Im Sinn des Ayurveda denken heißt ganzheitlich denken. Der Mensch bildet mit Körper und Seele eine Einheit. Die Ernährung stärkt den Körper, doch wer gezwungen wird, etwas Gesundes zu essen, das er innerlich ablehnt, der wird sich unwohl und unzufrieden fühlen. Die Folgen sind Störungen – emotionale und/oder körperliche. Auch das soziale, landschaftliche, geistige sowie emotionale Umfeld spielt für das Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Die gesündeste Ernährung nützt wenig, wenn die Mahlzeiten mit verhassten Menschen eingenommen werden müssen, wenn Zeitmangel das Leben prägt oder Ängste und Sorgen auf den Magen drücken. Deshalb beschränkt sich die Ernährungslehre des Ayurveda nicht nur auf Nahrungsmittel und ihre Zubereitung, sondern sie bezieht den Lebensstil, das Alter, die Umgebung, Jahres- wie Tageszeiten mit ein.
Eine ausgewogene Ernährung sorgt neben Gesundheit und Zufriedenheit auch für einen klaren Geist. Lassen Sie sich daher mit der Ayurveda-Küche auf eine neue Form der Ernährung ein. Sie werden bald feststellen: So viel müssen Sie gar nicht ändern. Es sind die berühmten Kleinigkeiten – vor allem die Gewürze -, die Ihre Mahlzeiten ausgewogener machen und Ihnen helfen, sich gesund und wohl zu fühlen.
Ayurveda bietet Ihnen eine Ernährungslehre, die auch unabhängig von der indischen Küche, ihren traditionellen Rezepten und asiatischen Gewürzen gültig ist. Sie ist in der deutschen Küche ebenso umzusetzen. Ayurveda geht davon aus, dass alle Menschen durch drei Grundtypen geprägt sind. Das sind die drei Doshas, nämlich Vata, Pitta und Kapha. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort „Dosha“ Fehler, Makel. Das heißt, bei einer Vata-Dominanz ist zu viel Vata vorhanden. Es sollte durch die Ernährung abgebaut werden. Ziel ist der ungefähre Gleichstand aller drei Doshas, weil sich dann Körper und Seele im Gleichgewicht befinden. Welcher Typ Sie sind können, Sie kostenlos unter www.veda.ch herausfinden.
Die Ayurveda-Küche ist ein Koch- und Essprinzip, welches auf diesen drei Menschentypen sowie sechs grundsätzlichen Geschmacksrichtungen aller Nahrungsmittel, Kräuter und Gewürze basiert. Die einzelnen Lebensmittel, Kräuter und Gewürze lassen sich in sechs unterschiedliche Geschmacksrichtungen einteilen: süß, sauer, salzig, bitter, herb und scharf. Dementsprechend wirken sie auf die drei Doshas ein, gleichen sie aus oder fördern sie.
Nehmen Sie täglich alle von der Natur zur Verfügung gestellten Geschmacksarten auf, fühlt sich der Körper rundum befriedigt. Es enstehen keine kleinen Gelüste, die Sie plötzlich verführen, zwischendurch zu naschen, am Abend zu knabbern oder noch eine Mitternachtsmahlzeit einzuschieben. Statt dessen fühlen Sie sich mit der Ayurveda-Ernährung satt und zufrieden.
Feldsalat mit Meerrettich
150g Feldsalat
1 frischer Meerrettich
1 TL Distelöl
2 EL Apfelsaft
100g Johannisbeeren
grüner Pfeffer
Steinsalz
Putzen Sie den Feldsalat gründlich. Reiben Sie ein Stück Meerrettich, so dass Sie einen gehäuften Esslöffel erhalten. Aus dem Öl, dem Apfelsaft, wenig Pfeffer und Salz bereiten Sie eine Salatmarinade, in die Sie den Meerrettich rühren. Machen Sie damit den Salat an, und bestreuen Sie ihn mit den gewaschenen Johannisbeeren – eine farbliche wie geschmackliche Abrundung.
| Frische Nektarinen |
2 Nektarinen
1 TL Rohrzucker
1 EL Mandelblättchen
1 Orange
½ Bund Zitronenmelisse
Pürieren Sie die abgezupften Blätter der Zitronenmelisse mit dem Saft einer Orange und süßen Sie die Sauce mit braunem Rohrzucker. Die Nektarinen werden gewaschen, entkernt, in dünne Scheiben geschnitten und fächerförmig auf zwei bis drei Esslöffeln der Sauce ausgebreitet. Bestreuen Sie das Dessert mit den Mandelblättchen.
Gewürzreis
200g Reis
2 Lorbeerblätter
1 cm Zimt
schwarzer Pfeffer
2 Zwiebeln
3 Nelken
Muskatnuss
1 TL Butterschmalz
| Gewürzreis: Reis als Grundnahrungsmittel ist ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Küche |
Reis, ganz besonders Basmatireis, werden im Ayurveda kühlende Eigenschaften nachgesagt: er ist für alle Doshas verträglich. Ein Gewürzreis bei erhöhtem Pitta darf Nelken, Muskat, Zimt sowie schwarzen Pfeffer nicht enthalten. Nehmen Sie stattdessen weißen Pfeffer, Kreuzkümmel und Koriandersamen.
Hähnchenschenkel mit Kichererbsen
Die Kichererbsen müssen über Nacht eingeweicht werden. Schälen und schneiden Sie zuerst die Zwiebel in grobe Würfel, braten sie in einem Teelöffel Öl an, fügen Kümmel, Pfeffer und wenige zuvor eine halbe Stunde eingelegte Safranfäden sowie die Kichererbsen zu und gießen die Gemüsebrühe an. Lassen Sie die Kichererbsen eine gute Stunde köcheln, dann sind sie weich. Eine Viertelstunde vor Ende der Kochzeit erhitzen Sie das restliche Öl und braten die Hähnchenschenkel darin braun. Wenn sie fast weich sind, geben Sie die in feine Röllchen geschnittenen Frühlingszwiebeln mit in die Pfanne. Gießen Sie etwas Gemüsebrühe an, und dünsten Sie die Hühnerschenkel weich. Servieren Sie die Hähnchenschenkel mit den Frühlingszwiebeln auf den Kichererbsen, die Sie je nach Vorliebe auch pürieren können.
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