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naturel>Leser>Archiv>Ausgabe 2006 April
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Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Grundlagen für ein erfolgreiches Fasten
Autor:Viola Lehmann, Ernährungsberaterin (20.03.2006)

Fasten - jeder kennt es, denn Essen und Nichtessen sind wie Wachen und Schlafen. Es gehört einfach zum Lebensrhytmus dazu, über den sich niemand Gedanken macht. Selbst wenn man krank ist braucht man Ruhe, Geborgenheit und Wärme. Das fiebernde Kind lehnt Nahrung ab und verlangt nach frischen Säften. Das kranke Tier verkriecht sich und frißt tagelang nichts. Kranke tun also instinktiv das Richtige: Sie fasten! Denn dreizig Prozent der Verdaungsarbeit ist in diesem Zusammenhang einfach zu anstrengend und man nimmt lieber die Energie aus den körpereigenen Nahrungsdepots. Indem man fastet, nutzt man die Energie, die nicht für die Verdauung benötigt wird für die Heilung.

Der Volksmund sagt: „Ein voller Bauch studiert nicht gern“. Wenn man fastet bedeutet es nicht, das man die alltäglichen Aufgaben nicht bewältigen kann. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Denkvermögen sind voll da, aber es sollte alles etwas gemächlicher angegangen werden, um in Schwung zu kommen. Vor allem Personen mit niedrigem Blutdruck können gelegentlich am Anfang kleinere Probleme bekommen, aber das pegelt sich schnell wieder ein. Auch diejenigen, die Medikamente nehmen, sollten genau in sich hineinhören oder vorher mit dem Arzt reden, weil sich vieles während des Fastens intensiviert.

Es gibt zwei Energieprogramme des Körpers:
Programm 1 : Ernährung aus Nahrung
= Nahrung – Verdaung – Stoffwechsel – Ausscheidung Endprodukt
= Kraft + Wärme
Programm 2 : Ernährung aus Körperdepots
= Depots von Fett und Eiweiß - „Innere Verdaung“ - Fastenstoffwechsel – Ausscheidung Endprodukt = Kraft + Wärme

Einige Grundregeln des Fastens:
Nichts Essen – für ein, zwei oder mehr Wochen.
Nur trinken: Obst- oder Gemüsesäfte und viel Wasser, soviel der Durst verlangt .
Alles weglassen, was nicht lebensnotwendig ist. Alles das , was zur lieben Gewohnheit geworden ist, aber dem Körper während der Fastenzeit schadet: Nikotin und Alkohol in jeder Form; Süßigkeiten und Kaffee; Medikamente, soweit entbehrlich – auf jeden Fall aber Entwässerungs-tabletten, Appetitzügler und Abführmittel.
Sich vom Alltag lösen: Heraus aus beruflicher und familiären Bindungen; weg von Terminkalender und Telefon. Verzicht auf Illustrierte, Radio, Fernsehen. Statt sich der Reizüberflutung von außen zu unterwerfen – sich der Innensteuerung überlassen.
Sich natürlich verhalten: Das tun, was dem Körper guttut, wonach der Körper verlangt. Der Erschöpfte soll sich ausschlafen, der Bewegungsfreudige soll wandern, Sport treiben, schwimmen. Das tun was Spaß macht– bummeln, lesen, tanzen, Musik genießen, Hobbys pflegen.

Was Fasten nicht ist:
Fasten ist nicht Hungern.
Fasten hat nichts zu tun mit Entbehrung und Mangel.
Fasten bedeutet nicht : weniger zu essen.
Fasten meint nicht: Abstinenz von Fleisch am Freitag; das wäre nur Verzicht.
Fasten hat nicht notwendigerweise mit Religion zu tun.

Was wir durch Fasten gewinnen:
Fasten als schnellste, angenehmste und ungefährlichste Methode abzunehmen.
Fasten als Entschlackungsmittel.
Fasten als biologisches Entgiftungsmittel in einer toxischen Umwelt.
Fasten als Hilfe zur Lösung aus Abhängigkeit von Medikamenten und Genußmitteln.
Fasten für eine schönere Haut von Innen.
Fasten als Vorsorgefasten zur Gesunderhaltung, auch aufs Altern betrachtet.
Fasten als Frühheilverfahren.
Fasten als klinisches Heilfasten - die wirkunsvollste und ungefährlichste Behandlung bei ernährungsabhängigen Stoffwechselerkrankungen.

