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naturel>Leser>Archiv>Ausgabe 2005 Oktober
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Fasten nach dem Sommerurlaub
Autor:Anna-Maria Bloße (24.09.2005)

Teepause: Wer fastet soll viel trinken
Teepause: Wer fastet soll viel trinken
Sommer, Sonne, Urlaub, Baden und lecker Essen gehen – wer sehnt sich nicht danach? Während wir unseren großen Jahresurlaub verbringen und endlich Zeit zum Erholen und Entspannen haben, ist die Natur voller Dynamik, am Blühen und Ausreifen ihrer Früchte. Doch danach, so ab September, kehrt wieder etwas mehr Besinnlichkeit ein und nach dem bunten, lauten Treiben des Sommers ziehen sich viele von uns instinktiv
ein bisschen zurück.

Oft und gern genutzt wird diese Zeit zum Fasten. Da wird nicht nur der Körper entschlackt, sondern auch die Seele. Zu sich selbst finden und die Lebensziele neu ausrichten, sind dabei Hauptthemen. Daneben ist das Purzeln der Pfunde - des eventuell angegessenen Urlaubsspeckes – ein schöner Effekt.

Nach dem wir Ihnen in den vergangenen Ausgaben von naturel über das Fasten nach Buchinger/Lützner, die Schroth-Kur und das Heilfasten berichtet haben, stellen wir Ihnen diesmal die F.X.Mayr-Kur vor.

Der österreichische Arzt und Forscher Dr. Franz Xaver Mayr (1875-1965) stellte als einer der Ersten heraus, dass der allgemeine Gesundheitszustand des Menschen vom Befinden des Darmes abhängt. Er erkannte, dass sich Ernährung aus den zugeführten Nahrungsmitteln und der Verdauungsleistung zusammensetzt. Eine gesunde Ernährung als Voraussetzung für ein umfassend gesundes Leben setzt hochwertige Lebensmittel, einen gesunden Verdauungsapparat und ein vernünftiges Essverhalten voraus. Durch falsche Eßgewohnheiten, wie hastiges Essen und mangelhaftes Kauen, wird der Darm überlastet und erschlafft dabei, seine Verdauungsleistung ist eingeschränkt. Mit der von ihm entwickelten und erprobten Semmel-Milch-Diät erzielte er sehr schnell aufsehenerregende Erfolge. Gleichzeitig leistete Dr. Mayr Pionierarbeit auf dem Gebiet der Diagnostik. Aus einer Vielzahl von äußeren Symptomen, wie der Form des Bauches oder der Beschaffenheit der Haut, zog er Rückschlüsse auf die Schädigung des Darms. Dr. F.X. Mayr arbeitete bis ins hohe Alter und verstarb im 91. Lebensjahr. Sein Werk wird von der internationalen Gesellschaft der Mayr-Ärzte bis heute gepflegt und ständig weiterentwickelt. Nach Dr. F.X. Mayr gibt es heute keinen Menschen, der so wohl ernährt und gesund ist, wie er sein könnte, wenn sein Verdauungsapparat vollkommen in Ordnung wäre.

Die Schlüsselposition des Verdauungsapparates für die gesamte Gesundheit ergibt sich daraus, dass der Verdauungsapparat sozusagen das „Wurzelsystem der Pflanze Mensch“ darstellt. Das heißt, dass für den Ernährungs- und Gesundheitszustand des Menschen sein Verdauungsapparat (Wurzelsystem) genauso wesentlich ist, wie die Wurzeln für den gesamten Zustand einer Pflanze.

Durch die Regeneration des gesamten Stoffwechselapparates kommt es zu einer Stoffwechsel-Harmonisierung und damit zu einer neuen Chance für viele (chronisch) Kranke. Eine Übersäuerung des Körpergewebes führt zu Verschlackung und Verquellung, speziell im Bindegewebe. Damit ist die fortschreitende Azidose (=Übersäuerung) Grundlage vieler Altersund Zivilisationskrankheiten, die sich schon früh durch Unlust, vorzeitigen Leistungsabfall, Vergesslichkeit, Störungen der Sexualität sowie Nachlassen der Hör- und Sehfähigkeit bemerkbar machen kann.

Die F.X. Mayr-Kur beseitigt die Übersäuerung und entschlackt den ganzen Körper. Sie sorgt für eine Schonung und Regenerierung der Verdauungsorgane, für die Entschlackung des Körpers und für die Wiederertüchtigung der Körperfunktionen. Die Mayr-Kur konzentriert sich auf die Sanierung des Darmes und setzt auf folgende 3 Heilprinzipien:

1.Schonung: Entlastung, Erholung und Regeneration des Verdauungstraktes
2.Säuberung: Reinigung, Entschlackung und Entsäuerung des Organismus
3.Schulung: Training und Ertüchtigung gestörter Funktionen (Kautraining, Neuorientierung auf eine gesunde Ernährung und Lebensweise)

Einleitung der Kur

Zunächst reduziert man allgemein die Nahrungsmenge und lässt vor allem Fleischspeisen weg. Auch wenig Rohkost hilft, den Darm zu beruhigen. Bei Milchunverträglichkeit hilft eine entsprechende Anpassung der Kur.

