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Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Die Brennnessel – allen bekannt, von vielen verkannt
Autor:Christiane Thomas (07.05.2005)

An Feld- und WaldrĂ€ndern, an Mauern, ZĂ€unen und Hecken wĂ€chst sie und sicherlich hat schon jeder mit ihr einmal schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Die Brennnessel zu beschreiben ist wahrscheinlich unnötig, denn schon kleine Kinder behalten sich ihr Äußeres im GedĂ€chtnis, sind sie einmal mit den gezackten BlĂ€ttern in BerĂŒhrung gekommen. In den GĂ€rten wird sie als sog. Unkraut hartnĂ€ckig bekĂ€mpft, dabei zĂ€hlt sie zu unseren wertvollsten Heilpflanzen und ist gerade im FrĂŒhjahr ungeheuer vielseitig verwendbar.

Schon die alten Römer wussten die Brennnessel zu schĂ€tzen. Der römische Dichter Catull (bis etwa 54 v.Chr.) lobpreiste sie, nachdem sie ihn von seinem Schnupfen und Husten geheilt hatte. Der griechische Arzt Dioskurides (1.Jh. n. Chr.) behandelte seine Patienten mit der Brennnessel, die auch in seine Schrift „Über Heilstoffe“ eingegangen ist. Im Mittelalter benutzte man die Pflanze in KrankheitsfĂ€llen als Test, wie es dem Kranken ging. Sie wurde in den Harn des Patienten gelegt: ging sie ein, sah es schlecht um den Kranken aus, blieb sie jedoch mehrere Tage frisch, war er auf dem Weg der Besserung. Paracelsus empfahl Brennnesselsaft bei der Behandlung von Gelbsucht und Hildegard von Bingen lobte die Wirkung von frischen Brennnesseln auf den Magen. Eine der rigiden Anwendungsformen, die aus frĂŒheren Zeiten ĂŒberliefert ist, aber auch heute vereinzelt noch angewendet wird, ist das Auspeitschen der Haut mit frischen Brennnesseln zur Behandlung von Scharlach oder Rheuma.

Was brennt denn da?

Die in Europa verbreitetsten Arten der zu den NesselgewĂ€chsen gehörenden Pflanze sind die Große Brennnessel ( lat. Urtica dioica) und die Kleine Gartennessel (lat. Urtica urens). Beide sind heilkrĂ€ftig. WĂ€hrend die große Brennnessel bis zu 1.50 Meter hoch werden kann, misst die kleine nicht mehr als 40 cm, macht aber durch ihr wesentlich intensiveres Brennen umso stĂ€rker auf sich aufmerksam. Betrachtet man BlĂ€tter und StĂ€ngel der Brennnessel unter dem Mikroskop, so sind viele kleine HĂ€rchen erkennbar. Diese sollen kleine KĂ€fer und Insekten daran hindern, an der Pflanze hinaufzuklettern. Doch sie brennen nicht. Dazu gibt es in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden andere, wesentlich lĂ€ngere Haare, deren sprödes Ende bei der kleinsten BerĂŒhrung abbricht. An dieser Stelle entsteht eine scharfe Spitze, die leicht in die Haut von Mensch oder Tier eindringt. Dabei gelangt der giftige Inhalt des Brennhaares, ein Gemisch aus Natriumsalz (was auch in AmeisensĂ€ure zu finden ist), Histamin (ein Eiweiß) und Acetylcholin (ein chemischer Botenstoff) in den Körper und verursacht das unangenehme Brennen und wenig spĂ€ter eine zunĂ€chst blasse, dann rote juckende Quaddel.

Die Brennnessel besitzt kleine, unscheinbare BlĂŒten. Die langen, bastĂ€hnlichen Fasern der vierkantigen StĂ€ngel nutzte man in frĂŒheren Zeiten auch als Grundlage fĂŒr einen leinwandĂ€hnlichen Stoff, das sog. Nesseltuch.


Handschuhe ĂŒberziehen – die Ernte der Brennnessel

BlĂ€tter, StĂ€ngel, BlĂŒten, Wurzeln – alle Pflanzenteile der Brennnessel haben eine heilkrĂ€ftige Wirkung und können fĂŒr verschiedene Aufbereitungsarten genutzt werden. In den Monaten Mai bis Juni werden die jungen Pflanzen im Ganzen fĂŒr einen Brennnesselsud oder –saft geerntet, oder man streift nur vorsichtig die BlĂ€tter von den StĂ€ngeln, beispielsweise fĂŒr die Zubereitung von Tee oder Salat. Die Pflanze kann frisch verwendet werden, oder aber man trocknet sie an der Luft. Will man die Wurzeln nutzen, sollte man diese noch vor der BlĂŒte der Pflanze ausgraben. Sie werden dann von Erdresten befreit und ebenfalls an einem luftigen Ort getrocknet.