Wer darf Fasten:
Jeder, der sich für gesund und leistungsfähig hält, der sich zutraut, Disziplin zu halten. Auch alte Menschen, Jugendliche ab dem 14.Lebensjahr und Behinderte dürfen fasten, wenn der Körper normal funktioniert. Die gesunde Schwangere darf ebenfalls fasten, aber nicht länger als eine Woche; danach sollte sie Vollwertnahrung zu sich nehmen.

Wer sollte nicht Fasten:
Wer noch bedenken gegenüber dem Fasten hat oder in längerer schwermütiger Verfassung ist. Wenn nach Krankheit oder Operation der Körper noch zu erschöpft ist. Wenn Sie gerade überfordert, erschöpft, nervös und überreizt sind (warten, bis es günstiger ist). Wenn Sie stark wirksame und kontroll-bedürftige Medikamente einnehmen müssen, dann lieber in eine Fastenklinik gehen.

Wie fastet man am besten:
Am leichtesten fällt es, in einer Gruppe von Gleichgesinnten oder gemeinsam mit dem Partner. Auch sollte man genau planen wann, im Urlaub oder zu einer Zeit wo keine Feiern oder ähnliches in der Familie und Umgebung anliegen. Es empfiehlt sich auch, nicht in der gewohnten Umgebung zu fasten, weil dort die alten Eß- und Trinkgewohnheiten lauern. Wer sich aber stark fühlt kann es aber auch zu Hause und selbst während der normalen Arbeit tun.

Regeln für das Fasten:
Das Innentempo ist im Fasten verlangsamt, alles braucht seine Zeit.
Nehmen Sie sich mehr Zeit als sonst, für die Morgentoilette, der Morgengymnastik, für den Weg zur Arbeit.
Nicht hetzen, eventuell sogar mit Bus oder Strassenbahn fahren, statt Lifts die Treppe benutzen, in der Mittagspause ein Schläfchen machen oder sich an der frischen Luft bewegen, wie jeder möchte.
Der Kreislauf ist nicht so stabil wie sonst, Fastende sind in der Regel auch empfindsamer und damit schutzloser gegen häßliche Angriffe von außen.
Denken sie an den veränderten Körper- und Mundgeruch, den Mund häufiger mit klarem Wasser spülen, der Urin kann sehr dunkel sein und riechen (ein Zeichen der Entgiftung).
Am Abend bewußt in Ihre persönliche Atmosphäre eintauchen, zeitig ins Bett gehen, lesen u.s.w.
Fasten Sie dort,wo es für Sie am gemütlichsten und am schönsten ist, selbst kochende Hausfrauen kommen damit klar, weil das Hungergefühl nicht da ist.

Vorbereitung auf die Fastenzeit

Es wird gebraucht: ca. 1,5 kg Obst oder Gemüse für den Entlastungstag. Obstsaft ohne Zusatz von Zuckerstoffen. Gemüsesäfte Ihrer Wahl wenn möglich, aber so natürlich wie möglich und mit Meer- oder Himalajasalz gewürzt. Es gibt Tomaten-, Gemüseund Sauerkrautsäfte usw.. Wenn Sie kein gutes Leitungswasser oder Quellwasser haben kaufen Sie stilles Wasser ein.

Sie brauchen auch noch ein Abführmittel: entweder Glauberoder Bittersalz, es geht auch ein natürliches Abführmittel aus der Apotheke. Erledigen sie alle lästigen Arbeiten und noch ausstehende Verpflichtungen. Essen und Trinken Sie wie sonst auch. Legen Sie sich etwas wärme Bekleidung bereit (man friert etwas schneller als sonst), eine Wärmflasche, Einlaufgefäß oder ein Abführmittel.

Das Umschalten von Essen auf Fasten geschieht von selbst.

Die richtige Umschaltung wird vorbereitet: durch das Wissen um die Ungefährlichkeit des Fasten, durch den aus freien Willen gefaßten Entschluß, fasten zu wollen.

Fasten beginnt mit einer gründlichen Darmentleerung. Sie ist das Zeichen zum Umschalten und Auftakt des Fastens. Der endgültige Entschluß zu fasten baut sich auf aus der Bereitschaft, sich diesem natürlichen Weg anzuvertrauen, und für den Erstfaster die überraschenden Erlebnisse, daß er keinen Hunger hat, sich wohlfühlt und leistungsfähig ist . Legen sie für sich fest wie lange sie fasten wollen,ich habe die Erfahrung gemacht das zwei Wochen gute Erfolge bringen, aber auch eine Woche ist in Ordnung.

