Über eine Fußgängerbrücke gelangt der Besucher zum zentralen Teil der insgesamt 17 Hektar großen Schaufläche. Angelockt von den Schatten spendenden großen Bäumen zieht es viele zur so genannten Faunhöhe. Nicht nur Ältere ruhen sich heute gern auf einer der zahlreichen Bänke unter dem Blätterdach aus. Von der kleinen Erhebung kann man das bunte Treiben auf der großen Wiese und dem daran anschließenden Naturbad gut beobachten: ein junges Pärchen mit Rucksack wandelt durch die rosa, gelb und violette Sommerblumenpracht auf dem Areal der Freilandblumenschau, Hungrige zieht es unter die großen Sonnenschirme am Schwimmbadrestaurant, vom dahinter liegenden Naturbad dringt von Zeit zu Zeit ein fröhliches Kinderkreischen zur Faunhöhe, heiß umlagert ist der braune Fels in der Mitte des Schwimmteichs, zwei, drei Kinder gleichzeitig springen in das blau-grüne klare Wasser. Die 3000 Quadratmeter große Badefläche erhält ihr frisches Wasser aus einem mit den verschiedensten Wasserpflanzen umsäumten Regenerationsteich und benötigt so keinerlei chemische Zusätze.
| Landesgarten Steine: Steinplatz unterm Wunschbaum |
Nicht weit davon entfernt flattern viele bunte Stoffstreifen im Wind. Befestigt sind sie an den Ästen einer riesigen Buche. Ein Mädchen und ein Junge spielen darunter im feinen Sand. Die amerikanische Künstlerin Chrysanne Stathacos gestaltete hier eine ihrer Wunschmaschinen: Refuge, a wish garden. Die Künstlerin gibt mit ihrer Komposition aus Natur und Kunst dem Glauben der Menschen Ausdruck, dass unsere Wünsche durch rituelle Handlungen in Erfüllung gehen können. Ob Steine aufeinanderlegen, ein neues Band zusammen mit einem innigen Wunsch an die Zweige knüpfen oder einfach nur auf einer der kleinen Bänke schweigend neue Kraft schöpfen, jeder ist eingeladen, in der Stille des Baumes auf seine Weise Entspannung zu finden.
Blütenschau im Wandel der Jahreszeiten
| Landesgarten Beete: Vielfalt der Farben auf der Freilandblumenschau |
Im Tal der Gräser
| Landesgarten Beete: Vielfalt der Farben auf der Freilandblumenschau |
Mystische Klänge empfangen den Besucher, schon lange bevor er die sieben klingenden Glaslinsen auf dem Wasser der Röder schweben sieht. Sie erzeugen eine Komposition aus sphärischen Klängen, Naturgeräuschen und menschlichen Lauten, die durch die Energie des Wassers weitergetragen wird. Am anderen Ufer leuchten gelbe Blütenköpfe. Den Schlitzblättrigen Sonnenhut findet man nicht nur an dieser Stelle der Röderaue, wird er doch von den Einheimischen liebevoll als die Röderblume bezeichnet und galt schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als die „Charakterpflanze der Großenhainer Amtshauptmannschaft“.
Etwas fürs Auge, das ist die 3. Sächsische Landesgartenschau allemal. Wer sich die Zeit nimmt, in Ruhe all ihre kleinen und großen Besonderheiten zu entdecken, wird auch seinen anderen Sinnen unzählige schöne Eindrücke bieten können. Die Landesgartenschau in Großenhain ist noch bis zum 06. Oktober 2002 täglich von 9.00 - 19.00 Uhr geöffnet (Extras im Service Termine).
Ein Wunsch
„Umarme einen Baum, umkreise ihn, dreimal. Sitze auf der Bank. In welcher Richtung - Norden, Süden, Osten, Westen, oder Feuer, Wasser, Luft, Erde, oder Rot, Blau, Grün, Gelb, oder Silber, Gold, Braun, schaue nach oben, Himmel, Sonne, Mond, Sterne - glänzen. Schließe die Augen, drück die Handflächen aneinander, knie nieder, strecke einen Finger aus, hinterlasse eine Nachricht, eine Hoffnung im Sand. Halte einen Stein, türme 100.000 in einer Grube auf, stecke einen in deine Tasche. Puste einen Löwenzahn weg, Samen fliegen, atme. Rieche an einer Blume, zupfe sie auseinander, Blatt für Blatt, wirf sie in den Fluss, stromabwärts, fließende Liebe. Gieße Wasser über Deinen Kopf, Gesundheit, binde ein Band um Deinen Finger, erinnere Dich, zünde eine Kerze an verbrenne Weihrauch, betrachte das Feuer. Singe, tanze, hüpfe, klettere, binde Wunschzettel zwischen zwei Bäume, der Wind weht, Berggeflüster, Echo, vergangenes, gegenwärtiges, zukünftiges Leben, drück die Daumen. Unbegrenzte Wünsche ziehen in die Lüfte, treiben in den Meeren, unendliche Hoffnungen, unendliche Gebete umkreisen das Universum, rennen, rennen, rennen, verfolgen Wünsche. Am Ende wünsche Dir nur eins,
Frieden.“ Chrysanne Stathacos






