Der Winter wird mit dem Wasser-Element verbunden. Im Winter ist die Natur in ihrer Ruhephase, tief und still in die Erde zurückgezogen. Die kahlen Gerippe der Bäume und die unter Schnee und Eis erstarrte Landschaft lassen die Natur wie tot erscheinen. Tiere und Menschen ziehen sich in ihre Behausungen zurück und warten auf den Frühling.
Die Kraft des Winters ist tief und Yin. Es ist eine Zeit, in der wir sparsam mit unserer Energie und den Reserven umgehen und die aktive, nach außen gerichtete (Yang-) Energie nicht verschwenden sollten. So sind wir im Winter oft häuslicher und machen es uns in unserem Haus gemütlich und wohlig warm.
„Angst klopfte an die Tür, Vertrauen öffnete – und niemand war draußen.“
Chinesisches Sprichwort
Diese dunkle Jahreszeit kann aber auch Gefühle der Einsamkeit oder der Angst auslösen. Wenn wir wenig Ablenkung von außen haben und mit unserem Innenleben konfrontiert sind, kann Angst entstehen - vor dem Alleinsein, der Finsternis, dem Tod ... Diese Emotionen sind mit dem Wasser-Element assoziiert, aber das Wasser gibt uns auch den Schlüssel, sie zu überwinden: durch das Vertrauen und den Mut, uns mit diesen Empfindungen auseinander-zusetzen. Ein wunderbares chinesisches Sprichwort lautet: „Angst klopfte an die Tür, Vertrauen öffnete – und niemand war draußen.“
| Steinerne Zeugen: Statuen und Wasser als Symbol der Ruhe |
In der Kälteperiode des Jahres braucht der Mensch mehr Ruhe, Entspannung, aufbauende Nahrung und vor allem viel Wärme, denn die kalten nassen Tage können eine tiefe Steifheit oder Schmerzen, vor allem im Rücken mit sich bringen. Rückenbeschwerden, besonders im unteren Rücken, sind häufig ein erster Hinweis, dass das Wasser-Element nicht ausgeglichen ist. Andere Merkmale können sein: Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Erschöpfung oder übertriebene Ängstlichkeit. Diese Zeichen machen sich oft bemerkbar, lange bevor die dem Wasser zugeordneten Organe – Niere und Blase (der Blasenmeridian verläuft im Rücken von oben nach unten seitlich neben der Wirbelsäule) – erkranken.
Mit Nahrungsmitteln, Entspannung und ausreichend Schlaf das Wasser unterstützen Blase und Nieren sind besonders im Winter anfällig für Symptome bzw. Krankheiten. Diese Organe haben sehr viel mit Fließen und Im-Fluss-Sein zu tun, was durch ins Innere eingedrungene Kälte eingeschränkt wird.
Deshalb müssen wir gerade jetzt für innere Wärme sorgen. Dazu tragen yang-betonte Nahrungsmittel bei, wie Getreide, Wurzelgemüse und Hülsenfrüchte, z.B. als Suppe oder Eintopf zubereitet. Es ist gut, sich mit yin-betonten Speisen wie Südfrüchten, Rohkost oder Zucker (etwas) zurückzuhalten - besonders, wenn das Wasser geschwächt ist.
Das Wasser-Element erholt sich durch Ausruhen und ausreichend Schlaf. Bekommen wir zuwenig davon, entstehen oft dunkle Ränder unter den Augen, als erstes Zeichen für die Überanstrengung der Nieren.
Mit Entspannung ist vor allem geistige Ruhe gemeint – die Fähigkeit, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Körperlich sollten wir allerdings auch im Winter etwas in Bewegung bleiben, um den Körper warm und die Energie im Fluss zu halten. Zusammen mit mentaler Entspannung geschieht diese mühelose Bewegung aus einem Ausgeglichen- Sein heraus – wir sind „gut im Fluss“.
Ein kleiner Tipp zur Entspannung des Rückens – „Tennisball-Shiatsu“
Diese Übung kann einen harten, angespannten Rücken wunderbar entlasten. Jedoch bitte nicht bei ernsthaften Problemen der Wirbelsäule anwenden! Nimm einen Tennisball und lege dich mit dem Rücken auf eine harte (Teppichboden) bis mittelweiche (Matratze) Unterlage. Stelle deine Füße auf, so dass die Beine angewinkelt sind. Lege nun den Tennisball unter den Rücken zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule – beginne mit der entspannteren Seite. Lasse dann langsam dein Gewicht auf den Ball sinken, so dass dadurch ein angenehmer Druck auf die Muskulatur seitlich der Wirbelsäule ausgeübt wird. Nach einer Weile verschiebe den Ball etwas nach unten und wandere so nach und nach den ganzen Rücken hinunter bis zum Kreuzbein. Dann wiederhole, vorsichtig den Druck dosierend, diesen Ablauf auf der anderen Seite. Täglich angewendet (ca. 10 Min.) kann die verhärtete Muskulatur gelockert und der Rücken weicher und geschmeidiger werden.
Petra Rebha Kaiser leitet die SHENDO® Shiatsu Institute Dresden – Leipzig. „Shen“ bezeichnet eine dem Herzen zugeordnete Kraft der Bewußtheit, der Freude und der Begeisterung. „Do“ ist der Weg: „Shiatsu als Weg der essentiellen Berührung von Körper, Geist und Seele“. Heilpraktikerin und Körpertherapeutin mit eigener Praxis in Berlin.
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