungen noch Meningits seien seltener geworden, auffällig sei jedoch eine Keimverschiebung zu anderen Pneumokokkenstämmen. Die derzeit verabreichten Impfstoffe enthalten nur 7 bzw. 23 Serotypen der über 90 Pneumokokkenstämme, und gerade die im Impfstoff nicht enthaltenen Serotypen haben als ursächliche Erreger stark zugenommen. Außerdem gibt Dr. Tautz zu bedenken, dass der Impfstoff selbst nicht unproblematisch ist. Der bis zum 3. Lebensjahr verabreichte Impfstoff Prevenar enthält beispielsweise Aluminiumphosphat, eine Metallverbindung, die als Nervengift wirken kann.
Eine generelle Empfehlung der Pneumokokkenimpfung, wie sie die Sächsische Impfkommission mit ihrem Vorstoß jetzt gibt, lehnt Dr. Tautz ab und fordert die Eltern auf, selbst individuell zu entscheiden, ob die Impfung für ihr Kind sinnvoll ist oder nicht. Sollten sie sich gegen eine Impfung entscheiden, ob nun Pneumokokken, Röteln, Masern oder Tetanus, folgt nun der zweite Schritt: ein neues Bewusstsein im Umgang mit Krankheiten. Von Homöopathie bis TCM bietet die Medizin zahlreiche Alternativen: eine neue Entscheidung, die mündige Eltern fordert.
Zum Weiterlesen:
EFI-Dresden (Hrsg.), Informationssammlung für eine überlegte Impfentscheidung
Martin Hirte: Impfen-Pro & Contra, Verl. Knaur
Veronica Widmer, Impfen – eine Entscheidung, die Eltern treffen
Dr. med. F. Graf: Die Impfentscheidung; Nicht impfen – was dann?, Sprangsrade Verlag
www.pneumokokken.info
Veröffentlicht am 16.01.08 um 09:39 Uhr




