In jedem Fall laden diese Anlagen ein zum verweilen, ruhen, Kraft tanken oder zu Ritualen und Meditationen, bei denen es um die Arbeit mit den Ahnen, Aussöhnung, Tod aber auch Geburt und Fruchtbarkeit geht. Weiter nördlich findet sich inmitten des romantischen Nationalparks „Jasmund“ ein weiterer bedeutender Kraftort: der „Herthasee“. Hertha ist der Name einer germanischen Erdgöttin, welche auch Erda genannt wurde und bei dem römischen Gelehrten Tacitus als Nerthus erwähnt wird, wahrscheinlich eine namentliche Verschmelzung mit dem Meeresgott Njörd. Tacitus schreibt in seiner Germania über das Volk der Rugier, welche an der Ostsee gelebt haben, und er beschreibt ein Ritual, bei welchem in einer Prozession ein Bildnis eben jener Göttin mittels eines Wagens zur Sicherung der Fruchtbarkeit und guter Ernte über die Felder gezogen wurde. Diese Göttin soll in einem gut beschütztem Tempel in der Nähe eines schwarzen Sees gelebt haben, und in diesem See wurde sie regelmäßig gereinigt. Dieser See ist der Herthasee und die Reste eines Burgwalles neben ihm sind Teil des geschützten Tempelbezirkes gewesen. Jedem wird an diesem Ort ein heiliger Schauer durch den Körper laufen, man wird plötzlich unweigerlich von einer tiefen Ruhe ergriffen, wenn man auf das Wasser des tatsächlich pechschwarzen Sees blickt, welches zumeist völlig ruhig daliegt; und obwohl der See nicht gerade groß ist, ist er selbst in den Hochsommermonaten eiskalt.
Sich mit diesem Wasser zu waschen bringt tiefe innere Reinigung, es über die Stirn zu streichen öffnet das dritte Auge. Es heißt, daß das Bildnis der Göttin im See versenkt worden sein soll, und so repräsentiert der See heute selbst die Göttin, und wer in tiefer Demut ihr begegnet und ein Opfer darbringt, Blumen oder eine Münze zum Beispiel, wird viel in sich selbst bewegen können und vielleicht werden auch plötzlich mit ihrer Hilfe Herzenswünsche war. Auch wenn man nicht daran glaubt, schaden kann diese Pilgerreise keinesfalls.
Im Südosten der Insel liegt das romantische Städtchen Göhren, hier findet man neben zwei der schönsten Sandstrände der Insel einen weiteren Kraftort: den Buskam genannten Gottestein der slavischen Urbevölkerung. Der riesige Findling ragt mit einem Umfang von 40 Metern am Nordstrand aus dem Wasser und ist der größte Findling in Norddeutschland. Noch heute wird bei Hochzeiten manchmal ein „Schüddelbüx“ genannter alter Volkstanz auf ihm ausgeführt. Der Sage nach soll der Storch die Seelen der Kinder aus eben diesem Stein holen und die Seelen der Verstorbenen kehren zu ihm zurück, er gilt als das Tor Gottes zur Welt.
Auf einen weiteren interessanten Ort machte mich eine Freundin aufmerksam, die sich „Bernsteinhexe“ nennt und da ihre Wicca-Rituale vollzieht: die Feuersteinfelder zwischen Prora und Sassnitz. Dieses weiße Steinmeer entstand durch Flutungen vor über 4000 Jahren. Man stelle sich vor, man läuft durch einen dunklen Wald, dieser lichtet sich plötzlich und in einem mehrere Kilometer langem Strom ergießt sich grell das widergespiegelte Licht der Sonne in weißen Steinen. Ein nicht näher beschreibbares Gefühl der Erhabenheit, Feuerstein unter den Füßen und in Licht badend. Mit etwas Glück kann man hier sogar freilebende Mufflons beobachten. Und es gibt noch viel mehr zu entdecken, doch hier soll unser kleiner Ausflug erst einmal enden.
Reisen zu Kraftorten in Deutschland und Europa:
Frija´s Hus,
Inh. Peggy Thiedig-Schirmer,
Schlüterstraße 24,
01277 Dresden
Telefon: 0351-31 58 98 18
Fax: 0351-31 58 98 16
E-Mail: peggy@frija.de
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