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editorial Dezember 2003
Liebe Leser,
wenn die Natur schlafen geht, wenn gelb-braune Blätterberge unter den Füßen rascheln und Rauhreif morgens die Zweige mit Eisnadeln verziert, dann neigt sich auch das Jahr seinem Ende entgegen.
In allen Kulturen wird diese Zeit von wichtigen Jahresfesten begleitet und auch wir eilen mit Riesenschritten dem Weihnachtsfest entgegen. Jahr für Jahr geleiten typische Gerüche, Farben und Formen diese Zeit. So können Sie ab Seite 24 dieses Heftes lesen, was sich hinter dem Adventskranz, Weihnachtskugeln und Tiersymbolen verbirgt oder Sie versuchen einmal ein ayurvedisches Weihnachtsrezept mit den typischen orientalischen Gewürzen auf Seite 20. Und wenn die Heiligen drei Könige dem Kind am Weihnachtsabend neben Gold und Myrrhe auch Weihrauch bringen, dann können Sie auf Seite 26 erfahren, was dieses Baumharz so wertvoll macht.
Die Zeit des Jahreswechsel ist immer auch eine Zeit der Rückschau auf die vergangenen und der Wünsche auf die kommenden Monaten. Viele Menschen konnten nach den Hochwassern im letzten Jahr in diesem wieder aufatmen, andere litten unter der extremen Trockenheit. Für unseren Verlag schlugen die Wellen in den letzten Monaten recht hoch, doch rechtzeitig zur Weihnachtspause ist das Wasser auf einen neuen, natürlichen Stand gesunken, wir können wieder frei atmen.
| Redakteurin: Christiane Thomas
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Mit den besten Wünschen für ein besinnliches Weihnachtsfest sagen wir Ihnen, liebe Leser „Dankeschön“ für Ihre Treue und freuen uns auf ein interessantes neues naturel-Jahr.
Ihre Redaktion von naturel
Christiane Thomas
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Inhaltsverzeichnis
6 Infos kompakt
Gesundheitstage Leipzig
8 Universum
Über die Liebe hinter der Angst & die Entdeckung des inneren Kindes
10 Kraft der Rituale
Wissen sie eigentlich, was Sie da feiern?
Weihnachten ist ein altes deutsches Wort. Das Wort „wjh“ bedeutet ursprünglich „heilig“
12 Heilende Natur
Die Gabe des Königs aus dem Morgenland
Vom Duftstoff und Heilmittel Weihrauch
15 Sinnlichkeit & Romantik
Abwarten und Tee trinken
Teetrinken hat für viele von uns im Laufe der Jahre an Bedeutung und Tiefe gewonnen.
16 Buchwelten
Das Labyrinth oder die Kunst zu wandeln
Von der Starre der Krankheit in den Fluss der Gesundheit
18 Märchen
Das Salz der Tränen
Erzählt und mit Farbskizzen versehen von Wolfgang Nützenadel
20 Balance
Ayurvedische Empfehlungen für die kalte Jahreszeit
Was bedeutet dies und welchen Einfluss hat es auf unsere Gesundheit?
22 Balance
Von der Pferdedecke zum Sommerkleid
Über den kreativen Umgang mit Filz
24 Wissen
Chinesische Astrologie
methaphorische Beschreibung der Wahrnehmung
26 Lebensgeschichten
Ein vorsichtiger Versuch der Annäherung an esoterische Lebensbilder
28 Naturheilkunde
Klassisch und modern zugleich – Teil 3:
Mit Entspannung und Schlaf zu hoher Leistung
32 Kraft der Rituale
Die Knallerei am Waldmenschentag
Bräuche zu Silvester hier und anderswo
34 Adressen und Termine
Der Service für aktuelle Seminare, Vorträge und ausgewählte Adressen
38 Vorschau
Traumland Jemen
chinesisches Jahreshoroskop
Impfungen - eine individuelle Elternentscheidung
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Vom Duftstoff und Heilmittel Weihrauch
Kirchenhallen strahlen immer eine eigene Atmosphäre aus, und ganz besonders prächtig glänzen sie oft gerade jetzt, zur Weihnachtszeit. Verantwortlich für diese einzigartige Stimmung ist auch der besondere Duft, der in der Luft liegt, wenn wir eine Kirche betreten. Dieser würzig-holzige Geruch stammt von dem verbrannten Harz eines Baumes, das allgemein als Weihrauch bekannt ist. Schon der Name gibt Aufschluss über die Verwendung dieses Harzes bei kultischen Zeremonien und religiösen Feiern. Weihrauch wird aber seit Jahrtausenden auch für medizinische Zwecke benutzt und ist heute vor allem in der ayurvedischen Medizin wiederentdeckt worden.
