Die Tiere wurden auf die Weiden gebracht und die Ställe ausgemistet. Diese ganz profanen, notwendigen und sich immer wiederholenden Tätigkeiten wurden auch zu symbolischen Handlungen. Eine Reinigung, ein Aufräumen, ein Ausmisten und Neuordnen, bevor man ein nächstes Projekt in Angriff nimmt, hat auch einen rituellen Charakter, der mehr als nur in der realen Welt Wirkung zeigt.
Valentinstag
Draußen beginnt nun der Saft in den Bäumen zu steigen, ein Zeichen des Lebendigwerdens der Natur. Die elementaren Triebkräfte brechen auf. Die verschiedenen Bräuche, zu „Valentin“, am 14. Februar, zeigen, welche „Säfte“ auch in uns lebendig werden. „FA“ heißt zeugen und Fastnacht und Fasching lassen noch heute ahnen, welche Kultfeste einst gefeiert wurden. Die Luperkalien (Luperkalien: altrömisches Fest, ursprünglich zu Ehren des Hirtengottes Faun, das später zur Reinigungs- und Fruchtbarkeitsfeier wurde) waren das Fest der natürlichen Hitze – der Paarungsbereitschaft in der Natur, besonders bei den Wölfen. Lupus ist der Wolf, ein heiliges Tier, das Mutter Naturs Fortpflanzungsaspekt symbolisiert. Dies war der ursprüngliche Sinn des Valentinstages, als die Menschen ihrer Sexualität und Anziehungskraft gedachten und sie feierten.
Der Valentinstag hat im alten Rom seinen Ursprung. Willige junge Mädchen schrieben ihre Namen auf Papyrusstreifen und ließen junge Männer diese Briefchen ziehen wie bei einer Verlosung.
Die jungen Leute verbrachten den Tag dann zusammen als Gefährten und nur die Göttin wusste, was für Abenteuer folgten – Verliebtheit, Heirat oder einfach nur ein Tag, an den man sich später gern erinnerte. Von beiden Geschlechtern nahmen gleich viele teil, so dass niemand allein nach Hause gehen musste.
Aufzeichnungen über diesen Brauch reichen in England bis ins Jahr 1479 zurück. Demnach schrieben die jungen Mädchen Briefe an ihren Valentinsgeliebten. Ausgelost wurde also nicht mehr, die jungen Leute schickten dem oder der Erwählten einen Brief, in dem sie ihre Gefühle ausdrückten. In den achtziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts wurden diesen Briefen Spitzen, handbemalte Stoffe, Ornamente, Vögel, Körbe, Bänder und Putten hinzugefügt; später folgten Gedichte und Parfüm. Heute ist sich kaum einer mehr des Ursprungs dieses Festes bewusst, viele halten ihn leider schlichtweg für eine Erfindung des Blumenhandels.
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