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Naturel-Online.de, Bildschirmfoto vom Oktober 2004
Ayurvedische Empfehlungen für die kalte Jahreszeit
Autor:Aline Burghardt (02.12.2003)

Aline Burghardt: Ayurvedische Tipps von der Autorin
Aline Burghardt: Ayurvedische Tipps von der Autorin
Im Winter ist der Himmel bewölkt, die Witterung trocken, kalt, feucht und schwer, das Leben geht langsamer. Diese Eigenschaften werden dem Vata- bzw. Kapha-Dosha zugeordnet, der frühe Winter (November, Dezember) entspricht Vata, die spätere Phase, also Januar und Februar, gehört eher zu Kapha.

In den alten vedischen Schriften wird das Jahr in sechs Jahreszeiten gegliedert, welches ein genaueres Bild schafft und uns eine feinere Anpassung an den jahreszeitlichen Rhythmus ermöglicht. Im Einzelnen sieht das wie folgt aus:

Jan. - Feb.

März - Apr.

Mai - Jun.

Jul. - Aug.

Sept. - Okt.

Nov. - Dez.
Kapha-Zeit

Vata-Zeit

Kapha-Zeit

Pitta-Zeit

Vata-Zeit

Vata-Zeit
kalt und feucht

kühl, windig, wechselhaft

sanft, aufblühend

heiß

kühl, windig

kalt, windig, trocken



Was bedeutet dies und welchen Einfluss hat es auf unsere Gesundheit?

Im Ayurveda sagt man, dass ein Dosha (in unserem Falle also Vata und Kapha), welches sich zu einer bestimmten Jahreszeit anreichert, also aus dem Gleichgewicht gerät, sich in der folgenden Jahreszeit als krankhafter Einfluss entfaltet, d.h. ein - durch einen unregelmäßigen Lebensrhythmus, wie zu viel Aktivität, zu wenig Schlaf, vermehrter Kaffee- und Alkoholgenuss, Reisen mit Zeitverschiebungen, unentwegt Hektik und Streß - erhöhtes Vata im Herbst, kann im Winter u.a. zu Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Befindlichkeitsstörungen, Schlaflosigkeit oder Verstopfung führen – typische Anzeichen für Vata-Ungleichgewichte.

Aroma: Ayurvedische Essenzen
Aroma: Ayurvedische Essenzen
Ebenso kann ein angesammeltes Kapha in den Wintermonaten durch zu viel süße oder fettige, schwere, eiweißhaltige Nahrung, zu wenig Bewegung und zu viel Schlaf zu typischen Kapha-Störungen wie Erkältungen, Grippe, Bronchitis, Müdigkeit und Gewichtszunahme im Frühjahr führen.

Daher ist es wichtig, im Frühwinter Vata zu reduzieren und im Spätwinter darauf zu achten, dass keine Kapha-Ungleichgewichte entstehen bzw. sie rechtzeitig erkennen und ausgleichen.

Zum besseren Verstehen möchte ich an dieser Stelle kurz auf die drei Bio-Energien, oder auch Doshas genannt – Vata, Pitta, Kapha – eingehen.

Vata

ist dem Wind zugeordnet, sorgt u.a. für Antrieb und Bewegung, besteht aus den Elementen Äther und Luft, vermittelt die Energie für jegliche körperliche und geistige Aktivität, herrscht von 2.00 -6.00 Uhr und von 14.00 - 18.00 Uhr im Tagesrhythmus vor.

Pitta

ist der Sonne zugeordnet, sorgt u.a. für Veränderung und Umwandlung, besteht aus dem Element Feuer, steuert den Verdauungsvorgang, die Körperwärme und kontrolliert die Empfindungen (z.B. Durst, Hunger, sinnliche Begierde, Emotionen), herrscht von 10.00-14.00 Uhr und von 22.00-2.00 Uhr im Tagesrhythmus vor.

Kapha

ist dem Mond zugeordnet, sorgt u.a. für den Zusammenhalt von Geweben und ist für die Immunabwehr und den Wasserhaushalt zuständig, besteht aus den Elementen Wasser und Erde, schützt die Gewebe vor zu starker Belastung, herrscht von 6.00 - 10.00 Uhr und von 18.00 - 22.00 Uhr vor.


Wie können wir uns nun der Jahreszeit entsprechend verhalten?

Um Vata-Ungleichgewichten (im November/Dezember) vorzubeugen oder sie auszugleichen ist folgendes zu beachten:

  • Vata-besänftigende Speisen und Getränke, d.h. die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig sind zu bevorzugen, das Essen darf durchaus auch mal etwas fettiger und öliger sein, sofern Sie über ein gutes Verdauungsfeuer verfügen.

