Generell kommen im Frühling und im Sommer erfrischende Nahrungsmittel mehr zum Einsatz, während im Herbst und Winter die warmen Speisen Hochkonjunktur haben sollten. Darüber hinaus sollte jeder Mensch seinen Speiseplan vor allem nach dem persönlichen Wohlbefinden gestalten.
Wenn Ihnen z.B. eher kalt ist und Sie unter kalten Hände und/oder Füssen und eine eher schleppende Verdauung leiden, ist es sicher hilfreich, verstärkt thermisch warme, lang gekochte Gerichte zu sich zu nehmen. Frischer Salat, Obst oder auch Milchprodukte verstärken die Kälte und können zu Ablagerungen und Schleimbildung im Körper führen, der einfach nicht genug Energie hat, um diese Nahrungsmittel zu verarbeiten. Neigen Sie allerdings eher zu Hitzewallungen, trockener Haut und trockenen Schleimhäuten und haben mit nächtlichen Schweißausbrüchen zu kämpfen, sollten Sie sich hauptsächlich von erfrischenden und befeuchtenden Lebensmitteln ernähren.
Heiß, lauwarm oder kalt?
Unsere Organe können nur dann vernünftig funktionieren und die Energie (das Qi) im Körper zirkulieren, wenn sie genug Wärme bekommen. Warme Nahrungsmittel wie z.B. Lauch, Zwiebeln, Hühnerfleisch, zahlreiche Getreidearten oder auch frische Kräuter wie Thymian oder Oregano helfen unserem Organismus, aktiv zu bleiben und Giftstoffe auszuscheiden und sollten deshalb unabhängig von der Jahreszeit auf keinem Speiseplan fehlen.
Natürlich sollte man gerade mit fallenden Temperaturen den Anteil an erwärmenden Lebensmitteln erhöhen, um den Körper vor Erkältungskrankheiten und innerer Kälte zu schützen (Ein gutes Mittel dafür sind übrigens Suppen aller Art – je länger gekocht, desto energiereicher und wärmender...) Neutrale Nahrungsmittel liefern unserem Körper Qi und sollten deshalb den Löwenanteil unserer täglichen Ernährung einnehmen.
Zu den neutralen Speisen gehören u.a. viele Gemüsesorten wie Karotten, Kartoffeln, Kürbis oder auch Kohlrabi und viele Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, süßes Obst wie Datteln und Feigen, Getreide wie Hirse oder Mais sowie Rind- und Putenfleisch. Besonders das Getreide ist dabei eine wahre Wunderwaffe der Natur und sollte im Idealfall etwa 60% der täglichen Ernährung ausmachen – auf diese Weise werden langfristig Qi und Säfte im Körper aufgebaut und außerdem Yin- und Yangwurzeln gleichermaßen gestärkt.
Erfrischende Nahrungsmittel schließlich fördern den Blut- und Säfteaufbau im Körper. Zu dieser Kategorie gehören fast alle grüne Gemüsesorten (Spinat, Mangold, Broccoli, Kohl), aber auch zahlreiche Obstsorten wie Apfel, Orangen oder Honigmelone und fast alle Beerensorten. Dabei ist Obst als Kompott genossen in der Regel übrigens deutlich bekömmlicher für unseren Organismus als in rohem Zustand.
Grundsätzlich setzt sich eine gesunde und ausgewogene Ernährung nach den 5 Elementen zu etwa 90% aus thermisch erfrischenden, neutralen und warmen Nahrungsmitteln zusammen.
Kalte und heiße Speisen sollten eher die Ausnahme bleiben und für extreme Fälle reserviert bleiben. ‚Kalte’ Melone, Gurke, Tomate und zahlreiche Südfrüchte schützen unseren Körper vor Hitze und können deshalb vor allem im Sommer in kleinen Mengen den Speiseplan ergänzen. Sobald es jedoch die Außentemperaturen sinken, sollte man besser die Finger davon lassen. In der kalten Jahreszeit kann man den Speiseplan dann lieber mit heißen Nahrungsmitteln wie z.B. gegrilltem Fleisch, Curry, Ingwer oder ab und zu auch mal mit hochprozentigem oder erhitztem Alkohol ergänzen.