Der Speiseplan für alle Fastentage:
¼l Obst-oder Gemüsesaft als Mahlzeit
3-4l stilles Wasser am Tag, nicht so kalt, Zimmertemperatur oder wärmer, und eher über den Durst hinaus trinken als zu wenig. Sie können auch in dieser Zeit Tee trinken aber gleich Wasser mit dazu stellen, weil Tee Wasser aus dem Körper zieht. Magenempfindliche bzw. Menschen die keine Gemüsesäfte mögen, können auch vorzüglich Fasten mit Hafer-, Reis- oder Leinsamenschleim.

Was noch wichtig ist: In der Zeit des Fastens bekommt der Körper durch die Obstund Gemüsesäfte zwar 1 Teil der Vitamine und Mineralien, alkalische Stoffe und leicht auf-schließbare Kohlenhydrate, die die Übersäuerung des Körpers kompensieren, aber man sollte zusätzlich noch Nahrungsergänzungen zu sich nehmen, damit der Körper nicht in „Not“ gerät. Es sollte ein Multivitamin- und Mineralkomplex (nur im Verbund mit allen Vitaminen u. Mineralien ist eine Aufnahme möglich) auf pflanzlicher Basis sein, denn nur Pflanzliches kann vom menschlichen Körper komplett aufgenommen und verstoffwechselt werden.

Fastenbrechen

Der Stoffwechsel muss nach dem Fasten wieder gezielt auf Hochtouren gebracht werden. Es ist in den ersten zwei Wochen wichtig, eine hohe „Gangart“ einzustellen, damit es in der Folge nicht zu einer Not-Speicher-Reaktion kommt. In der zweiten Woche können die Portionen langsam größer werden. Das Verhältnis Proteine/Gemüse sollte immer etwa 20% zu 80% sein. Morgens gibt es immer nur Kohlenhydrate. Schokolade und Co. also morgens. Es gibt nach Möglichkeit am Tag drei Mahlzeiten und immer viel Wasser. Ein Tag in der Woche kann der Tag des Wahlessens sein. Vorzugsweise an Tagen, an denen Partys, Geburtstage und ähnliches stattfinden. Der Wahltag ist für die „Schädlinge“ gedacht. Wenn Sie sich „Schädlinge“ gönnen, dann lieben Sie diese bitte heiß und inniglich! Dann werden sie Ihnen nicht Schaden und auch nicht irgendwo an Ihnen hängen bleiben.

Was ist was:
Proteine (sauer)
Kohlenhydrate (basisch)
Obst und Gemüse
Fleisch Kartoffeln (neutral)
Fisch Reis
Wild Nudeln
Geflügel Schokolade
Ei Kuchen

Es sollten nie Proteine und Kohlenhydrate zusammen gegessen werden, weil der Magen dann nicht weiß, wie er verstoffwechseln soll, in den „Not-Mechanismus“ umschaltet, und nur alle Fette, die er bekommen kann, speichert. Jo-Jo-Effekte können Sie nur mit der sogenannten Trennkost ausschalten.

Ein Punkt, der noch nicht erwähnt wurde, ist das Thema „Übersäuerung des Körpers“. Beim Fasten wird ja dieser Bereich wieder in Balance gebracht und hilft somit dem gesamten Körper bei der Heilung bzw. Regeneration. Ein großes Übersäuerungsmittel in unserer heutigen Zeit, ist die Kuhmilch und ihre gesamten Produkte (außer Butter=Fett). Deshalb sollten sie Milch,Quark,Joghurt, Molke, Käse meiden. Wenn mal Appetit auf Käse, dann über 60% (Fett) oder von Tieren, die kleiner sind als wir z.B.Ziege oder Schaf. Als Alternative gibt es gute Produkte aus Soja, oder Reis.

Sie können feststellen, das solche Ernährung auch Spaß macht und sich die nach dem Essen gewohnte Müdigkeit gar nicht so einstellt wie früher. Mit der neugewonnenen Erkenntnis, daß vieles erreicht werden kann, wenn man es wirklich will, entlasse ich Sie in Ihren neugefundenen natürlichen Tagesrhythmus.

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Autor:Viola Lehmann, Ernährungsberaterin (20.03.2006)

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