naturel - Logo

alternativ heilen ~ bewusster ernähren ~ ganzheitlich leben


- die Zeitschrift für Sie !

  Ausgaben von naturel   
Aktuelle Ausgabe
Für Leser
Shop
Partner
naturel>Leser>Archiv>Ausgabe 04/03
naturel>Leser>Themen>Fasten
Suche
Für Leser
Naturel-Online.de
Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Fasten – Frühjahrsputz für den Körper
Autor:Anna-Maria Bloße (05.04.2003)

Sich zurückziehen vom Alltagstrubel, Einkehr halten, zur Ruhe kommen, sich auf sich selbst besinnen, einfach und aus sich selbst leben – all das kannst du für dich neu entdecken. Dabei auch noch abnehmen, entschlacken, den Körper entlasten. Mach es, wie viele Leute es tun: Pack die nächste Gelegenheit zum Fasten beim Schopf – oder plane ein Kurzzeitfasten fest ein. Für den Einstieg in ein Erstfasten brauchst Du etwas Mut und die Lust, Neues zu entdecken. Und du brauchst Ruhe, Geborgenheit und Wärme, um diese Zeit wirklich nutzen zu können.

Was ist Fasten?

Essen und Nichtessen sind wie Wachen und Schlafen zwei Pole, zwischen denen sich unser Leben abspielt. Essen am Tag und Fasten in der Nacht gehören so selbstverständlich zu unserem Lebensrhythmus, dass sich niemand mehr darüber Gedanken macht.
Nur wenn wir am Abend spät gegessen haben, fällt uns am Morgen auf, dass wir keinen Hunger haben. Das ist ein Zeichen unseres Körpers, dass seine Fastenzeit noch nicht beendet ist, denn sie wurde verschoben.
Schließlich nennt der Engländer nicht umsonst das Frühstück „breakfast“ – Fastenbrechen“. Zwölf bis vierzehn Stunden am Tag ist der Mensch wach, isst und trinkt, agiert und reagiert er. Zehn bis zwölf Stunden bleiben ihm in der Nacht für den Stoffwechsel, das heißt für den Abbau, Umbau und Ausbau der Körpersubstanzen. Die dafür notwendige Energie holt er sich aus seinen Depots.

Warum wir bei Krankheit fasten

Auch der Kranke braucht Ruhe, Geborgenheit und Wärme. Er möchte häufiger als sonst mit sich allein sein. Das fiebernde Kind lehnt Essen ab und verlangt nach frischen Säften. Auch der kranke Hund verkriecht sich und frisst tagelang nichts. Kranke Lebewesen tun also instinktiv das Richtige: Sie fasten. Um gesund zu werden braucht der kranke Körper Zeit und Kraft für sich selbst. Die notwendige Energie für die Wiederherstellung kranker und Neubildung
gesunder Zellen gewinnt er aus seinen Reserven. Indem er fastet, erspart er sich die Verdauungsarbeit, die 30% des
gesamten Energieaufwandes ausmacht, und nutzt die frei werdende Energie für die Heilarbeit.

Wir wissen heute, dass der menschliche Organismus nicht nur Energie, sondern auch Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe speichern kann.
Während diese aus der Nahrung relativ langsam bereitgestellt werden, stehen sie in gespeicherter Form jederzeit zur Verfügung. Eine rasche Bedarfsdeckung im Sinne einer Notversorgung kann darüber hinaus mit Getränken erfolgen.
Unser tägliches Leben ist ein Wechsel zwischen Speichern – nach dem Essen - und Entspeichern – beim Energieverbrauch. Wenn wir genügend Energie und Wertstoffe aus der Nahrung gespeichert haben, und in einer Wohlstandsgesellschaft geschieht dies im Überfluss, dann darf der Abbau von Speicherstoffen ruhig über fünf, zehn oder zwanzig Tage andauern, ohne dass irgendein Wirkstoffmangel eintritt. Man nennt dies Fas-ten aus dem Langzeitspeicher.
Stell dir zu Beginn des Fastens vor, dass dein Körper eine herrlich gefüllte Speisekammer ist, aus der er sich eine Zeit lang bestens versorgen kann. Dieses Bild hilft beim Einstieg ins Fasten: „In mir ist alles, was ich zum Leben brauche.“

