Die frischen Blätter haben eine starke Würzkraft und dürfen daher nur sparsam zugesetzt werden. Wer Salbei trocknen möchte, erntet die silbrig glänzenden Triebe Ende August, Anfang September und hängt oder legt sie an einen luftigen, trockenen Ort. Bei der Suche nach den Anwendungsmöglichkeiten von Salbei in der Naturheilkunde fällt eine besondere Vielzahl von Erkrankungen auf, die durch Salbei gelindert werden können.
Das Spektrum reicht von Erkältungen über Magen-Darm-Beschwerden, Frauenkrankheiten, Schweißausbrüche bis hin zu Hauterkrankungen und Zahnfleischentzündungen. Verantwortlich für diese Vielfalt sind seine unterschiedlichen Wirkstoffe. Neben seinem ihn prägenden Bitterstoff Salvin wären das seine antibiotisch wirkenden ätherischen Öle, schmerzhemmende Rosmarinsäure, krampflösende Flavonoide und andere. Dr. Jörg Zittlau sieht in dieser „einmaligen Mischung“ den „besonderen Reiz des Salbeis“.
Heilkraft gegen Entzündungen
Verantwortlich für die anfangs erwähnte Wirkung bei Rachen- oder Mandelentzündungen, aber auch anderen entzündlichen Prozessen der Haut und Schleimhäute ist die Kombination aus entzündungshemmenden und antibiotischen Wirkstoffen. Diese sind im Unterschied zu anderen Heilpflanzen gut wasserlöslich, so dass sie auch als Tee wirksam werden können.
Salbeitee zum Trinken oder Gurgeln
Überbrühen Sie einen gehäuften Teelöffel frischen oder getrockneten Salbei pro Tasse mit kochendem Wasser, Deckel drauf und je nach gewünschter Stärke eine halbe bis fünf Minuten ziehen lassen. Wem der Geschmack zu herb ist, kann den Tee mit einem Löffel Honig und Zitronensaft oder gleichzeitigem Zusetzen von Kamillenblüten oder Zitronenmelisse verfeinern. Die besondere Wirkung der Bitterstoffe entfaltet sich, wenn Sie den Teeansatz drei bis fünf Minuten kochen und ihn anschließend noch einige Minuten ziehen lassen. Trinken Sie täglich zwei Tassen bei Entzündungen der oberen Luftwege, Husten, Verschleimungen im Magen-Darm-Bereich oder Blähungen, Durchfall oder Krämpfen.
Bei Zahnfleischentzündungen oder Halsbeschwerden empfiehlt es sich, aller ein bis zwei Stunden mit Salbeitee zu gurgeln. Auch frische Blüten lassen sich als Tee oder Zusatz zu Kräuterbutter verwenden.
Salbei-Umschlag
Der Sud aus zwei Teelöffeln Salbei und einem halben Liter Wasser kann auch gut für äußere Wickel, beispielsweise um den Hals, verwendet werden. Tränken Sie ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch mit dem warmen Sud und wickeln Sie es dicht um den Hals. Darüber binden Sie ein trockenes Zwischentuch und einen Wollschal, damit der Hals warm bleibt. Dieser Wickel soll mehrmals täglich gewechselt werden.Eine besonders heilkräftige Wirkung hat ein aus feingehackten Blättern hergestellter Salbeischleim.
Die frischen oder getrockneten Blätter werden unter mehrmaliger Zugabe von wenig Wasser sehr lange gekocht und zum Schluss mit etwas Leinöl versetzt. Diese schleimige Masse legen Sie auf die entsprechenden Stellen auf und lassen Sie mehrere Stunden wirken.
Hilfe bei Schweißausbrüchen
Wer immer wieder an unangenehmen Schweißausbrüchen leidet, sei es aufgrund von Wechseljahresbeschwerden, Nervosität, Übergewicht oder bei Schweißfüßen, bekommt mit Salbei ein wirkungsvolles natürliches Mittel gegen diese Beschwerden. Seine Wirkstoffe beeinflussen die Schweißabsonderung gleich an zwei Stellen im Körper: Zum einen normalisieren sie die Arbeit der Schweißdrüsen, zum anderen regulieren sie die Steuerung der Schweißdrüsen im Zentralen Nervensystem. Interessant ist die Möglichkeit, Salbeitee oder –tinktur dabei sowohl innerlich, als auch äußerlich anwenden zu können. Wer also nur partiell beispielsweise an Schweißfuß leidet, kann hierbei durch Salbeifußbäder Abhilfe schaffen. Besonders wirkungsvoll sind diese sowohl inneren, als auch äußeren Anwendungen, wenn dabei die frische Pflanze genutzt wird.
