Kein öffentliches Gebäude, Kloster, Kirche bzw. Haus wurde errichtet, ohne vorher die Plätze auf ihre geomantischen Gefüge hin zu untersuchen. Das Geheimnis der Dombauhütten besteht zum Großteil aus radiästhetischen und geomantischen Wissen. Der Dom zu Chartres, der Dom in Köln, der Stephansdom in Wien und viele andere Bauwerke sind nach diesen Grundsätzen gebaut. Bauwerke, die nach den Regeln der Geomantie errichtet werden, bieten den Bewohnern ein Maximum an Harmonie und wirken sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Die geomantische Betrachtung stellt ein ganzheitliches Prinzip dar, um Zusammenhänge und Gefüge zu erspüren und stellt den Kontakt mit dem Geist der Erde her.
In China wird diese Lehre der Naturbeobachtungen „Feng Shui“ genannt und wurde vor ca. 6000 Jahren niedergeschrieben. Es war damals für die Menschen selbstverständlich, im Einklang mit der Natur zu leben. Feng Shui war keine Geheimlehre, sondern vielmehr die Grundlage für die Beziehung zwischen Mensch, Landschaft und Natur. Feng Shui bezeichnet eine Kunst des Anpassens, um mit den örtlichen Strö-mungen des kosmischen Atems zusammenzuarbeiten und zu harmonisieren.
Die Landschaft wird als energetisches Feld betrachtet, in der die positiven und negativen Kräfte in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sind. An solchen guten und harmonischen Plätzen fühlt man sich wohl, sie laden zum Verweilen ein. Durch die verschiedensten Bauwerke und Veränderungen in der Landschaft kommt es hingegen zu einem unharmonischen Kräftespiel. Aus positiven Orten werden Bereiche, auf denen man sich sehr unwohl fühlt.
Die Geomantie bringt die Erdenergien wieder in ein harmonisches Verhältnis und bedient sich dabei sehr unterschiedlicher Mittel.
Der Vorgang ist ähnlich der Akupunktur. Der Akupunktur-Therapeut kann durch gezieltes Setzen von Nadeln auf Akupunkturpunkte gezielte Reaktionen auf anderen Körperteilen auslösen.
So verschwinden Kreuzschmerzen durch einen Stich mit einer Nadel auf einen Punkt außen am kleinen Finger, weil diese über eine Art Leitung - Meridiane - miteinander verbunden sind. In der Geomantie ist der Vorgang ähnlich. Gezieltes Plazieren von z.B. Steinen, Pflanzen, Teichen oder Bauwerken aktiviert oder verstärkt den Energiefluß an der Erdoberfläche. Die Wirkung richtet sich direkt auf die Gesamtheit der Erdenergie, die fehlende Harmonie wird wieder hergestellt. Die Geomantie wird auch Landschafts-Akupunktur und die Orte der Kraft als Akupunkturpunkte der Erde bezeichnet. Zwischen den Plätzen entstehen Linien, die die energetischen Verbindungen zweier oder mehrerer Orte darstellen. Sie tragen die unterschiedlichsten Namen: Ley-Linie, Mediallinie, Kraftlinie, Gralslinie, Eisenlinie, Drachenlinie, Sakrallinie, Zone der Beredsamkeit, Wachstumslinie oder auch Geomantische Zonen.
Unter dem Begriff geopathogene Linie werden alle natürlichen Strahlungsarten zusammengefaßt. Manchmal findet man auch den Begriff Reiz- oder Störzone, wobei immer beachtet werden muß, daß es keinen ausschließlich negativen Ort gibt.
Im Zentrum der Kultbauten findet man Überlagerungen und Kreuzungen dieser Linien, die mehrere Reaktionszonen bilden. Die Geomantie spürt einerseits solche Plätze und Energielinien auf und setzt andererseits Maßnahmen zur Erhöhung der Harmonie. Die geomantische Beratung kann auch bei bestehenden Wohnstrukturen angewandt werden. Dabei werden alle wichtigen Fakten der Standortbelastung mit einbezogen z.B. Radiästhesie, Elektrobiologie, Baubiologie und -ökologie. Den wichtigsten Stellenwert hat dabei der Schlafbereich, der energetisch ausgewogen gestaltet, plaziert und eingerichtet sein soll. Im Zuge einer Untersuchung von Gebäuden und von Kultplätzen werden die verschiedenen Reaktionszonen gemessen. Die so festgestellten Beziehungen geben die typischen Strukturen der Bauwerke wieder.
Auch die Wahl der Standorte für Kultplätze erfolgt nicht willkürlich, sondern nach geomantischen Gesichtspunkten und Regeln. Solche besonderen Orte und Bauwerke sind auf der ganze Erde weit verbreitet. Kathedrale in Chartres, Klosterinsel Mont Saint Michel, Kaiserdom zu Speyer, Drombeg Steinkreis in Irland, Avebury in Südengland, Pyramiden in Gizeh, Scharrzeichnungen der Nascar-Ebene in Peru sind nur einige der vielen Orte, an denen man die geomantischen Kräfte sehr deutlich spürt. Heilige Stätten stehen immer mit den ortgebundenen Energiesituationen im Zusammenhang. Die Geomantie bezeichnet diese Plätze als Orte der Kraft, an denen man sich energetisch aufladen kann.
Orte der Kraft können alte Kultstätten, Tempel, Kathedralen, Gräber, Menhire, Bergkuppen, Gipfel, Quellen, Felsen, Bäume, etc. sein, praktisch alle Orte, die als Speicher oder Sender von Energien wirken, an denen Naturenergien wirksam sind. Es sind dynamische Orte, die dem Rhythmus des Tages und der Jahreszeiten folgen. Sie müssen aber nicht zu einer großartigen Kirche oder zu einem Wallfahrtsort ausgebaut sein.
Die ursprünglich verwendeten Formen sind sicherlich Steinmonumente, wie sie besonders in Irland und Großbritannien zu sehen sind: Steinsäulen, aufrecht stehende Steine (Menhire), Steinlabyrinthe, Steintische (Dolmen), Steinkreise und -reihen.
Ein weiterer Bereich der Geomantie ist die Geobiologie, die sich speziell mit den Einflüssen der Erde, des Ortes auf alles was lebt: den Menschen, den Tieren und den Pflanzen beschäftigt.Die Geomantie ist somit keine Erfindung der Esoterikwelle, sondern ist vielmehr ein bewußtes Erspüren und Erleben der unterschiedlichen Kräfte und Energien mit dem Ziel, den besten Platz zum Wohnen und Schlafen zu finden.
Drombeg
| Drombeg Steinkreis in Irland |
In der Nähe befindet sich ein „fulact fiadh“ - eine frühzeitliche Kochstelle. Sie besteht aus einem Steinbecken, das mit Wasser einer benachbarten Quelle gefüllt wurde. Mit Hilfe von im Feuer erhitzten Steinen wurde das Wasser zum Kochen gebracht, indem man die glühenden Steine ins Wasser geworfen hat.
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