Blutreinigend und blutbildend

Eine der wichtigsten Wirkungen der Brennnessel sind ihre blutreinigenden und blutbildenden Eigenschaften. Daher ist sie besonders bei Blutarmut oder Erschöpfungs- und ErmĂŒdungszustĂ€nden zu empfehlen. Verantwortlich dafĂŒr ist unter anderem ihr hoher Anteil an Eisen. Sie liefert aber auch andere Mineralien, wie Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor.

Vorbeugend oder im Falle der jahreszeitlich bedingten FrĂŒhjahrsmĂŒdigkeit empfiehlt sich daher am besten eine vierwöchige Teekur mit den jetzt besonders frischen BrennnesselblĂ€ttern.

Brennnessel-Tee

Übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel des feingeschnittenen Krautes oder einige BlĂ€tter mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee zwei bis vier Minuten zugedeckt ziehen. Trinken Sie ĂŒber mehrere Wochen morgens auf nĂŒchternen Magen und wenigstens noch einmal abends je eine Tasse möglichst ohne Zucker. Wem der Geschmack nicht zusagt, kann den Tee mit Pfefferminze oder Kamille abrunden. FĂŒgen Sie einige Tropfen Zitronensaft hinzu, damit das Eisen besser vom Körper aufgenommen werden kann.


Eine Brennnesselteekur stĂ€rkt außerdem die AbwehrkrĂ€fte und schĂŒtzt unseren Körper vor dem Angriff durch ErkĂ€ltungskrankheiten sowie vor rheuma- tischen Beschwerden.

Da die Brennnessel neben ihrem hohen Eisenanteil auch eine ausschwemmende und milchbildungsfördernde Wirkung hat, wird sie auch gern Schwangerschafts- und Stilltees zugesetzt.


Anregung des Körperstoffwechsels

Die Brennnessel hat nicht nur auf das Blut, sondern auf den gesamten Körperstoffwechsel eine reinigende und entschlackendeWirkung.

Durch die harntreibende und leicht abfĂŒhrende Wirkung werden Giftstoffe verstĂ€rkt aus dem Körper ausgespĂŒlt. Erkrankungen der Harnwege, NierenentzĂŒndungen und sogar Beschwerden durch Nierensteine können deutlich gelindert werden. Brennnesseltee fördert die Ausscheidung von HarnsĂ€ure ĂŒber die Nieren. Bei der Behandlung von Blasenbeschwerden erhöhen Sie die Krautmenge fĂŒr eine Tasse Tee auf zwei bis vier Teelöffel und trinken davon drei bis vier Tassen am Tag.

Stoffwechselkrankheiten, wie Gicht und Rheuma, aber auch Leber- und Gallenleiden können mit einer mehrwöchigen Brennnesselkur deutlich gemindert werden. Vorsicht bei Wasseransammlungen im Gewebe, die durch eingeschrÀnkte Herz- und NierentÀtigkeit hervorgerufen wird. Hier sollte die Brennnessel nicht angewandt werden.


Brennnessel-Vollbad

Bei Rheuma-, Gicht- oder Ischiasbeschwerden nehmen Sie regelmĂ€ĂŸig ein Brennnessel-Vollbad.
Dazu weichen Sie 200 Gramm Brennnessel 12 Stunden in 5 Liter kaltem Wasser ein. Diesen Ansatz erwĂ€rmen Sie, seihen ihn ab und gießen ihn zum Badewasser dazu.
Die Badedauer sollte 20 Minuten nicht ĂŒberschreiten, wobei Sie darauf achten sollten, dass das Herz des Badenden immer außerhalb des Wassers ist.
Danach sollte der Badende nicht abgetrocknet werden, sondern eingehĂŒllt in einen Bademantel eine Stunde im Bett nachschwitzen.


Probieren Sie im Rahmen einer entschlackenden FrĂŒhjahrskur doch auch einmal frische Brennnessel als Suppe oder GemĂŒsebeilage oder als Salat gemischt mit frischen LöwenzahnblĂ€ttern.

