Unterstützung findet diese Lehre bei den Radiästheten (Radiästhesie = lat-griech: Strahlenwahrnehmung), die mit Hilfe von Pendeln oder Ruten Erdstrahlen wahrnehmen können. Auf diese Weise finden sie beispielsweise Erz- oder Wasseradern, deren Energiepotential um ein Vielfaches höher ist als es andere Bereiche der Erdoberfläche aufweisen. Beratend stehen sie dabei Bauherren zur Seite, die einen energetisch günstigen Standort für ihr Bauvorhaben suchen.
So soll beispielsweise der Platz des Nürnberger Reichstags eine übermäßig starke Energie aufweisen. Für ein Wohnhaus wäre solch ein Ort nach Meinung der Radiästheten völlig ungeeignet. Eine mögliche Verbindung zu physikalischen Gesetzmäßigkeiten ist dabei die Tatsache, dass gerade Wasser und Erze sehr geeignete Medien sind, um elektrische oder magnetische Strömungen weiterzuleiten. Andererseits lassen sich diese Kräfte mit den anerkannten Methoden der Physik bisher nicht nachweisen, eine große Skepsis von Seiten der Naturwissenschaft besteht bis heute.
Wenn Energieströme kreuzen
In den 80iger Jahren des 20. Jahrhunderts untersuchte der Innsbrucker Bauingenieur Jörg Purner zahlreiche alte Kirchen und Kultstätten in Irland und entdeckte mit Hilfe der Rute an all diesen Plätzen starke Überlagerungen und Kreuzungspunkte von Energieströmen, besonders im Altarbereich. Er schlussfolgerte, dass all diese religiösen Zentren nicht zufällig genau an diesen Stellen errichtet wurden. Historisch überliefert ist, dass christliche Missionare Kirchen und Kapellen oft auf oder neben dem alten Kultplatz der germanischen oder keltische Volksstämme errichten ließen, damit das Volk „zu den Orten, woran es gewohnt ist, um so vertrauter sich versammle und den wahren Gott erkenne und anbete“, so Papst Gregor der Große (590-604).
Bekannt und nicht weniger umstritten sind in diesem Zusammenhang die Bücher des Schriftstellers Erich Däniken. Er bestätigte mit seinen Forschungen die These, dass viele der heiligen Kraftplätze dieser Erde durch Energielinien, den sogenannten Drachenlinien oder „Leylines“, geradlinig miteinander verbunden sind.
Nach welchen Kriterien unsere Urahnen den idealen Platz für ihre Kultstätten fanden, ist nicht überliefert. War es die Intuition, die sie leitete oder wussten die Menschen von einer besonderen Kraft bestimmter Orte? Tatsache ist, dass es immer wieder ähnliche Naturschauplätze waren, die sich die Menschen für ihre rituellen Handlungen wählten: sie befanden sich an Quellen, in großen Wäldern oder an besonders mächtigen Bäumen, an bestimmten Steinformationen oder Bergen. Oft ist es ein bestimmtes Element, das an einem Kultort vorherrschend ist: auf den erloschenen Kratern von Vulkanen, wie beispielsweise auf dem Vulkan El Teide auf Teneriffa, überwiegt das Element Feuer. Seen und Meere werden vom Element Wasser bestimmt, Berge durch das Element Luft und Höhlen durch das Element Erde. Natur war der Ausgangspunkt ritueller Handlungen und zugleich ihr Ziel. „Die geheimnisvolle Macht der Kräfte der Natur bewahrt die Balance zwischen Mensch und Natur.“, so beschreibt es die amerikanische Künstlerin Chrysanne Stathacos (siehe auch unseren Beitrag über die Landesgartenschau in Großenhain auf der Seite 16).
Die Kraft der Orte erspüren
| Kraftort Mön: Hügelgrab auf der Insel Mön / Dänemark |
Wer sich ganz bewusst mit dem Ort verbinden möchte, so Gabriele Thalheim, kann an einer Stelle stehend eine unsichtbare Linie durch seinen Körper hindurch in die Erde hineinverfolgen. Auf diese Weise gelingt es ihr, in Resonanz mit dem Ort zu erspüren, wie dieser empfindet.
Jeder, der mit wachen Augen durch die Natur geht, wird leicht seinen eigenen, ganz persönlichen Kraft spendenden Ort finden können. Lassen Sie sich von ihm magisch anziehen!
Literatur
Martha Sills-Fuchs: Wiederkehr der Kelten, Knaur-Verlag 1983
Heidelore Kluge: Die weiße Magie der Hexen, VPM Verlagsunion Moewig
Jörg Purner: Radiästhesie - Ein Weg zum Licht?, CH-Wettswikl 1994
Bran O. Hodapp/ Iris Rinkenbach: Weiße Naturmagie, Verlag Peter Erd, München 1998
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