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Die fruchtbare Nacht in den Mai
Autor:Anna-Maria Bloße (18.03.2004)
Beltane-Walpurgisnacht Beltane – oder auch Walpurgisnacht – wird traditionell in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert. Es ist das Fest des wiedererwachten Frühlings, an dem Sonne und Erde eine innige Verbindung eingehen – die heilige Hochzeit des Männlichen und Weiblichen. Für mich ist das eine der schönsten Nächte des Jahres. Endlich wird es wärmer, überall ist es richtig frisch grün und alles duftet schon nach Sommer. Ein wunderbares Gefühl. Wie feierten nun unsere Urahnen dieses Fest? In langen Prozessionen wurden die Felder abgeschritten und die neue Fruchtbarkeit begrüßt. Ein Baum – meistens die Birke und manchmal die Weide – wurde von den jungen Männern und Frauen bei Gesängen und Tänzen mit bunten Bändern geschmückt. Vielleicht heißt es deshalb heutzutage: Anbandeln? Der Maibaum und der Maitanz sind Überbleibsel dieses alten Festes. Der Maibaum symbolisiert den männlichen Phallus und der Kranz steht für die weibliche Vagina, damit wurde die Fruchtbarkeit der Natur gefeiert. Auch heute wird fast überall „in den Mai“ getanzt.
In der Zeit um Beltane suchten sich die jungen Frauen die stärksten und schöns-ten Männer, damit starke und gesunde Kinder entstehen konnten. Im beginnenden Frühjahr hatten die Liebespaare noch sanft und mit Distanz geliebäugelt, jetzt zu Beltane war die Zeit, in der diese Liebesbeziehung nach außen hin auch bekundet wurde. Überall im Lande wurden große Feuer errichtet, als Zeichen des neuen Lebens. Mensch und Tier sprang über die Glut, um dadurch den Schutz der Götter zu erhalten für Gesundheit und ein langes Leben. Die Liebespaare sprangen gemeinsam über die Feuer und warfen ihre Ängs-te hinein oder sprachen einen Wunsch. Wer an Beltane über das Feuer sprang, galt damals praktisch als einander versprochen. Damals wie heute war es die Nacht der Ausgelassenheit und des Schabernacks. Durch Gesänge und Tänze herrschte eine angeregte Stimmung und auf dem Höhepunkt, nach dem Sprung über das Feuer, verschwanden nach und nach mit einem Augenzwinkern die einzelnen Pärchen in Wald und Flur....
Der Name Beltane ist ein alter keltischer Name und wurde abgeleitet vom Irisch-Gälischen Wort „Bealtaine“ oder dem Schottisch-Gälischen Wort „Bealtuinn“. Beide bedeuten „Bel-Feuer“, welches das Feuer des Keltischen Gottes des Lichtes, Bel, Beli oder Belinus bezeichnet. Er wurde im Mittleren Osten auch Baal genannt. Hexennacht Jeder kennt die Sage, dass an Beltane die Hexen auf ihrem Besen um den Blocksberg kreisen. Die alten Göttinnen hatten laut der Sage immer ein Gefährt, mit dem sie reisten, sei es die Wildsau der Freya, der Wolf der Hyndla, die schwarzen Rosse der Walküren. Und die Hexen in unseren Breitengraden, Abkömmlinge der großen Muttergöttin, reisten auf ihrem Besen. Im Gefolge der reitenden Frauengestalten fand sich ein wilder Reigen von Elfen und Geistern, angezogen von der wiedererwachten Lebensfreude. In allen Überlieferungen werden diese Frauen als wild und kraftvoll wiedergegeben – die Ur-Frau, die ihre Kraft und Gefühle lebt, die Ur-Frau, die sich ihren Mann auserwählt. Die Heilige Walpurga Walpurga war eine sehr fromme Äbtissin des Klosters Heidenheim. Sie verstarb 778 n. Chr. und wurde von der katholischen Kirche am 1.Mai zur Heiligen erhoben. Ihre Reinheit sollte als Gegensatz zu Beltane gefeiert werden. Beltane als ein Fest der Lust und Leidenschaft war im christlichen Sinne eine Sünde und Zeichen der Verführung Satans. So ist die heutige Walpurgisnacht wie immer eine Mischung aus dem Wissen unserer Urahnen und der christlichen Tradition. Die Hexen übrigens feiern nach wie vor, dass die Natur in voller Fruchtbarkeit und Blüte steht. Sie sammeln an diesem Tag „wildes Wasser“ aus den fließenden Bächen, dem Meer oder dem Tau der Wiesen, um die Grundlage der heilenden Tinkturen und Tränke für das kommende Jahr zu erhalten. Autor:Anna-Maria Bloße (18.03.2004) |
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