Frauenbeschwerden natürlich behandeln
Auch dabei hat Salbei eine lange Tradition, wobei allerdings nicht alle Anwendungsgebiete wissenschaftlich belegt sind. Nachgewiesen ist aber seine östrogene Wirkung, weshalb Salbei zur Regulierung des Monatszyklus und bei Menstruationsschmerzen wirksam wird.
Hierbei empfiehlt sich neben dem Tee ein warmes Salbeibad. Legen Sie ein großes Bund Salbei für einige Stunden in zwei Liter Wasser, pressen Sie es gut aus und geben Sie den Aufguss mit ins Badewasser . Solch ein Bad kann auch bei entzündlichen oder nässenden Erkrankungen der Haut Linderung verschaffen. Ein Salbeidampfbad oder eine Kompresse mit dem Sud hilft auch bei fettiger und unreiner Haut.
Salbeitee hat außerdem eine hemmende Wirkung auf den Milchfluss bei Stillenden. Was einerseits bei überschießender Milchproduktion oder beim Abstillen von Nutzen sein kann, sollte andererseits von stillenden Müttern oder in der Schwangerschaft beachtet werden, wenn diese Wirkung nicht erwünscht ist.
Junge Mütter sollten dann auf die innere Anwendung der Heilpflanze Salbei verzichten. Einer äußeren Verwendung oder als Gewürz in der Küche steht jedoch nichts im Wege.
Krampflösende und harntreibende Wirkung
Die ätherischen Öle des Salbeis können Verkrampfungen in Darm und Galle beruhigen und lösen. Außerdem helfen die sogenannten Triterpenen - ein Wirkstoff, der auch in der harntreibenden Goldrute zu finden ist - bei Entzün-dungen der Harnwege. Als vorbeugendes Heilmittel ist Salbei daher auch hervorragend geeignet, wenn man an Nierenkoliken oder Harnsteinen leidet. Auch hier sollte man zwei mal täglich eine Tasse Salbeitee langsam trinken. Im Gegensatz zur früheren Auffassung, Salbei auch bei epileptischen Krämpfen einzusetzen, konnte sich diese Annahme nach neuesten Studien nicht bestätigen. Destilliertes Salbeiöl kann in seltenen Fällen und sehr hoher Dosierung sogar epileptische Anfälle auslösen. Das dafür verantwortliche ätherische Öl Thujon hat ebenfalls die Eigenschaft, in sehr hohen Konzentrationen zu Herzjagen, Erbrechen und Schwindelgefühl zu führen und Allergien auszulösen. Die verschiedenen Wirkkomponenten der Salbeipflanze beeinflussen sich jedoch untereinander, so dass vermutlich ihr Zusammenspiel die negativen Wirkungen einer einzelnen Komponente aufhebt. Jedenfalls bescheinigen moderne Pharmakologen dem Salbei keinerlei Allergiepotential. Da die Konzentration des ätherischen Öls Thujon bei der Anwendung von Tee, Salbeisud oder Tinkturen nicht durch Destillieren erhöht wird, sind hierbei keine Nebenwirkungen zu befürchten.
Wässrig-alkoholischer Extrakt aus Blüten und Wurzeln
Die grünen Teile des Salbei sind schon seit Jahrhunderten als Wirkstoff bekannt und geschätzt. Erst in jüngster Vergangenheit wurde entdeckt, dass auch Blüte und Wurzel ein enormes Gesundheitspotential besitzen. Um es zu nutzen, werden die frisch geernteten Blütenstände bzw. Wurzeln mit Ethanol angesetzt und über mehrere Zwischenschritte zu einem wässrigen Extrakt verarbeitet. Die Inhaltsstoffe der Salbeiblüte eignen sich hervorragend zur Behandlung von nervösen und körperlichen Erschöpfungszuständen. Außerdem haben sie eine durchblutungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung. Salbeiblütenextrakt kann daher auch bei Arteriosklerose zum Einsatz kommen. Untersuchungen haben ergeben, dass auch Eisenmangel-erscheinungen durch die Wirkstoffe der Salbeiblüte deutlich gelindert werden konnten.
Salbeiwurzelextrakt hat sich als hervorragendes Magen-Darm-Mittel erwiesen. Seine Inhaltsstoffe beruhigen Entzündungen und Reizungen von Magen und Darm, lindern Verdauungsbeschwerden und sind appetitanregend.
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