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Ein vorsichtiger Versuch der Annäherung an esoterische Lebensbilder
Oder: Geständnisse eines Abtrünnigen
Ist es der im Alter erlahmende Geist, die Milde, die die harte Lebenserfahrung manchmal durch einen Weichzeichner filtert oder die Erkenntnis, dass unser Wissen um das Wesentliche ohnehin am Ende immer schon Glauben war? Jahrelang war ich ein rotes Tuch für jeden „Körnerfresser“, fing doch für mich Woodo schon bei Akupunktur an, wurde für die ohnehin seltene Motorradwäsche ein spezieller Kaltreiniger gekauft, der auch sicher umweltschädlich war (weil der Ökoweichspüler nichts taugt), kurz, war eigentlich nur das konkret, was synthetisch oder chemisch war. Jetzt kommt es immer häufiger vor, dass alte Weggefährten in geradezu hysterisches Gelächter ausbrechen, wenn sie mich von Astrologie, Feng Shui, Vollwertkost, Heilfasten oder ähnlichem reden hören. Jedenfalls ist es die ehrliche Angst, mein gewachsenes Interesse für – sagen wir – ein bewussteres Leben könnte am Ende doch Ausdruck von intellektueller Schwäche oder Altersmilde sein, die mich veranlasst hat, das Thema einmal grundsätzlich zu beleuchten.
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| Aline Burghardt: Ayurvedische Tipps von der Autorin
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Im Winter ist der Himmel bewölkt, die Witterung trocken, kalt, feucht und schwer, das Leben geht langsamer. Diese Eigenschaften werden dem Vata- bzw. Kapha-Dosha zugeordnet, der frühe Winter (November, Dezember) entspricht Vata, die spätere Phase, also Januar und Februar, gehört eher zu Kapha.
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In meinem Regal stehen fünf Labyrinthbücher – von Männern geschrieben. Die meisten der neuen Labyrinthplätze, die ich kenne, sind von Frauen oder Frauengruppen initiiert und gebaut worden. Bislang ist mir nur eine Veröffentlichung zu diesem Thema von einer AUTORIN in die Hände gefallen: „Tanz durch’s Labyrinth“ von Kaye Hoffmann (Trans Form Verlag). Dieses Buch beschäftigt sich ausschließlich mit dem philosophisch – therapeutischen Aspekt des Labyrinths. Das ist aber nur eine von vielen Sichtweisen auf das Labyrinth. Als Symbol für das Leben, den Lebensweg ist es so komplex wie das Leben selbst.
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| Weihnachtsbaum: Festlicher Schmuck zum Julfest
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Wissen sie eigentlich, was Sie da feiern?
Seien Sie mal ehrlich – den Begriff Julfest kennen wir doch erst seitdem ein großes schwedisches Möbelhaus aus Fenstern fallende Weihnachtsbäume in der Fernsehwerbung zeigt. Dass dieses Fest im Jahreskreis unserer keltischen Vorfahren gefeiert wurde und inwieweit es bei uns von christlichen Bräuchen überlagert oder vermischt wurde – das wollen wir Ihnen kurz erzählen
Weihnachten ist ein altes deutsches Wort. Das Wort „wjh“ bedeutet ursprünglich „heilig“, daher die analoge Bezeichnung „Heilige Nacht“. Im mittelhochdeutschen heißt die Mehrzahl „wihen nachten“ – geweihte Nächte. Das ist darauf zurückzuführen, dass eigentlich mehrere Nächte, nämlich die Zwölften, gefeiert wurden. Die Nächte um den 21. Dezember erschienen unseren Vorfahren „geweiht“, weil in dieser dunkelsten Zeit des Jahres der lebenssichernde Wechsel erfolgt: die Wintersonnenwende, mit der sich der Sieg von Licht und Wärme über Kälte und Dunkelheit wieder neu anbahnt.
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| Feuerwerk: Knallerei zum Jahreswechsel
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Silvester – dieses Wort hat bei uns Kindern damals immer eine riesige Vorfreude ausgelöst. Wir konnten wach bleiben bis zur Geisterstunde um Mitternacht, wir durften laut sein und schon mal etwas Sekt naschen. So war das auch bei meinen Kindern. Auch wenn sie immer etwas ungläubig in die Runde schauten, wenn die Erwachsenen Punkt 24 Uhr unter lauten Prositrufen die Sektgläser zusammengeschlagen haben.
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