Aber Vorsicht: Gerade beim Alkohol sollte man nicht übertreiben und Nahrungsmittel aus der Kategorie ‚heiß’ immer sehr behutsam und vorsichtig einsetzen.
Welches Element für welches Nahrungsmittel?
Neben der thermischen Wirkung spielt natürlich auch die Klassifizierung der Lebensmittel nach den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser eine Rolle.
Aufgrund ihres Geschmacks, ihrer Farbe und ihrer Form lassen sich alle Nahrungsmittel bestimmten Elementen zuordnen. (siehe Tabelle)
Dabei ist es nicht immer einfach, ein Nahrungsmittel 100%ig einem Element zuzuordnen, denn gerade Gemüse und Obst sind häufig nicht eindeutig zu klassifizieren. Spargel z.B. gehört in erster Linie zum Erdelement, da er in der Erde wächst, die längliche Form würde man jedoch dem Holzelement zuordnen, die weiße Farbe dem Metall und den oft leicht bitteren Geschmack dem Feuer. Seine entwässernde Wirkung weist außerdem auf einen Wasseranteil hin... Oder Äpfel – sicher gehören auch sie in erster Linie zum Erdelement wegen des süßen Geschmacks und der oft gelblichen Farbe. Einen sattgrünen und sauren Granny Smith Apfel würde man aber eher dem Holzelement zuordnen...
Die richtige Ernährung im Herbst
Wenn die Abende nun wieder kühler werden und die Bäume ihre Blätter abwerfen, ziehen sich auch im menschlichen Organismus die Säfte zurück und der Körper neigt zu Trockenheit, was sich z.B. in einem trockenen Husten oder auch Verstopfung bemerkbar machen kann. Die zum Metallelement (Herbst = Metalljahreszeit) gehörenden Organe Lunge und Dickdarm sind jetzt für Störungen besonders anfällig.
Das ist sicher auch einer der Gründe dafür, dass gerade im Herbst Erkältungskrankheiten so häufig auftreten. Zur Stärkung der Organe im Herbst bringt es deshalb besonders viel, wärmende und neutrale Nahrungsmittel mit starkem Metallanteil wie z.B. Lauch, Rettich oder Reis zu sich zu nehmen. Die zum Metallelement gehörende Geschmacksrichtung ist ‚scharf’ – der Herbst ist also auch eine prima Zeit, um einmal indische Currys oder auch die mexikanische Küche ausgiebig zu testen. Mit wärmenden Speisen aus dem Metallelement bereitet man den Körper außerdem auf die kalte Jahreszeit vor und stärkt die Abwehrkräfte. Neben dem scharfen Geschmack ist auch die zum Metallelement gehörende Farbe weiß ein Kennzeichen für Nahrungsmittel mit hohem Metallanteil, wobei jedoch die Schärfe immer das erste Indiz für ein ‚Metall-Lebensmittel’ ist. Der scharfe Geschmack bringt das Qi nach außen, macht durchgängig und löst Stagnationen im Körper auf. Schon unsere Großmütter wussten, dass man eine Erkältung am besten ausschwitzt und was ist schweißtreibender als eine heiße scharfe Suppe?
Aus Sicht der chinesischen Medizin wird so die Kälte, die in den Körper eingedrungen ist, nach außen über die Haut abgeleitet.
Die Haut gehört übrigens auch zum Metallelement – nur logisch, dass sich Störungen in den Metallorganen Lunge oder Dickdarm häufig über Hauterkrankungen äußern können.
Nachfolgend gibt es einige Rezepte zur Stärkung des Metallelementes, die sich besonders für den herbstlichen Speiseplan eignen.