Fasten heißt nicht Hungern

Die Natur hat uns mit dem Körpergefühl ausgestattet, welches uns sagt, wann wir essen sollen: der Hunger. Es sagt uns auch, wenn wir alles Notwendige haben, uns also satt und zufrieden fühlen. Der geübte Faster erreicht dieses Gefühl, der nicht geübte muss dazu erst seine Erfahrungen machen. Das heißt, in den ersten zwei oder drei Fastentagen spürt er vielleicht doch den bohrenden Hunger, der hartnäckig sein Denken besetzt. Mit einem Glas Saft kann er diesen akuten Hunger beseitigen.
Dann kommt das überraschende Ergebnis, dass er keinen Hunger mehr hat. Er fühlt sich wohl und ist leistungsfähig. Daraus ergibt sich wachsendes Vertrauen in die natürliche Selbststeuerung des Körpers und er gewinnt aus der Erfahrung, dass Leben ohne Nahrung möglich ist, jene innere Sicherheit, die von Nichtkennern immer wieder so bewundert wird. Und unter uns gesagt: Appetit oder Hunger muss keineswegs nur das Verlangen nach Lebensmitteln sein. Es kann auch Verlangen nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Anerkennung durch andere und nach Selbstbestätigung sein. Wie viele Menschen werden dick oder stoffwechselkrank, weil sie unbewusst versuchen, diese seelischen Bedürfnisse durch Essen, Trinken oder Rauchen zu stillen.

Fasten – Zeit der Besinnung

Die Erfahrung des Fastens berührt tiefere Schichten des menschlichen Seins, denn es ist gleichzeitig eine Zeit der Besinnung. Neben der Erfahrung des Körpers und der Verhaltensänderung beim Essen, Trinken und Genießen werden auch neue innere Erfahrungen gemacht. Wer fastet, träumt vermehrt, ist empfindsamer als üblich und beschäftigt sich mehr mit sich selbst. Schon bei der ersten Erfahrung mit dem Fasten ahnen wir, dass es ein Weg zur inneren Unabhängigkeit und Freiheit im Denken und Handeln ist. Die Methode, die für den seelischen und geistigen Reinigungsprozess angeboten wird, ist die Meditation, mit der seit Jahren hervorragende Erfahrungen gemacht wurden.

Fastenformen

Es gibt verschiedene Formen des Fastens, wie Wasserfasten, Teefasten, Schleimfasten, Rohsäftefasten oder Molkefasten. Für das selbstständige Fasten ist die Methode nach Otto Buchinger zu empfehlen. Sie hat sich in jahrzehntelanger Praxis vorzüglich bewährt.
Fasten nach Dr. Buchinger ist eine ganzheitliche Methode und bedeutet umfassende Gesundheitsvorsorge und Selbstreinigung des Körpers, die diesen leichter, freier und gesünder macht, dem Geist Elastizität gibt und die Seele
beschwingt. Ziel dabei ist es, nicht nur Ballast abzuwerfen, sondern auch die eigene Mitte zu finden und durch Bewusstwerden ins Gleichgewicht zu kommen. Dr. Otto Buchinger erkannte, dass vor allem chronische Krankheiten durch Fasten geheilt oder zumindest gelindert werden können. Er nannte Fas-ten den „Königsweg der Heilkunst“. Nach seiner Definition bedeutet Heilfas-ten zeitlich begrenzt, freiwillig und konsequent auf feste Nahrung und Genussmittel zu verzichten. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Nulldiät, sondern um eine niederkalorische Trinkdiät. Neben viel Wasser sind frisch zubereitete Gemüsebrühen, Kräutertees und natürliche Säfte erlaubt. Mit dieser klassischen Heilmethode können viele der chronischen Zivilisationskrankheiten wie Migräne, Alterszucker, Bluthochdruck, Übergewicht, Gelenk- und Weichteilrheumathismus, Gicht oder Hautkrankheiten von Grund auf vermieden bzw. gelindert werden. Nach Dr. Otto Buchinger bedeutet Heilfasten nicht nur Heilen des Körpers, sondern auch Heil für die Seele und Klarheit für den Geist. So wurde sein Name zum Synonym für Heilfasten, dem therapeutischen Fasten. Selbstständiges oder vorbeugendes Fasten soll jedoch zuerst einmal das körperlich-seelische Wohlbefinden wiederherstellen und gleichzeitig aktiver Gesundheitsvorsorge dienen.

Warum Fasten?