Brennnessel-Suppe

200g BrennnesselblÀtter
1 Liter Wasser
50 g Butter
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Mehl
1 TL gekörnte BrĂŒhe
Muskat, Salz, schwarzer Pfeffer
100 ml Sahne
2 Scheiben Weißbrot

Waschen Sie die BrennnesselblĂ€tter und geben Sie sie kurz in kochendes Wasser. Gießen sie das Kochwasser ab und heben Sie es fĂŒr spĂ€ter auf. Hacken Sie die zusammengefallenenen BlĂ€tter klein, ebenso die Zwiebel und den Knoblauch. Die reichliche HĂ€lfte der Butter in einem Topf zerlassen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dĂŒnsten, das ganze mit dem Mehl bestĂ€uben und mit dem Kochwasser angießen und glattrĂŒhren. Geben Sie die Brennnesseln hinzu und wĂŒrzen Sie. Die Suppe sollte noch fĂŒnf Minuten köcheln, dann können Sie die Sahne unterrĂŒhren. Rösten Sie das gewĂŒrfelte Weißbrot in der restlichen Butter und streuen Sie es vor dem Servieren ĂŒber die Suppe.


Brennnessel-Creme

200 g BrennnesselblÀtter
4 EL Schmand
4 EL Joghurt 4 TL Hefeflocken
Pfeffer, Muskat

Waschen Sie die Brennnessel und geben Sie sie unabgetropft in einen gut schließenden Topf, in dem Sie sie fĂŒnf Minuten dĂŒnsten. VerrĂŒhren Sie Schmand, Joghurt und Hefeflocken miteinander und geben Sie die Brennnesseln dazu.
Wer möchte, kann das ganze pĂŒrieren. Mit Pfeffer und Muskat krĂ€ftig abschmecken. Die Brennnesselcreme passt hervorragend zu Pellkartoffeln oder Omelett.



Anwendungen in der Homöopathie

Nach dem Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem behandeln“ wird die Brennnessel in der Homöopathie besonders in solchen FĂ€llen angewendet, in denen ein Ă€hnliches Krankheitsbild zu beobachten ist, wie es die Brennnessel hervorruft. Dazu gehören Nesselfieber und Nesselsucht, leichte Verbrennungen und VerbrĂŒhungen und bestimmte FĂ€lle von Allergien. Eine Behandlung sollte aber immer nach RĂŒcksprache mit einem erfahrenen Homöopathen erfolgen.


Äußere Anwendungen zur Haarpflege

Die Wirkstoffe der Brennnessel werden schon seit langem fĂŒr die Pflege und KrĂ€ftigung von Haar und Kopfhaut und als Haarwuchsmittel verwendet.
Will man nicht auf fertige PrĂ€parate zurĂŒckgreifen, kann man sich sehr leicht selbst eine Haarkur aus BlĂ€ttern oder Wurzeln herstellen. Wenn Sie beim nĂ€chsten FrĂŒhlingsspaziergang einmal gezielt an unscheinbare Ecken, GartenzĂ€une oder –mauern schauen, finden Sie bestimmt ganz leicht die zarten Triebe der jungen Brennnesseln.
Mit Fingerhandschuhen und einem kleinen Korb im GepĂ€ck können auch Sie einmal ausprobieren, dass das brennende „Un“-kraut eigentlich ein sehr nĂŒtzliches und zudem schmackhaftes Wildkraut ist.


Absud aus frischen BrennnesselblÀttern

Erhitzen Sie langsam zehn Handvoll frische BlĂ€tter in einem FĂŒnf-Liter-Topf mit kaltem Wasser.
Lassen Sie den Sud 5 Minuten ziehen und waschen Sie mit dem abgegossenen Wasser die Haare.

Absud aus Brennnesselwurzeln

Weichen Sie zwei gehÀufte Handvoll Wurzeln 12 Stunden in kaltem Wasser ein.
ErwÀrmen Sie den Kaltansatz danach und lassen Sie ihn zehn Minuten ziehen.
Waschen Sie nach dem Abgießen Ihre Haare mit dem Sud.

Brennnesselessenz

Waschen Sie die Brennnesselwurzeln, schneiden Sie sie klein und geben Sie sie in eine Flasche, die mit 38-40%igem Kornbranntwein aufgefĂŒllt wird. Stellen Sie die Flasche fĂŒr mindestens zwei Wochen an einen warmen Platz.
Mit dieser Essenz können Sie sich tĂ€glich die Kopfhaut einreiben, was sie stĂ€rkt und ĂŒberdies das Haar glĂ€nzen lĂ€sst. Man kann auch aus 250g Wurzeln, einem Liter Wasser und einem halben Liter Weinessig ein Haarwasser herstellen, indem man diesen Ansatz etwa eine halbe Stunde kochen lĂ€sst.


Autor:Christiane Thomas (07.05.2005)

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