Frühstück

Salinische Wässer (Passage FX) Bittersalz (Magnesiumsulfat),
Glaubersalz, Karlsbadersalz,
1 gestrichener Kaffeelöffel auf 1/4 Liter warmes Wasser ca. 1/2 Stunde vor dem Frühstück,
Brötchen mit Milch, danach leichter Sport.

Mittagessen

Frühestens 5 Stunden nach dem Frühstück.

Brötchen mit Milch
Entspannen

Abendbrot

Brötchen mit Milch, ca. eine 1/2 Std. später etwa zwei Tassen Tee(Fenchel, Melisse, Lindenblüte, Anserine) evtl. mit einem Teelöffel Honig und etwas Zitronensaft, löffelweise eingenommen - Getränk mit Basenpulver - so wird die Übersäuerung in der Nacht aufgehalten.

Das Vorgehen beim Semmelessen

Dem Semmelessen wird ganz besondere Beachtung geschenkt. Die etwa vier Tage alten Semmeln werden vor dem Essen in kleine Scheiben geschnitten. Diese relativ harten, aber gerade noch ein wenig eindrückbaren Semmeln aus feinstem Weißmehl dienen als unersetzliche Kau- und Einspeichelungstrainer. Sie regen die Tätigkeit der Speicheldrüsen und damit den Speichelfluss an, was sich wieder - über das vegetative Nervensystem - auch auf die Tätigkeit aller Verdauungsdrüsen und somit auf die Magen-, Leber-, Pankreas- und Darmdrüsen sekretionsfördernd auswirkt. Ein Stückchen dieser Semmelscheiben wird so lange gekaut und eingespeichelt, bis in der Mundhöhle ein total flüssiger Semmel-Speichelbrei mit leicht süßlichem Geschmack entstanden ist. Je verkümmerter die Speicheldrüsen, desto schlechter gelingt dies anfangs.

Mit einem kleinen Löffel nippt man etwas Milch dazu und durchmischt es mit dem Semmelbrei. Erst nach der kompletten Vermischung darf geschluckt werden. Die so zugeführte Nahrungsmenge wird nicht vorgeschrieben, jedoch soll beim ersten Anzeichen von Sättigung mit dem Essen aufgehört werden. Einen etwa noch vorhandenen Milchrest in der Tasse darf man aber dann nicht mehr einnehmen, da Semmel und Milch immer nur gemeinsam oder gar nicht eingenommen werden dürfen.

Getränke

Vor allem am Vormittag sollte man viel trinken, um die Giftstoffe auszuschwemmen und den Darm zu reinigen. Durch die Getränke werden die gelösten Giftstoffe verdünnt und erzeugen dadurch weniger Probleme, bis sie dann ausgeschieden sind.

Trinkwasser und dünn gebrühte Heilpflanzentees (Kräutertee).

Diese Kur sollte nicht ohne Arzt durchgeführt werden. Gute Informationen liefert folgende Web-Site und enthält auch eine Liste mit Mayr-Ärzten: www.fxmayr.com.

Als Vorsorgekur anerkannt, wird die Mayr-Kur von sämtlichen Krankenkassen bezuschusst. Die Normalkur dauert 3 Wochen.

Wichtige Kuranzeigen sind Aktive Gesundheitsvorsorge, Regeneration, Vorbeugung gegen vorzeitige Alterungsprozesse, Leistungsabfall, Kur-Urlaub zur Revitalisierung, Verdauungsstörungen, Darmträgheit, Magen-, Leber, Gallenleiden, Magen-, Zwölffingerdarmgeschwüre, Durchfallneigung, Blähsucht, Stoffwechselstörungen, Verschlackungszustände wie Weichteilrheuma, auch andere rheumatische Veränderungen und Ablagerungen, Gicht, Cellulitis, Arthrosen, Regenerationsschwäche, Infektenanfälligkeit, Übergewicht und andere Risikofaktoren, Bluthochdruck, Herz- und Kreislaufstörungen, Kopfschmerzzustände, Migräne, vegetative Störungen, Wirbelsäulen-, Bandscheibenbeschwerden mit Verspannungen, Nacken- und Kreuzschmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Cervikal-, Lumbalsyndrom, Stressbedingte, vegetative und psychosomatische Störungen, Vorzeitige Alterungs- und Aufbrauchprozesse, körperliche und psychische Erschöpfungs- und Überforderungssyndrome, Allergien der Haut und Lunge, Nieren-, Blasen- und Unterleibsleiden, Pilze (bei vorliegender Hefepilzinfektion des Darmes
sollte vor Kurbeginn in Absprache mit dem Hausarzt
eine Behandlung gegen Pilz durchgeführt werden)

Literatur

Die F.X. Mayr-Kur ...und danach gesünder leben, von Dr. med. Erich Rauch
Die Darmreinigung nach Dr. med. F.X. Mayr, von Dr. med. Erich Rauch


Autor:Anna-Maria Bloße (24.09.2005)

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