Die Fähigkeit des Menschen, Nahrung zu speichern, ist ein lebenserhaltender Vorgang. Er bleibt im Bereich des Gesunden, sofern auf das Speichern auch das Entspeichern erfolgt. Arbeit und Sport im Wechsel mit Essen und Entspannung sollten den täglichen Rhythmus ebenso ausmachen, wie Nahrungsaufnahme am Tag und Nahrungspause in der Nacht.
Wir Wohlstandsbürger jedoch speichern und speichern - wann geben wir wieder ab? Kein Wunder, dass die meisten Krankheiten heutzutage „Speicherkrankheiten“ sind: Fettsucht, Fettleber, erhöhte Blutfette, Verfettung der Organe und Gefäße, Gicht, Bluthochdruck und zahlreiche Gefäß- und Bindegewebserkrankungen.
Ernster zu nehmen als die Anhäufung von Speicherstoffen ist die Verschla-ckung. Das Wort „Schlacke“ ist vom
Ofen her bekannt. Die anfallenden
Verbrennungsrückstände werden im Aschekasten gesammelt und entsorgt. Sie sind vergleichbar mit unseren Stoffwechselschlacken, die mit dem Stuhlgang entfernt werden.
Normale Schlacken sind hier nicht gemeint, sondern die festsitzenden. Auch an der Innenwand des Ofens und des Schornsteins setzen sich täglich und unbemerkt Verbrennungsrückstände wie Ruß ab. Sie verkrusten, vermindern die Wärmeabstrahlung und müssen deshalb jährlich einmal vom Schornsteinfeger entfernt werden. Danach zieht der Ofen wieder und wärmt ordentlich. Je schlechter das Brennmaterial und je geringer die Sauerstoffzufuhr, desto geringer wird die Brennleistung und desto schneller verschlackt der Ofen wieder. Nicht anders ist es beim Menschen! Je schlechter seine Nahrung und je geringer die körperliche Ausarbeitung bei ungenügender Sauerstoffzufuhr, desto mehr verschlackt er. Abgelagert werden Stoffwechselzwischenprodukte, wie Cholesterin, bestimmte Stärkepartikel und Zucker-Eiweißverbindungen. Sie häufen sich in den Membranen aller Zellen an, beispielsweise im Bindegewebe oder in den kleinsten Blutgefäßen.
Eine Entspeicherung ist vom Körper leichter zu bewerkstelligen als eine Entschlackung. Das Beseitigen festsitzender Ablagerungen braucht eine lange Fastenzeit von 20 Tagen und mehr und muss sehr gut überwacht werden. Diese Fastenkur wird deshalb in Spezialkliniken durchgeführt.
Damit es zur Anhäufung von Speicher-stoffen und der damit verbundenen Verschlackung nicht kommt, bedarf es oft einer Korrektur des Lebensstils. Fasten führt zu Einsichten, die Schlüsselfunktionen haben bei der positiven Gestaltung eines gesunden Lebens. Es ist die notwendige Zäsur, um eingefahrene Verhaltensweisen zu korrigieren.
Fortsetzung folgt zur Herbstfastenzeit.


Lit.:
Lützner, Dr. med Hellmut: Wie neugeboren durch Fasten. München, Gräfe und Unzer Verlag 2003.
Lützner, Dr. med Hellmut u. a. : Fasten. Der große ärztliche Leitfaden für Gesunde. Bindlach, Gondrom Verlag, 2002.




Autor:Anna-Maria Bloße (05.04.2003)

Werbung
Fasten-Bücher



Themen und Schwerpunkte der bisherigen Ausgaben von naturel

Aloe Vera Aloe Vera

Wüstenlilie mit besonderer Kraft

Bücher über Aloe Vera

Alle Hefte über Aloe Vera

Ayurveda Ayurveda

Weisheiten des uralten indischen Heilsystems

Bücher über Ayurveda

Alle Hefte über Ayurveda

Geomantie Geomantie, Erdheilung

Über Kraftorte und das Wesen der Erde

Bücher über Geomantie

Alle Hefte über Geomantie

Schamanismus Schamanismus, Schamanen, Geistheiler

Heilkundige Weise mit großen Fähigkeiten

Bücher über Schamanismus, Schamanenund Geistheiler

Alle Hefte über Schamanismus

Wasserkristall Wasserkristalle, Masaru Emoto

Wasser ist Leben

Bücher über Masaru Emoto

Alle Hefte über Wasser

Heilpflanzen Heilpflanzen und Heilkräuter

Kräfte der Natur für Gesundheit und Wohlbefinden

Bücher über Heilpflanzen und Heilkräuter

Alle Hefte über Heilpflanzen

Prana-Heilung Prana-Heilung

Die Kunst des berührungslosen Heilens

Bücher über Prana

Rose Sinnlichkeit und Romantik

Weg der Harmonie und Entspannung

Bücher über Sinnlichkeit und Romantik

Alle Hefte über Sinnlichkeit und Romantik

Feng Shui Feng Shui

Harmonische Gestaltung der Umwelt nach der Formenlehre der Elemente

Bücher über Feng Shui

Alle Hefte über Feng Shui

Heilsteine Heilsteine und Edelsteine

Wächter der Erde und Zeugen der Geschichte

Bücher über Heilsteine und Edelsteine

Alle Hefte über Heilsteine

Kinder Unsere Kinder

Leben in Familie mit dem Schatz der Generationen

Bücher für Kinder

Alle Hefte über Kinder

Yoga Yoga

Übungen für Leib und Seele

Bücher über Yoga

Weitere Themen:

Ganzheitliche Medizin, Naturheilkunde (Alle Hefte über Naturheilkunde), alternative Heilmethoden, Spiritualität, Rituale, Ökologie, TCM Traditionell Chinesische Medizin, Romantik-Hotel, Hypnose, Fasten, Algen, Megamin, Carmen Rohrbach, Noni, Waschnüsse

Impressum | Über uns | Mediadaten | Qualitätsrichtlinien

Home

(C) Verlag naturel ~ Alle Rechte vorbehalten ~ www.naturel.biz