Die Rezepte sind jeweils für 4 Personen gedacht und die Buchstaben in Klammern hinter den Zutaten stehen für das jeweils zugehörige Element (H = Holz, F = Feuer, E = Erde, M = Metall, W = Wasser)
Indisches Auberginenmus
2 große Auberginen (E), 4 kleine Möhren (E), 3 Knoblauchzehen (M), 2 Frühlingszwiebeln (M), Sojasauce (W), 50 g Tomatenmark (H), je 1 Messerspitze gemahlener Koriander (M), Zimt (E), Kardamom (M) und Ingwer (M)
Auberginen und Möhren fein würfeln und mit in Scheiben geschnittener Zwiebel und Knoblauch in einem Bräter mit einem EL Olivenöl andünsten. Mit Sojasauce und Gewürzen abschmecken. Anschließend das Tomatenmark unterrühren und das Ganze mindestens 40 Minuten sämig einkochen lassen. Bei Bedarf zwischendurch ein wenig heißes Wasser zugeben und vor dem servieren mit dem Pürierstab zerkleinern. Dazu schmeckt frisches Fladenbrot oder auch Reis besonders gut.
TIPP: Die benötigten Gewürze gibt es auch als fertige Gewürzmischung (z.B. AYURVEDA VATA Gewürzmischung von nur natur)
Vegetarischer Kartoffeleintopf
1 kg Kartoffeln (E), 1 große Möhre (E) und 1 mittelgroße Gemüsezwiebel (E) in Würfel geschnitten, 6 Knoblauchzehen (M), je 2 Zweige Rosmarin und Thymian (F), ½ Bund kleingeschnittene Petersilie (H), 50 ml Sahne (E), 1 Liter Gemüsebrühe (E), Kristallsalz (W), Pfeffer (M), 2 EL körniger Senf (M), Butter und Olivenöl (E) zum Anbraten, je ca. 15 Blättchen Petersilie (H) und Basilikum (F) zur Dekoration
Großen Topf auf dem Herd mit 1 EL Butter und 2 EL Öl erhitzen. Möhre und Zwiebel darin anbraten und Kartoffeln dazugeben. Mit Gemüsebrühe aufgießen, zwei halbierte Knoblauchzehen zufügen, mit etwas Salz abschmecken.
Nun die gehackte Petersilie und die ganzen Thymian und Rosmarinzweige in den Topf füllen und das Ganze köcheln lassen, bis die Kartoffeln und die Möhren weichgekocht sind.
Einen Teelöffel Butter zugeben und das Ganze mit dem Pürierstab oder in der Küchenmaschine pürieren (Rosmarin- und Thymianstängel vorher entfernen). Nun noch die Sahne und den Senf unterrühren und nochmals mit ein wenig Salz abschmecken, aber nicht mehr aufkochen. Suppe in tiefe Teller füllen und mit Petersilie, Basilikum, einem Klecks Sahne und dem restlichen in Scheiben geschnittenen und gerösteten Knoblauch garnieren.
TIPP: Wer mag, kann vor der Suppe und der Dekoration noch eine in feine Streifen geschnittene Scheibe Räucherlachs in jeden Teller geben.
Über die Autorin:
DANIELA HERZBERG
ist gelernte Kommunikationswirtin und Köchin aus Leidenschaft und hat sich als freie Autorin besonders auf ganzheitliche und spirituelle Themen spezialisiert. Sie hat eine umfangreiche Ausbildung in Feng Shui, 5 Elemente Ernährung, Tao Yoga und chinesischer Astrologie u.a. bei Derek Walters und Meister Mantak Chia absolviert und lebt mit ihrer Familie auf Teneriffa. Von dort aus organisiert sie gemeinsam mit ihrem Partner Seminare, Vorträge und Ausbildungen in Deutschland und auf den Kanaren.
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