  • Meiden Sie kalte Getränke, Kaffee und schwarzen Tee, diese regen Vata zu stark an.

  • Regelmäßige Tagesroutine, vor allem bei den Mahlzeiten und Ruhephasen, gehen Sie früh zu Bett und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf.

  • Wenn es Ihre Zeit erlaubt, bewirkt eine Ganzkörper-Ölmassage (Abhyanga) mit warmen Sesamöl vor dem Duschen wahre Wunder!!


Um Kapha-Ungleichgewichten (im Januar/Februar) vorzubeugen oder sie auszugleichen ist folgendes zu beachten:

  • Kapha-besänftigende Speisen und Getränke, d.h. die Geschmacksrichtungen bitter, scharf, trocken, leicht und heiß (erhitzend)

  • liegt eine Neigung zu Übergewicht vor, kann das Frühstück ausgelassen werden und mittags die Hauptmahlzeit in Form von gedünstetem Gemüse oder einer cremigen Suppe mit Ghee, Croutons oder Weizenvollkornbrot zu sich genommen werden.

  • keine kalten Getränke

  • nicht unentwegt Weihnachtsgebäck knabbern

  • einen Fastentag pro Woche zur Entlastung des Stoffwechsels

  • Im Winter möglichst auf das liebgewordene Mittagsschläfchen verzichten, statt dessen ist ein Spaziergang nach dem Essen genau das Richtige.

  • nicht zuviel und nicht zu oft essen. Das Weihnachtsfest mit seinen vielen süßen und herzhaften Verführungen naht unwiderruflich, in vielen Küchen gibt es, wie jedes Jahr, die Plätzchen-, Lebkuchen- und Stollenbäckerei, worauf sich besonders unsere Kinder freuen.


Ich möchte mit einem leckeren Winter- oder Weihnachtskuchen meinen ayurvedischen Beitrag dazu leisten und wünsche uns allen bekömmliche Stunden und ein frohes Fest!

Mit ayurvedischen Grüßen,
Ihre Aline Burghardt

Aline Burghardt, Ayurveda-Therapeutin in Dresden, Kontakt: Tel. 0351-2633361


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Vedischer Bibeka-Kuchen

Vedischer Bibeka-Kuchen: Köstlichkeit zur Winterzeit
Vedischer Bibeka-Kuchen: Köstlichkeit zur Winterzeit
Wirkung auf die Doshas: Vata - Pitta - Kapha +
Zubereitungszeit: ca. 1,5 Stunden, davon 1 Stunde unbeaufsichtigt

Menge: 1 mittlere Springform oder 1 Backblech

400 ml Kokoscreme (gepresst oder als Kokosmilch in Asialäden erhältlich) in einem Topf erhitzen und
200 g getrocknete Kokosflocken darin 15 Min. einweichen (oder das Fruchtfleisch einer frischen Kokosnuss fein raspeln)

Backofen auf 180 °C vorheizen.

500 g Dinkel-Vollkornmehl feingemahlen und ausgesiebt mit
2 TL Backpulver
2 TL Zimt, gemahlen
6 TL Kardamom, gemahlen
1 TL Ingwer, gemahlen
1 TL Muskatnuss, gemahlen
1/4 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
200 g Cashew-Nüssen, grob gemahlen oder gehackt (oder abgezogene, grob gemahlene Mandeln)
250 g Datteln, entsteint und in feine Würfel geschnitten und
200 ml Ahornsirup (oder Palmsirup, falls verfügbar)

gut mischen, dann die eingeweichten Kokosflocken mit Flüssigkeit dazugeben (oder die fein geraspelte Kokosnuss) und alles verrühren, bis eine leicht zähe Konsistenz entsteht. Sollte der Teig zu fest werden, noch etwas Wasser zufügen.

Eine kleine eingefettete Springform mit etwas Polenta (Maisgrieß) bestreuen, den Teig hineingeben und glattstreichen. Oder ihn auf die Hälfte eines eingefetteten Backblechs streichen. Den Kuchen mit Mandelblättchen oder gehackten Nüssen und etwas Kardamompulver bestreuen. Bei 180 °C Ober- und Unterhitze ca. 1 Stunde backen.

Anmerkung: Der Kuchen kann auch gut ohne Backpulver gebacken werden.

Viel Spaß beim Backen und Probieren!


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Autor:Aline Burghardt (02.12.2003)

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